Die Welt Der Seele

Adab. Die Wohlerzogenheit

Im Heiligen Koran ist gesagt: „Schützt euch und eure Familien vor der Hölle!“[1] Ibn ‘Abbas, der Gefährte des Propheten Muhammad, erläuterte diesen Koran-Vers so: „Das heißt, lehrt und erzieht eure Familien.“[2]

Der Prophet Muhammad (Allahs Friede und Segen sei mit ihm) erwiderte auf die Worte der Begeisterung von seiner Wohlerzogenheit: „Der Herr gewährte mir die Wohlerzogenheit und erzog mich in der besten Weise.“[3]

Der Gefährte des Propheten Anas ibn Malik, der im Laufe von zehn Jahren mit ihm zusammen war und ihm allerlei half, erzählte: „Allahs Gesandter (Allahs Friede und Segen sei mit ihm) schimpfte nie, beleidigte niemanden, war immer äußerst taktvoll und verfluchte niemanden.“[4] In einer anderen Riwaya: „Ich half dem Propheten und war mit ihm zusammen zehn Jahre lang, und im Laufe dieser Zeit hörte ich von ihm keinen Pfuiruf (keinen Ausruf des Missfallens). Er machte keinen Vorwurf mit Worten: ,Warum hast du dies so und nicht anders gemacht?‘ “[5]

Dschabir ibn ‘Abdulla teilte mit: „Wann und worum man den Propheten Muhammad (Allahs Friede und Segen sei mit ihm) auch immer bat, er sagte niemals ‚nein‘.“[6]

Einer der Gefährten des Propheten sah ihn seinen Enkel al-Hasan umarmen und küssen. Er rief erstaunt aus: „Ich habe zehn Kinder, aber ich habe keines von ihnen geküsst!“ Der Prophet sagte: „Wer keine Barmherzigkeit erweist, dem wird keine Barmherzigkeit [von Gott und von Menschen] erwiesen.“[7]

Wir streben zum schönen Vorbild, das sich im Propheten Muhammad[8] verkörpert. Wir müssen uns deshalb Tag für Tag Mühe geben, um an unserer eigenen Persönlichkeit zu arbeiten. Der große Imam ‘Ali ibn Abu Talib, der Träger der unglaublichen Redegewandtheit und der Weisheit, sprach:

Die Zuverlässigkeit (der Menschen) ist verschwunden,

wie der gestrige Tag (unwiederbringlich) vorbei ist.

Die Menschen sind (heutzutage) entweder betrügerisch[9] oder listig[10].

Sie zeigen einender

die Reinheit ihrer Absichten und eine gegenseitige Achtung,

während ihre Herzen voller Skorpione sind.[11]

Im Heiligen Koran ist gesagt: „Wacht über euch selbst (arbeitet in erster Linie an euren eigenen Persönlichkeiten). Wer irregeht, kann euch nicht schaden, wenn ihr nur selbst auf dem rechten Wege seid.“[12] Dieser Koran-Vers steht nicht im Widerspruch zur sozialen Notwendigkeit des Widerstands gegen das Böse, worüber in anderen Koran-Versen und Hadithen gesprochen wird, sondern er unterstreicht die Vorrangigkeit der Vervollkommnung der Persönlichkeit. Erst dann verwandelt sich der öffentliche Widerstand gegen das Böse und gegen die Gottlosigkeit (nach der Barmherzigkeit des Schöpfers) aus leeren Worten und Losungen darin, was das Böse mit seinen Wurzeln entfernt und die Seelen belebt.

 

Einige weise Aussagen von Gelehrten

„Das Tauhid (der Glaube an die Einheit Gottes, der Monotheismus) bedeutet das Vorhandensein des Glaubens. Der Glaube bedeutet die Unterordnung unter die Kanons. Die Kanons verpflichten einen Menschen, wohlerzogen zu sein. Der Unerzogene steht den Kanons, dem Glauben und dem Tauhid fern.“

„Die Wohlerzogenheit bedeutet eine strenge Unterordnung unter das, was Taten und Handlungen ziert.“

„Die Unerzogenheit erfordert ein Fernhalten (eine Distanzierung): wenn du dich auf dem Teppich (zu Hause, in der Gesellschaft) nicht korrekt benehmen kannst, dann wirst du an der Tür (im ,Hinterhof‘ des Lebens) stehen bleiben; wenn du an der Tür nicht anständig stehen kannst, dann hüte das Vieh.“

