Die Welt Der Seele
Sukut (Samt). Schweigen ist besser als Gold
Der Prophet Muhammad (Allahs Friede und Segen sei mit ihm) betonte:
„Wer an den Allmächtigen und an das Jüngste Gericht [an seine Wahrheit und seine Unwiederbringlichkeit] fest glaubt, soll entweder Gutes sprechen oder schweigen!“[1]
Sufyan ibn ‘Abdulla as-Sakafi fragte den Propheten: „Was ist für mich am gefährlichsten?“ Der Gesandte des Allmächtigen antwortete: „Dies“, und zeigte auf die Zunge.[2]
Man fragte den Propheten Muhammad: „Was ist der Hauptgrund, infolge dessen der Mensch zu den Bewohnern der Hölle wird?“ Der Gesandte des Allmächtigen antwortete: „Zwei Körperteile: der Mund (die Zunge) und das, was zwischen den Beinen ist.“[3] In einem anderen Fall sagte der Prophet: „Wer mir die Sündenreinheit dessen garantiert, was zwischen seinen Lippen ist (seiner Zunge), und dessen, was zwischen seinen Beinen ist, dem garantiere ich, dass er [nach Allahs Barmherzigkeit] ins Paradies eintreten wird.“[4]
Die Gläubigen, die viel und gern nichtssagend und gedankenlos reden und plappern, sind dem Allmächtigen äußerst unangenehm, sie werden am Jüngsten Tag vom Propheten Muhammad maximal entfernt sein.[5]
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Einmal erzählte der Prophet Muhammad einem seiner Gefährten, Mu‘az ibn Dschabal, von edlen und gerechten Taten, die den Eintritt des Menschen ins Paradies erleichtern können. Dann fügte er hinzu: „Willst du wissen, wodurch du dies alles beherrschen könntest (was diesen gerechten Taten zugrunde liegt)?“ Er antwortete: „Ja, natürlich, o Gesandter Allahs.“ Der Prophet zeigte auf die Zunge und sagte: „Halte sie im Zaume.“ Mu‘az fragte erstaunt: „Werden wir denn dafür Rede und Antwort stehen, was wir sprechen?“ Der Prophet (Allahs Friede und Segen sei mit ihm) antwortete: „Es ist erstaunlich, Mu’az! Weißt du denn nicht, dass die Menschen eben dafür in die Hölle hinabgeworfen werden, was ihre Zungen gesprochen haben?“[6] Dazu gehören Schimpfen, Klatschen, Beleidigungen, falsche Anschuldigungen, Prahlerei, Heuchelei, Streitgespräche, Kränkungen, Lüge und vieles andere, was leicht ausgesprochen wird, aber was am Jüngsten Tag auf der Waagschale der Sünden ziemlich schwer (wegen seiner Vielzahl) wiegen kann!
