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Sogar nicht wer, sondern was sind wir?
Der große Dschalal ad-Din Muhammad Rumi erzählte: „Zu jener Zeit, als das Volk seine Herrscher verehrte und das nicht nur für ihre Fähigkeit, die umfangreichen Territorien zu verwalten, sondern auch für ihren von ganzem Herzen aufrichtigen Umgang mit Menschen; wenn das Volk seine Herrscher für ihren Edelmut und ihre Tugend achtete, reisten manchmal Menschen in [die Hauptstadt] Bagdad, um dem Herrscher mit einem Geschenk oder mit einem guten Wort ihre Achtung und ihre Dankbarkeit auszudrücken.
Einmal, während die Reichen prächtige und majestätische Geschenke brachten, entschied ein Armer, auch etwas zum Geschenk zu machen, aber nach langem Nachdenken und Suchen konnte er bei sich nichts Wertvolles finden. In einem Augenblick erinnerte er sich fast verzweifelt an sein einziges Eigentum – an den alten Krug, von dem ein Stück abgebrochen war, doch war der Behälter noch brauchbar. Er füllte ihn mit dem Eiswasser aus seinem Brunnen und begab sich auf den Weg.
Unterwegs wurde der Arme gefragt, wohin er gehe und warum. Nachdem seine Antwort gehört worden war, rief der Fragende: „Hör du, der Herrscher hat eine Menge Wasser, und sogar das Wasser in deinem Brunnen gehört auch ihm“! Der Arme geriet in Verwirrung, aber wahrte seine Absicht und erwiderte überzeugt: „Also, sei es, dass dem Sultan vieles gehört, ich bin ein kleiner Mensch. Sei es, dass ich kein wertvolles Geschenk habe, mein Herz ist aber voller Liebe zu ihm und ich habe einen brennenden Wunsch, ihm wenigstens dieses Wasser zu schenken.”
Mit solch einer Absicht, mit Eifer und mit dem beschädigten Krug kam er im Palast des Sultans an, übergab sein Geschenk und wurde mit großer Ehre und mit majestätischer Gastfreundschaft empfangen. Als er sich nach Hause begab, wurde er mit einem Gegengeschenk beschenkt: „Es ist nicht wichtig, wie deine Gabe aussieht,“ sagte der Herrscher. – „Füllt seinen Krug mit Gold”!
Als Kommentar zu dieser Geschichte sagte Rumi: „Wie auch immer unwichtig (oder bedeutsam), aber seinem Wesen nach zeitweilig und vergänglich das wäre, womit wir zum Schöpfer kommen, ist es wichtig, uns daran zu erinnern, dass es Seine Tür ist, an die wir klopfen”.
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