„Wer seine schwachen Charaktereigenschaften überwinden, bewältigen kann, der übt eine aufrichtige Anbetung zum Allmächtigen aus.“

Hasan al-Basri[13] wurde gefragt: „Viele beschäftigen sich zurzeit mit dem Erlernen der Verhaltenskultur (adab). Worauf muss man dabei seine Aufmerksamkeit lenken?“ Er antwortete: „(1) Auf das Erwerben der religiösen Kenntnisse und auf ihr Verstehen; (2) auf ein richtiges Herangehen an diesseitige Güter (mit seinen Taten diesseits zu sein und mit seinem Herzen jenseits zu sein); (3) auf das Kennen seiner Pflichten vor dem Allmächtigen.“

Ibn al-Mubarak[14] sprach: „Wir brauchen eher eine elementare Wohlerzogenheit als eine Menge von Kenntnissen.“ Er sprach auch: „Menschen erlernen Kultur und Ethik, aber echt sittlich ist derjenige, der sich selber erkannt hat (der schwache und starke Seiten seines Charakters kennt, der seine Eindrücke und seine Emotionen regeln kann, indem er sie während ihrer Entstehung wahrnehmen kann und sie so regeln kann, wie es für ihn nötig ist).“

Ja, „echt sittlich ist derjenige, der sich selber erkannt hat“.

Als Abu Hafs[15] nach Bagdad gekommen war, sagte man ihm: „Du hast deine Anhänger und Gefährten wie Sultane und Könige erzogen.“ Er antwortete darauf: „Die äußere Wohlerzogenheit zeugt von einer inneren Wohlerzogenheit.“

Al-Dschunayd[16] sprach interessanterweise: „Wenn Liebe und gegenseitige Achtung unter den Menschen aufrichtig sind, dann werden die Bedingungen für die Äußerung der Wohlerzogenheit günstiger.“

Dhun-nun al-Misri[17] bemerkte: „Wenn der Lehrling die Grenzen des anständigen Benehmens überschreitet, so kehrt er zum Beginn zurück.“ Das heißt, der Mensch soll sich in erster Linie notwendige Elemente der Kultur und der Wohlerzogenheit angewöhnen, erst dann kann er begreifen, wo und welche Verhältnisse der Strenge und der Nachsicht man verwenden darf.

Imam ‘Ali ibn Abu Talib, der aus einer vornehmen arabischen Sippe stammte und der Vetter des Propheten Muhammad war, sprach:

O Sünder, der einfältig auf seine Vornehmheit stolz ist,

alle sind von Müttern und Vätern geboren.

Hast du jemanden gesehen, der aus Silber,

oder aus Eisen, aus Kupfer oder aus Gold ist?

Du weißt doch Bescheid, dass die Unterlage aller Ton ist.

Und gibt es denn da drinnen etwas außer Fleisch, Knochen und Nerven?

Man darf wahrlich auf eine gute Vernunft,

auf die Bescheidenheit, auf die Keuschheit und auf die Wohlerzogenheit stolz sein.[18]

Er (Friede sei mit ihm) sprach auch:

Bringe den Kindern

eine allseitige Wohlerzogenheit mit großem Eifer bei,

dann werden sich deine Augen

im Greisenalter über das Gesehene freuen.

Die Wohlerzogenheit und der Edelmut,

die das Kind einsaugt,

sind ja wie ein Bild auf Stein

(das heißt, das bleibt in seinem Wesen für immer).

Das (eine allseitige Wohlerzogenheit) ist

eine Schatzkammer, in der sich die Schätze

(ständig) vergrößern.

Und Grimassen des Lebens und seine Erschütterungen

wirken darauf überhaupt nicht ein.

Ein Wohlerzogener (ein Gebildeter),

auch wenn er ausrutscht,

fällt darauf, was mit Seide bedeckt ist

(blamiert sich nicht).

Man kann die Menschen in zwei Gruppen teilen:

die Besitzer der Kenntnisse und die aufmerksam Zuhörenden.

Die Anderen sind einem leeren (albernen) Geschwätz

und einem trüben Bodensatz ähnlich.[19]

 

Die Wohlerzogenheit angesichts Allahs

„Al-Ihsan (ein echter Edelmut) bedeutet die Anbetung des Schöpfers, des Herren der Welten, als würdest du Ihn sehen, und Er dich sieht, auch wenn du Ihn nicht siehst.“[20] Millionen Menschen kennen diese Worte, aber nur wenige folgen ihnen in ihrem Leben.