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Die Gewandtheit zu schweigen ist äußerst wichtig. Eine der Formen der Selbstunterdrückung, die der Mensch sich selber mit seiner Zunge antut, ist das Weitererzählen seiner eigenen Sünden und Vergehen, die andere Leute nicht betreffen und zwischen ihm und dem Allmächtigen bleiben sollen. Der Prophet Muhammad (Allahs Friede und Segen sei mit ihm) betonte: „Alle meine Nachfolger werden einer Vergebung und eines Schutzes [nach der Barmherzigkeit des Allmächtigen] würdig sein, außer den Bekanntgebenden und den Ausplaudernden. Das Bekanntgeben heißt es, wenn der Mensch in der Nacht [sowie irgendwann, wenn niemand ihn sieht] eine [sündhafte] Tat ausübt, ohne jemandem Schaden zu bringen, und am Morgen [nach einer Weile] erzählt er darüber seinen Bekannten [und zeigt dabei seine Sünde als einen Vorteil, als eine Würde]. Obwohl der Allmächtige dies von Anderen verborgen hat [hat ihn nicht bestraft und hat dem Menschen eine Möglichkeit gegeben zu bereuen und sich zu bessern]. Er reißt aber [mit seiner Zunge] den Schleier [mit dem der Allmächtige Schöpfer seine schändliche Tat verhüllt hat].“[7]
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Der Prophet Muhammad (Allahs Friede und Segen sei mit ihm) machte seine Nachfolger und überhaupt die Menschen auf eine sehr wichtige, aber kaum wahrnehmbare Seite des Lebens aufmerksam: „Wahrlich kann der Mensch ein Wort (einen Ausdruck) sprechen, ohne darauf seine besondere Aufmerksamkeit zu lenken. Und der Allmächtige wird damit wohlzufrieden, so dass Er diesen Menschen auf die [höchsten] Niveaus erhöhen wird.[8] Und wahrlich kann der Mensch gleichermaßen die Worte sprechen, die Allahs Empörung hervorrufen können und ihn in die Hölle bringen können[9].“[10] Der große Imam an-Nawawi sagte in seinem Kommentar zu diesem Hadith: „Dieser Hadith regt uns an, bei unserer Rede aufmerksam zu sein. Wenn jemand etwas sagen will, soll er zunächst über dessen Nutzen nachdenken. Wenn es keinen gibt, soll er schweigen.“[11]
Und wir kennen den Koran-Vers gut: „…Ihr haltet es [was[12] ihr mit eurem Mund aussprecht] für eine geringe Sache, während es vor Allah eine große ist.“[13]
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Der Gesandte des Herrn der Welten (Allahs Friede und Segen sei mit ihm) warnte: „Redet weniger! Ruft den Allmächtigen mehr an. Das Herz des Gläubigen wird von einem leeren und unnützen Gerede hart [er wird hartherzig, streng. Sein Herz wird für Schmerzen und Hoffnungen anderer weniger mitfühlend, für Belehrungen und für Lehren des Lebens weniger aufnahmefähig. Das ist eine Art vom Seelenfrost und von der Abgestumpftheit der Auffassung]. [Diejenigen, die] harte und versteinerte Herzen haben (die Herzlosen), sind vom Allmächtigen am meisten entfernt.“[14]
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„Eines der Merkmale eines guten Moslems besteht darin, dass er den ihn nicht betreffenden Sachen keine Aufmerksamkeit schenkt, sie lässt.“ In einem anderen Hadith: „…er spricht sehr wenig davon, was ihn nicht betrifft.“[15]
Moslemische Gelehrte betonten die Wichtigkeit des erwähnten Hadithes und fassten daraus zusammen:
Die Grundlage unserer Religion bilden folgende Regeln, die vom besten Menschen (vom Propheten Muhammad) erklärt wurden:
1. Lass das, woran du Zweifel hast.
2. Sei asketisch.[16]
3. Lass das, was dich nicht betrifft.
4. Tue alles mit einer Absicht[17].[18]
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Einige weise theologische Aussagen zum Thema:
Der Gefährte des Propheten ‘Abdulla ibn Mas‘ud sprach: „Ich schwöre beim Allmächtigen! Es gibt nichts in dieser Welt, was man länger gefangen halten sollte als die Zunge.“[19]
Der Gefährte des Propheten Ibn ‘Abbas sprach: „Fünf Eigenschaften. Wenn der Mensch sie hat, so ist es für ihn wertvoller als eine Herde von wunderschönen Kamelen.[20]
1. Sprich nicht zu den Themen, die dich nicht betreffen (führe kein leeres Geschwätz, kein Gespräch zum Thema, in dem du dich nicht auskennst, usw.). Das ist nutzlos (eine reine Zeitverschwendung). Hier bist du nicht vor Fehlern und Sünden geschützt.
2. Wenn du davon sprichst, womit du zu tun hast, dann sprich passend, mit der Absicht, das Ziel zu erreichen. Es kommt oft vor, dass Menschen über ihre Angelegenheiten sprechen, aber das ist fehl am Platz, und deswegen bekommen sie Vorwürfe.