Natürlich kannst du, o Mensch, Ihn nicht sehen, da Er weder mit dem Raum noch mit der Zeit begrenzt ist. Dafür aber kannst du zu Ihm mit deiner ganzen Seele bestrebt sein, die mit keinen Gesetzen der Physik beschränkt ist. Du kannst allmählich zu dem werden, der in seinen Taten, Handlungen und Worten wachsam ist, angesichts Seiner wachsam ist! Das bedeutet die Fähigkeit, auf sich von der Seite zu schauen und seine Mängel zu bemerken, indem man in der Praxis mit Zittern und Beben und voll Demut versteht, dass Allah allwissend ist. Dass Er über alle Taten völlig informiert ist, dass es keinerlei Begrenztheit darin gibt, was Ihn betrifft, und dass Er „dem Menschen [mit Seinem Wissen und mit seiner Informiertheit] näher ist als seine Halsschlagader“[21].

Einer der Gerechten der ersten Generationen sagte: „Bereits zwanzig Jahre strecke ich nicht meine Beine von mir, wenn ich allein bin. Die Wohlerzogenheit und ein anständiges Benehmen angesichts des Allmächtigen sind ja vorrangig.“ Das heißt, es ist unanständig, unter den Menschen (vom Gesichtspunkt der moslemischen Ethik), zum Beispiel, auf dem Boden mit ausgestreckten Beinen zu sitzen oder, auf einem Stuhl sitzend, seine Beine auf den Tisch zu legen. Aber die Wohlerzogenheit soll ja auch dem Herrn der Welten (gepriesen und erhaben sei Er) gezeigt werden, Der allsehend und allgegenwärtig ist. Man muss sich bemühen, angesichts Seiner zu seiner eigenen Persönlichkeit insbesondere aufmerksam zu sein.

Man fragte bei Ibn Sirin[22]: „Welche Erscheinungen der Wohlerzogenheit bringen den Menschen näher zum Allmächtigen?“ Der Theologe antwortete: „Die Erkenntnis Allahs als seinen Herrn (die Empfindung Seiner Herrschaft und Seiner Vorherrschaft über alle und allem). Das Vollziehen Seiner Vorschriften. Eine Dankbarkeit Ihm gegenüber, wenn es alles günstig ist. Eine schöne Geduld, wenn es schlecht und schwer ist.“

Wollen wir einige Zeilen aus dem Heiligen Koran anführen, die die Wohlerzogenheit angesichts Allahs, des Herrn der Welten beschreiben.

1. Die Wohlerzogenheit und die Ethik angesichts des Allmächtigen Allahs im Bittgebet-Du‘a des Propheten Hiob.

„Und [gedenke] Hiobs als er zu seinem Herrn rief: ,Wahrlich hat mich Unheil[23] geschlagen, und Du [o Allah] bist der Barmherzigste aller Barmherzigen!‘ “[24]

Es ist merkwürdig, wie fein seine Wohlerzogenheit ist, die er Allah, dem Herrn der Welten, dem Erschaffer allen Seins zeigt! Bezüglich seiner erwähnte er nur das, was man einem stillen und schüchternen Klopfen an die Tür der Barmherzigkeit des Herrn der Welten gleichsetzen kann. Bezüglich des Allmächtigen unterstrich er Seine grenzenlose und unbeschreibliche Barmherzigkeit. Und dabei erwähnte er nicht seine Bitte! Das heißt, er sprach dies mit einer absoluten und tiefen (geistlichen und intellektuellen) Kenntnis und mit der Überzeugung aus, dass der Allmächtige über alle Dinge weiß.[25]

Der Prophet Hiob war sehr reich sowohl an Kindern als auch an seinem Vermögen. Er war unglaublich freigebig. Er rief die Menschen zum Glauben an den Einzigen und den Ewigen unermüdlich. Aber einmal begannen bei ihm materielle Probleme, Verluste, er verlor sein Vermögen, dann seine Kinder. Nachdem er das alles ruhig und geduldig erlebt hatte, bekam er eine neue Prüfung – eine schwere Krankheit, die sein Äußeres zwar nicht verunstaltete, aber ihn völlig erschöpfte. Die Reihe tragischer Ereignisse und Schwierigkeiten dauerte etwa achtzehn Jahre.[26] Aber er klagte im Laufe dieser Jahre niemals. Er überwand alles mit einer vollen Überzeugung in der Barmherzigkeit des Schöpfers. Seine Gattin war neben ihm im Laufe aller dieser Jahre und war für ihn eine zuverlässige Unterstützung.[27]

Es ist verwunderlich. Der Prophet Hiob wandte sich an den Allmächtigen mit diesem kurzen Bittgebet erst dann, als er völlig erschöpft war, als seine physische Kraftlosigkeit die Bewahrung eines hohen prophetischen Niveaus der Frömmigkeit und der Vergeistigung störte, als sie störte, „dem Allmächtigen mit dem Flehen um die Vergebung zugewandt“[28] zu sein. Er sprach: „Wahrlich hat mich Unheil geschlagen, und Du [o Allah] bist der Barmherzigste aller Barmherzigen!“ Und sofort folgte die Antwort, die im Koran angeführt ist: „Da erhörten Wir[29] ihn und nahmen sein Unheil (seine Verluste, Probleme) hinweg, und Wir gaben ihm seine Kinder wieder und noch einmal so viele dazu[30] – aus Unserer Barmherzigkeit und als Ermahnung[31] für die (Uns) Verehrenden.“[32]

2. Die Wohlerzogenheit und die Ethik angesichts des Allmächtigen Allahs im Bittgebet-Du’a von Yunus.

„…Dann rief er (Yunus) in der dichten Finsternis[33]: ,Es ist kein Gott außer Dir [o Allmächtiger]! Gepriesen seiest Du und hoch über alle Mängel! Ich bin wahrlich einer der Ungerechten gewesen.‘[34] Da erhörten Wir ihn und retteten ihn aus seiner Bedrängnis (aus seinem Kummer)[35]. Und genauso retten Wir die Gläubigen (mu’min).“[36]

Beachten Sie, dass Yunus nicht um den schnellsten Ausweg aus der für ihn eindeutig tödlichen Situation flehte, sondern mit der ganzen Tiefe seiner Seele und mit der Reinheit seines Bewusstseins die Einigkeit und die Größe des Schöpfers im Vergleich zu seiner eigenen Kraftlosigkeit hervorhob.

Der Prophet Muhammad (Allahs Friede und Segen sei mit ihm) sprach: „Wie wunderschön ist das Bittgebet von Yunus, mit dem er sich an den Herrn aus dem Magen des Wals wendete: ,La ilaha illa anta. Subhanaka, inni kuntu minadh-dhalimin!‘ Was nun ein dem Allmächtigen Ergebener (der Moslem) bei Allah mit diesem Gebet nicht fragen würde, wird Er ihm unbedingt antworten.“[37]

3. Jetzt lesen Sie zwei Zitate aus dem außerzeitlichen Dialog vom Propheten Jesus mit Gott, der im Heiligen Koran angeführt ist:

(1) „Und sprach Allah: ,O Jesus, Sohn der Maria, hast du zu den Menschen gesagt: »Nehmt mich und meine Mutter als zwei Götter neben Allah [dem Einigen und Einzigen Herrn]?«‘ Er (Jesus) antwortete: ,Gepriesen seiest Du und hoch über alle Mängel [o mein Herr]! Nie könnte ich das sagen, was für mich keine Wahrheit ist. Hätte ich es gesagt, würdest Du es sicherlich wissen [Dein Wissen ist durch nichts beschränkt, Du bist über alle und alles informiert]. Du weißt, was in meinen Gedanken ist, aber ich weiß nicht, was Du in Dir hegst. Du allein bist der Allwissende des Verborgenen.“[38] Jesus legt keinen besonderen Akzent auf seine Rechtfertigung, er betont die Allwissenheit und das vollkommene Wissen des Schöpfers über alle und alles, was in dieser Welt ist und wo es auch sei.