3. Streite nicht! Streite weder mit einem Geduldigen (einem Klugen) noch mit einem Narren. Du wirst bei einem Geduldigen dir gegenüber eine Feindseligkeit erwecken (er wird dich mindestens mit seinem Schweigen besiegen), und ein Narr wird dir (mit seiner Dummheit und mit seiner Unerzogenheit) wehtun.
4. Während der Abwesenheit deiner Freunde sprich über sie nur das, was du von ihnen über dich hören möchtest (erinnere dich an sie nur mit guten Worten). Vergib deinen Freunden und wünsche ihnen nur Wohlleben, wie du es dir wünschst.
5. Während du etwas tust, erinnere dich an die Offensichtlichkeit der Belohnung für das Gute und an die Unwiederbringlichkeit einer Strafe für das Sündhafte.[21]
Wahb ibn Munabbih sprach, an der Weisheit der Sippe des Propheten Dawud zurückdenkend: „Ein Kluger soll die Zeit verstehen (fühlen), in der er lebt, er soll seine Zunge im Zaume halten (wenn es nötig ist) und sich seiner Sache ganz hingeben.“[22]
Al-Hasan al-Basri sprach: „Wer seine Rede nicht schützt (wer den Wert seiner Worte nicht kennt), der hat seine Religion nicht verstanden.“[23]
Der bekannte Gerechte Fudayl ibn ‘Iyad, der Kenntnisse nicht nur erwerben, sondern auch sie in seinem Leben meisterhaft anwenden konnte, sprach: „Der Gläubige redet wenig und tut viel. Der Heuchler aber redet viel und tut wenig.“[24]
Bischr ibn al-Charis al-Hafi[25] betonte: „Schweigen und Geduld sind miteinander eng verbunden. Der Sprechende kann nicht frommer als der Schweigende sein, ausgenommen einen Gelehrten, der passend redet und schweigt, wenn es nötig ist.“ Diesem bekannten Gerechten gehören auch folgende Worte: „Wenn dir deine Rede gefällt (wenn du davon begeistert bist), dann schweige. Und wenn du von deinem Schweigen begeistert bist, dann rede.“[26]
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Der Vetter des Propheten Muhammad Imam ‘Ali ibn Abu Talib sprach:
Der Flegel redet mich mit seiner Flegelei an,
Aber ich habe keinen Wunsch, ihm zu antworten.
Er wird noch grober und unerzogener,
Und ich werde noch geduldiger
Wie ein wohlriechendes Stäbchen, das, mit Feuer angezündet, noch wohlriechender wird.[27]
Jener wird seine Ehre wahren, der sich vor der Antwort hütet (der sich bemüht, keine Antwort zu geben).
Wer Geheimnisse verschweigen (geheim halten) kann, der trifft das Ziel.
Wer eine ehrerbietige Aufregung vor verehrten Leuten fühlt, dem gegenüber fühlt man dieselben Gefühle.
Wer die Anderen verachtet, der wird nicht geachtet.[28]
Imam asch-Schafi‘i sprach:
Man sagt mir: „Du schweigst, doch man streitet mit dir!“
Ich erwidere: „Worte sind (in diesem Fall) Schlüssel zur Tür des Bösen.“
Jener wird geschätzt, der bei einem Flegel und bei einem Narren schweigt.
Das Schweigen bedeutet die Wahrung seiner Ehe und seiner Würde.
Siehst du denn nicht, dass Löwen schweigen, aber man hat vor ihnen Angst,
Und Hunde bellen laut, aber man jagt sie mit Steinen weg.[29]
Wende dich von einem Flegel ab
(schenke ihm nicht deine Aufmerksamkeit),
Alles, was er spricht, steckt in ihm selbst.
Der Euphrat wird keinen Schaden bekommen,
Wenn ihn einige Hunde durchwaten.[30]
Er sprach auch:
Ich fand mein Schweigen als ein Handelsgut und wurde mit ihm unzertrennlich,
Sogar wenn ich damit keinen Gewinn bekomme, bekomme ich gewiss keinen Verlust.