(2) „Wenn Du [o mein Herr] sie [diejenigen meiner Nachfolger, die an Dich fest glaubten, aber die Sünden und Vergehen hatten] bestrafst, sind sie wahrlich Deine Diener [Du hast ihnen das Leben gegeben, Du hast Sie mit unzähligen Gütern und mit der Luft beschenkt, die sie atmen. Du bist der Erschaffer, der eine eigenmächtige Entscheidung trifft, ob sie zu bestrafen sind oder nicht]. Und wenn Du ihnen verzeihst, bist Du wahrlich der Allmächtige, der Allweise.“[39]

Die Kultur, die Wohlerzogenheit vor Gott… Jesus bittet nicht direkt um die Vergebung und um die Begnadigung für seine Nachfolger, sondern er unterstreicht die grenzlose Macht, die Stärke und die Weisheit des Schöpfers. Trotz der Erhabenheit seiner diesseitigen Mission[40] fühlt Jesus in vollem Maße seine Geringfügigkeit angesichts Gottes und unterstreicht bescheiden die Größe des Schöpfers und Seine unbeschränkte Macht.

 

Zusammenfassung

Einer der moslemischen Theologen der Vergangenheit bemerkte: „Vom Gesichtspunkt der Kultur und der Wohlerzogenheit aus kann man die Menschen in drei Kategorien teilen:

1. Die Menschen, die in ihren Bestrebungen auf die Weltlichkeit beschränkt sind. Solche Menschen legen einen besonderen Akzent auf die Redegewandtheit, auf das Auswendiglernen von Wissenschaften und modischen Ausdrücken (eben auf das Auswendiglernen, um dann mit ihrem Wissen in der Gesellschaft zu glänzen), auf das Pauken von Namen der bekannten historischen Persönlichkeiten und einzelnen Poesiefragmenten.

2. Religiöse Menschen. Sie legen einen starken Akzent auf die Erziehung der Seele (der Eigenschaften und der Charakteristiken ihrer Seelen), auf das Training ihrer Körper, auf das Wissen der Grenzen (des Verbotenen) und auf die Fähigkeit, sich von ihren schwachen Seiten und Leidenschaften nicht gängeln zu lassen.

3. Und das höchste Niveau ist die Erkenntnis des Allmächtigen. (Mit dem oben Erwähnten zusammen) schenken sie eine gesteigerte Aufmerksamkeit: (1) der Reinheit des Herzens[41]; (2) einer gehörigen Achtung vor den Geheimnissen (dem Verschweigen der Geheimnisse der Menschen und des Geheimen, das zwischen einem Menschen und dem Allmächtigem Allah besteht; das heißt, sie regulieren ihre Rede und wählen sorgfältig die Worte, die sie sagen); (3) einem strengen Erfüllen ihrer Verpflichtungen (sowohl den Menschen als auch dem Allmächtigen gegenüber); (4) einem sparsamen Umgang mit der Zeit (nicht nur eine theoretische, sondern auch eine praktische Kenntnis des Wertes der Zeit und der Wichtigkeit ihrer vollwertigen Nutzung); (5) der Äußerung der höchsten Wohlerzogenheit beim Erwerben von etwas (beim Erwerben eines neuen Gebäudes, eines Ratschlages, eines Wohlstandes, materieller Güter usw.) sowie während der Vergeistigung und eines geistigen Aufschwungs. Übrigens (6) schenken solche Menschen flüchtigen Gedanken, unsinnigen Phantastereien[42] keine Aufmerksamkeit.[43]

Und zum Schluss kommt ein kleiner, aber sehr wichtiger Strich zu unserem Thema aus der Sunna des Propheten Muhammad (Allahs Friede und Segen sei mit ihm).

Der Gefährte Usama ibn Scharik erzählte: „Wir saßen neben dem Propheten (Allahs Friede und Segen sei mit ihm) als wären Vögel auf unseren Köpfen gesessen (ohne eine einzige Bewegung und hörten dem Propheten sehr aufmerksam zu). Eine Schar von Beduinen kam mit ihren Fragen hinzu. Einige dieser Fragen betrafen die Schwierigkeiten der Ausübung der religiösen Pflichten. Der Gesandte des Allmächtigen erklärte: ,O Leute! Allah hat euch von Schwierigkeiten befreit[44] [und kann ihnen vieles vergeben]. Die Ausnahme ist der Fall, wenn der Eine einen Anderen in seiner Ehre und in seiner Würde kränkt. Das ist eine [sehr schwere, problematische] Sünde und ein Untergang.‘ “[45] Das heißt, der wachsame und fromme Gläubige soll sehr aufmerksam mit seiner Rede sein und mit allem, was einen Anderen in seiner Ehre und in seiner Würde kränken könnte. Das Problem besteht darin, dass solche Sünden nicht durch eine Reue abgewischt werden. Wir werden am Jüngsten Tag für solche Sünden gezwungen sein (wie es aus den glaubwürdigen Hadithen bekannt ist), mit unseren persönlichen guten Taten zu bezahlen. Wenn wir aber solche nicht haben werden, so werden wir gezwungen sein, die Sünden dessen auf uns zu nehmen, wessen Ehre von uns gekränkt wurde.[46]