Das Schweigen ist ein Handelsgut für echte Männer.
Wer mit dem Schweigen handelt, ist höher als jeder beliebige Händler.[31]
Wenn der Mensch seinem Freund ein Geheimnis mitgeteilt hat
und ihm dann vor wirft , dass jemand darüber erfahren hat, dann ist er ein Narr!
Wenn er das Geheimnis so spannend fand, dass er es einem anderen mitteilte,
so wird es dieser Andere noch mehr spannend finden.[32]
Schütze deine Zunge, o Mensch! Hüte dich!
Lass sie dich nicht beißen, wahrlich ist die Zunge eine Schlange, eine Otter.
Wie viele Verstorbene sind in Gräbern, die von ihren Zungen getötet sind!
Und beim Leben bebten vor ihnen sogar Tapfere.[33]
Zusammenfassung
Je frommer und scharfsinniger der Mensch ist, desto deutlicher versteht und entfaltet er für sich den Sinn der koranischen Zeilen: „Was der Mensch nun nicht ausspricht, so wird jedes seiner Worte von Engeln wachsam und sofort aufgezeichnet.“[34]
Der Allmächtige weiß Bescheid, was die Menschen in ihren Seelen (in ihren Herzen) hegen[35], aber das bedeutet gar nicht, dass die Engel eine unsinnige Arbeit machen. Sie zeichnen alles auf, was wir sprechen und tun, so sammeln sie Beweisstücke (für oder gegen uns), die während des Jüngsten Gerichtes vorgelegt werden. Und dies ist gemeinsam mit hunderten von anderen Zeugnissen für die Fällung eines Urteils über jedes Kind von Adam und Eva unabhängig von seinem diesseitigen Status (König, Minister, Hausmeister, Bauarbeiter) oder von seiner Religion (Atheist, Satanist, Jude, Christ oder Moslem).
Deshalb ist es besser, ein weiteres Mal zu schweigen als etwas Unüberlegtes auszusagen, was ein zusätzliches Gewicht auf die Waageschale der Sünden werfen kann.
Die Zunge bereitet viele, sehr viele Probleme, und das Schweigen ist eine Rettung daraus.[36]
Eine nützliche Ergänzung zum Thema
(Einige Koran-Verse)
1. „Wahrlich, erfolgreich werden die Gläubigen, die in ihren Gebeten voller Demut sind, und die sich von allem leeren Gerede (laghw) fern halten (mu‘ridun).“[37]
„Leeres Gerede (laghw)“ heißt ein beliebiges Gerede, das kein Wohl, keinen Nutzen hat, sowie alle Worte und Handlungen, die keinen Sinn haben.[38]
2. „Und wenn sie leeres Gerede (laghw)[39] hören, so wenden sie sich davon ab (schenken dem keine Aufmerksamkeit) und sagen [nur]: ,Für uns (seien) unsere Taten und für euch (seien) eure Taten [Jedermann ist für seine Taten und Handlungen, sowie für jedes ausgesprochene Wort verantwortlich]. Friede sei mit euch (salamun ‘alaykum)[40]! Wir wollen nicht zu Unwissenden werden [falls wir mit euch streiten würden oder falls wir das Böse durch das Böse abwehren würden].‘ “[41][42]
3. „Und schmäht die [Götter, Gottheiten, Götzen] nicht, welche die Leute statt Allah [des Herrn der Welten, des Einzigen und des Ewigen] anrufen. [Wenn ihr eine Unwissenheit zeigt, indem ihr Heiligtümer anderer Religionen beleidigt], so würden sie [die Anhänger dieser Religionen und Philosophien] aus Groll ohne Wissen Allah schmähen. [Ihr berücksichtigt nicht oder vergesst, dass] Wir[43] jedem Volke [jeder Zivilisation, die eher existierte oder irgendwann existieren wird] sein Tun als wohlgefällig erscheinen lassen [indem Wir ihnen eine Wahlfreiheit gegeben haben (sie nicht zwingen, nicht nötigen); indem Wir ins Wesen des Menschen eine Gewöhnung sowohl ans Böse als auch ans Gute, sowohl ans Richtige als auch ans Fehlerhafte gelegt haben. Das Intellekt, die Psychologie und die Natur des Menschen sind flexibel, empfänglich]. Dann aber werden alle [alle Menschen unabhängig von der Aufenthaltszeit auf der Erde, unabhängig von ihrer Nationalität, ihrem Glauben, ihrer Philosophie und ihrer Anschauungen] zu ihrem Herrn heimkehren [nachdem sie nach dem Weltuntergang aus ihren Gräbern auferstehen, um auf dem Göttlichen Gericht Antwort zu tragen]; und Er wird ihnen verkünden, was sie getan haben.“[44]
Es ist natürlich nötig, zum Guten oder zum Glauben an den Einzigen und den Ewigen zu rufen, aber dabei muss man fein fühlen, wo ein nützliches Gespräch, ein Meinungsaustausch stattfindet, und wo eine Polemik, ein Streit beginnt, die in Kränkungen und gegenseitige Beleidigungen übergehen.
Moslemische Theologen haben aus dem erwähnten Koran-Vers eine lebenswichtige Regel gefasst: „Wenn der Gläubige etwas seiner Meinung nach Gerechtes und Nötiges tut, aber die Sündhaftigkeit und der Schaden dieser Tat offenbar sind, so soll er aufhören.“[45]
Was der letzterwähnte Koran-Vers beschreibt, ist ein sehr wichtiger Bestandteil der Wohlerzogenheit eines Moslems, aber wie wenig es jene gibt, die darüber wissen, und noch weniger sind die, die das anwenden. Leider ist es leichter, sich von seinen schwachen Seiten, von seiner Unerzogenheit, von seinem Egoismus gängeln zu lassen und dabei seine Kulturlosigkeit mit einzelnen Zitaten aus dem Koran oder aus der Sunna zu verschleiern. Und es ist äußerst schwierig, seine Emotionen und seine Aufgeblasenheit zu entfernen (zu minimieren), eine Vernunft zu zeigen, viele wunderschöne und aktuelle Facetten der Heiligen Schrift und des prophetischen Nachlasses einzusaugen, dies mit seinem Leben durch seine Taten und sein Benehmen zu verbinden und seinen Lebensweg in einer vollen Harmonie mit dem Schöpfer, mit seinen Geschöpfen, mit sich selber und mit der Umwelt fortzusetzen.
Allmächtiger Allah begnadige uns und vermehre unsere Kenntnisse und gib uns eine Möglichkeit, die erworbenen Kenntnisse im Leben anzuwenden. Wir verdienen das zwar nicht, aber Seine Barmherzigkeit ist grenzenlos. Amin.
Es ist wichtig zu bemerken, dass dies nur die individuellen Sünden betrifft. Diejenigen Taten, die jemanden in seiner Würde verletzen oder jemanden kränken oder jemandem Schaden zufügen, werden nicht so einfach vergeben. Aber darüber handelt es sich schon in anderen glaubwürdigen Hadithen. Siehe, z.B., al-‘Askalani A. Fath al-bari bi scharh sahih al-buchari. B.12, S.112.
Hadith von Abu Hurayra und auch von Abu Qatada; Hadith-Sammlungen von al-Buchari, Muslim, at-Tabarani u.a. Siehe, z.B., al-‘Askalani A. Fath al-bari bi scharh sahih al-buchari. B.12, S.108, Hadith ¹6069; an-Nawawi Y. Sahih muslim bi scharh an-nawawi. B.9, S.329, 330, Hadith ¹52-(2990); al-Qari ‘À. (gestorben in 1014 nach Hidschri). Mirkat al-mafatih scharh mischkat al-masabih. In 11 B. Beirut: al-Fiqr, 1992, B.8, S.575, Hadith ¹4831; as-Suyuti Dsch. Al-dschami‘ as-saghir. S.391, Hadithe ¹¹6278, 6279, beide „sahih“.