O Allah! Wahrlich haben wir Verluste erlitten (große Verluste, insbesondere die Verluste, die unser Inneres betreffen, und auch die, die von unserer Rede und unseren Handlungen verursacht sind). Du weißt das besser als wir und Du, o unser Herr, bist der Barmherzigste aller Barmherzigen! Erbarme Dich über uns und erleichtere uns den Prozess der Selbsterziehung und hilf uns, unseren Seelen zumindest Körnchen der Wohlerzogenheit anzuerziehen, die dem Propheten Muhammad (Allahs Friede und Segen sei mit ihm), der als Deine Barmherzigkeit der Welten gesandt wurde, eigen war. Amin.

 
[1] Siehe: den Heiligen Koran, 66:6.
[2] Siehe, z.B., al-Qurtubi M. Al-Dschami‘ ahkam al-Qur’an [Die Sammlung der Errichtungen des Korans]: In 20 B. Beirut: al-Kutub al-‘ilmiya, 1988, B.18, S.127,128; az-Zuhayli W. At-tafsir al-munir [Das erhellende Tafsir]: in 32 B. Damaskus: al-Fiqr, 1991, B.28, S.315,316; al-Kuschayri A. Ar-risala al-kuschayriya. Damaskus: al-Asad, 2000, S.434.
[3] Siehe, z.B., Zaghlul M. Mawsu‘a atraf al-hadith an-nabawi asch-scharif [Enzyklopädie der Grundlagen der edlen prophetischen Äußerungen]: in 11 B. Beirut: al-Fiqr, 1994, B.1, S.190; al-‘Adschluni I. Kaschf al-hafa’ wa muzil al-ilbas: in 2 Teilen, Beirut: Ihya at-turath al-‘arabi, 1351 nach der Hidschra, T.1, S.70, Hadith ¹163; al-Muttaqi A. Kanz al-‘ummal [die Vorratskammer der Arbeiter]: in 18 B. Beirut: ar-Risala, 1985, B.11, S.406, Hadith ¹31895; al-Qurtubi M. Al-Dschami‘ ahkam al-Qur’an. B.18, S.149; as-Suyuti Dsch. Al-dschami‘ as-saghir [Die kleine Sammlung]. Beirut: Al-Kutub al-‘ilmiya, 1990, S.25, Hadith ¹310, „sahih“. Als Imam as-Suyuti über die hohe Glaubwürdigkeit dieses Hadithes sprach, wahrscheinlich meinte er die absolute Glaubwürdigkeit seines Sinnes, was auch alle kompetenten Muhaddithe bestätigten. Was den Isnad betrifft, so enthalten alle Isnade Störungen, obwohl es Riwayate von ‘Ali ibn Abu Talib, Ibn Mas‘ud, Abu Bakr u.a. gibt. Ausführlicher siehe: al-‘Adschluni I. Kaschf al-hafa’ wa muzil al-ilbas. T.1, S.70,71, Hadith ¹163 und Erläuterungen dazu.
[4] Hadith von Anas ibn Malik; Hadith-Sammlung von al-Buchari. Siehe: al-‘Askalani A. Fath al-bari bi scharh sahih al-buchari [Die Eröffnung vom Schöpfer (für Menschen im Verständnis des Neuen) durch die Kommentare zur Hadith-Sammlung al-Buchari]: In 18 B. Beirut: al-Fiqr, 1996, B.12, S.68, Hadith ¹6031.
[5] Hadith von Anas ibn Malik; Hadith-Sammlung von Muslim. Siehe: an-Nawawi Y. Sahih muslim bi scharh an-nawawi [Hadith-Sammlung von Imam Muslim mit Kommentar von Imam an-Nawawi] In 10 B., Beirut: al-Kalam, 1987, B.8, S.76, Hadith ¹51-(2309).
[6] Hadith von Dschabir ibn ‘Abdulla; Hadith-Sammlung von Muslim. Siehe: an-Nawawi Y. Sahih muslim bi scharh an-nawawi. B.8, S.78, Hadith ¹56-(2311).
[7] Hadith von Abu Hurayra; Hadith-Sammlung von Muslim. Siehe: an-Nawawi Y. Sahih muslim bi scharh an-nawawi. B.8, S.83, Hadith ¹65-(2318).
[8] „Wahrlich, ihr habt an dem Gesandten Allahs ein schönes Vorbild.“ (Siehe: den Heiligen Koran, 33:21).
[9] Hier ist das Wort „muchatil“ verwendet, das ausführlich so erklärt wird: „der Betrüger, der die Nachlässigkeit und die Unaufmerksamkeit der Menschen zu seinem Gunsten ausnutzt, wie ein Jäger, der auf das Wild lauert“. Siehe: Ibn Mandhur. Lisan al-‘arab [Die Sprache der Araber]: In 18 B., Beirut: Sadir, 1994, B.11, S.199.
[10] Hier ist das Wort „muwarib“ verwendet, das ausführlich so erklärt wird: „ein gewandter Schlauer, der mit seiner Gewandtheit den Anderen das Böse zufügt“, auch – „das Raubtier, das seine Opfer mit der Gewandtheit und mit der Schlauheit in seine Höhle hereinlockt“. Siehe: Ibn Mandhur. Lisan al-‘arab [Die Sprache der Araber]: In 18 B., Beirut: Sadir, 1994, B.1, S.786.
[11] Siehe: Al-Karam A. Diwan amir al-mu’minin al imam ‘ali ibn abu talib [Die Gedicht-Sammlung des Gebieters der Rechtgläubigen Imam ‘Ali ibn Abu Talib]. S.14.
[12] Siehe: den Heiligen Koran, 5:105.