Siehe auch: al-Qari ‘À. Mirkat al-mafatih scharh mischkat al-masabih. B.8, S.578-580, Hadith ¹4834.
Hadith von Abu Hurayra, al-Husayn ibn Ali, Abu Bakr u.a.; Hadith-Sammlungen von Ahmad, at-Tabarani, at-Tirmidhi, Ibn Madscha, al-Hakim u.a. Siehe, z.B.: al-Banna À. (bekannt als as-Sa‘ati). Al-fath ar-rabbani tartib musnad al-imam ahmad ibn hanbal asch-schaibani. B.1, Teil 1, S.88, Hadith ¹41, auch B.10, Teil 19, S.257, Hadith ¹3; as-Suyuti Dsch. Al-dschami‘ as-saghir. S.503, Hadith ¹8243, “sahih”.
Siehe auch: al-Mundhiri Z. At-targhib wa at-tarhib min al-hadith asch-scharif. B.3, S.540, 541, Hadithe ¹¹51-55.
Ausführlicheres über sein Leben siehe, z.B., az-Zirikli Ch. al-a‘lam. Qamus taradschim: in 8 B. Beirut: al-‘Ilm lil-malain, 1986, B.2, S.54; al-Kuschayri A. (376-465 nach der Hidschra). Ar-risala al-kuschayriya, S.64-67; al-Asbahani A. (336-430 nach der Hidschra; 948-1038). Hilalatul-awliya’: in 10 B., Beirut: al-Kitab al-‘arabi, 1967, B.8, S.336-360.
Ausführlicher siehe, z.B.: az-Zuhayli W. At-tafsir al-munir [Das erhellende Tafsir]: in 32 B. Damaskus: al-Fiqr, 1991, B.26, S.291-298.
Ja, der Herr der Welten weiß sogar, was uns unsere Herzen zuflüstern, aber es ist wichtig zu betonen, dass der Mensch über seine flüchtigen sündhaften oder verbrecherischen Gedanken nicht gefragt wird, die in seinem Bewusstsein entstehen und verschwinden. Der Prophet Muhammad (Allahs Friede und Segen sei mit ihm) sprach: „Der Allmächtige Allah wird meine Nachfolger nicht danach fragen, was ihnen ihre Seelen zuflüsterten (sagten). Und dies solange der Mensch dies (zum Beispiel, das Sündhafte oder das Grobe) nicht ausspricht oder etwas nicht tut, sich von seinen sündhaften Überlegungen gängeln lassend.“ (Hadith von Abu Hurayra; Hadith-Sammlungen von al-Buchari, Muslim, Abu Dawud, an-Nasai, at-Tirmidhi, Ibn Madscha u.a.). Siehe, z.B.: as-Suyuti Dsch. Al-dschami‘ as-saghir. S.106, Hadith ¹1704, „sahih“.
Wenn solche Gedanken im Bewusstsein eines Gläubigen entstehen, berücksichtigt er nicht ihr flüchtiges Bewegen, sondern wendet er sich mit dem Flehen um die Vergebung an den Allmächtigen Allah und spricht mit der ganzen Tiefe und Fülle seines Herzens „astaghfirulla!“ (vergib mir, o mein Herr!).
Aber es ist wichtig zu betonen, dass uns Koran-Verse laut den Regeln des Koranwesens nicht so viel von einer historischen Auskunft geben, wie sie uns positive Beispiele zeigen, zu denen man sich hinstreben muss. Und um so mehr, dass die Wichtigkeit dieser Eigenschaften in anderen Koran-Versen und glaubwürdigen Hadithen beschrieben wird, die direkt an die Moslems gerichtet sind.
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