Ausführlicher siehe, z.B., al-Qurtubi M. Al-Dschami‘ ahkam al-Qur’an [Die Sammlung der Errichtungen des Korans]: In 20 B. Beirut: al-Kutub al-‘ilmiya, 1988, B.6, S.105; al-Burusuwi I. (gestorben in 1137 nach der Hidschra). Tanwir al-azhan min tafsir ruh al-bayan (bi ichtisar wa tahqiq asch-schaych as-sabuni): in 4 B., Damaskus: al-Kalam, 1988, B.1, S.450,451; az-Zuhayli W. At-tafsir al-munir [Das erhellende Tafsir]: in 32 B. Damaskus: al-Fiqr, 1991, B.7, S.91-94.

[13] Al-Hasan ibn Yasar al-Basri (21-110 nach der Hidschra; 642-728). Der bekannte Faqih, Muhaddith, Mufassir. Der Theologe der ersten Generation nach dem Tode des Propheten. Er war der Imam (der geistliche Führer) der Stadt Basra und galt als der gelehrteste Mensch seiner Zeit.

Er ist in der erleuchteten Medina geboren. Er wuchs auf unter der Fürsorge des Imams ‘Ali ibn Abu Talib. Er war wegen seiner Redegewandtheit, seiner Weisheit und seinem Mut berühmt. Er ist in Basra gestorben. Siehe: Az-Zirikli H. Al-a‘lam. Qamus taradschim: in 8 B. Beirut: al-‘Ilm lil-mala’in, 1986, B.2, S.226, 227.

[14] Abdulla ibn al-Mubarak ibn Wadich al-Hansali (118-181 nach der Hidschra; 736-797). Ein bekannter Faqih-Theologe, Muhaddith, Mufassir, Historiker und Sprachwissenschaftler. Der Autor einer Mehrzahl der Werke, darunter: Kitab az-zuhd, As-sunan fi al-fiqh, Kitab at-tafsir, At-tarich, Al-birr wa as-sila u.a. Dieser Gelehrte war immer unterwegs, das war eine seiner Haupteigenschaften. Siehe: Az-Zirikli H. Al-a‘lam. Qamus taradschim: in 8 B. Beirut: al-‘Ilm lil-mala’in, 1986, B.4, S.115; ‘Umar Rida Kahala. Mu‘dscham al-mu’allifin. B.2; S.271, ¹8178.
[15] Abu Hafs ‘Umar al-Haddad an-Nisaburi (gestorben in 267 nach der Hidschra). Einer der Theologen-Sufis in der islamischen Geschichte. Er sprach: „Sünden sind Botschaften der Gottlosigkeit, ähnlich wie das Fieber eine Botschaft des Todes ist.“ „Wer seine Taten mit Kriterien des Korans und der Sunna nicht einschätzt (ihre Übereinstimmung mit der Heiligen Schrift und mit dem Nachlass des Propheten nicht überprüft) und sich zu seinen Gedanken kritisch nicht verhält, den halten wir nicht für einen Gelehrten.“ Siehe: Al-Ashabani A. (336-430 nach der Hidschra; 948-1038). Hilyatul-awlia’: in 10 B., Beirut: al-Kitab al-‘arabi, 1967, B.10, S.229, 230; al-Kuschayri A. Ar-risala al-kuschayriya. S.81.
[16] Abu Kasim al-Dschunayd ibn Muhammad al-Baghdadi (gestorben in 297 nach der Hidschra; 910). Ein bekannter Theologe-Sufi, der Anhänger „der goldenen Mitte“ (des Korans und der Sunna) im Sufismus, wofür er von allen, die ihn kennten, geachtet wurde. Man zitiert oft seine Worte: „Wer den Koran nicht erlernt hat, wer nicht schreibt (die Sunna nicht erlernt) und religiöse Kenntnisse (fiqh) nicht erwirbt, so darf man ihm nicht in Fragen des Sufismus folgen.“ In der religiösen Praxis war er ein Anhänger des schafiistischen Madhhabs. Er ist in Bagdad geboren, lebte dort und ist dort gestorben. Siehe: Az-Zirikli H. Al-a‘lam. Qamus taradschim: in 8 B. Beirut: al-‘Ilm lil-mala’in, 1986, B.2, S.141; al-Kuschayri A. Ar-risala al-kuschayriya. Damaskus: al-Asad, 2000, S.86-88.
[17] Abu al-Fayd Dhun-nun al-Misri (gestorben in 245 nach der Hidschra). Er ist einer der Theologen-Sufis in der islamischen Geschichte. Er sprach: „Wer mit Umsicht auf Ergebnisse handelt (berücksichtigt, worin ihn seine Taten und Handlungen führen mögen), der rettet sich (nach der Barmherzigkeit des Allmächtigen vor vielem Bösen und vor Vergehen).“; „Ein echter Diener des Allmächtigen (al-‘ubudiya) soll immer Sein echter Diener sein, wie auch der Allmächtige immer und in beliebigen Umständen sein Herr ist.“ Siehe: al-Kuschayri A. Ar-risala al-kuschayriya, S.57.
[18] Siehe: al-Karam A. Diwan amir al-mu’minin al-imam ‘ali ibn abu talib. S.17.
[19] Siehe: al-Karam A. Diwan amir al-mu’minin al-imam ‘ali ibn abu talib. S.48.
[20] Hadith von Abu Hurayra; Hadith-Sammlungen von al-Buchari, Mislim, an-Nasai, Abu Dawud, Ibn Abu Schayba u.a. Siehe, z.B., al-Amir ‘Alaud-din al-Farisi. Àl-ihsan fi taqrib sahih ibn habban [Edle Tat in der Annäherung (zu den Lesern) der Hadith-Sammlung von Ibn Habban]: In 18 B. Beirut: ar-Risala, 1991, B.1, S.375,376, Hadith ¹159, „sahih“.
[21] Siehe: den Heiligen Koran, 50:16.
[22] Muhammad ibn Sirin al-Basri al-Ansari (33-110 nach der Hidschra; 653-729). Ein bekannter Theologe-Faqih, Muhaddith, Mufassir, ein Traumdeuter. Ein Theologe der ersten Generation nach dem Tod des Propheten. Er lernte bei Anas ibn Malik und bei anderen Gefährten. Er war wegen seiner Kenntnisse bekannt, Träume zu deuten. Siehe: ‘Umar Rida Kahala. Mu’dscham al-mu’allifin. B.3, S.338, ¹13577.
[23] In meiner Familie, in meinem Vermögen und in meiner Gesundheit.
[24] Siehe: den Heiligen Koran, 21:83.
[25] Eine der wichtigsten Voraussetzungen, dass Bittgebete-du‘a angenommen werden, ist eine vollkommene Überzeugung in der Allwissenheit des Schöpfers, in Seiner vollen Informiertheit, in Seiner grenzenlosen Barmherzigkeit und auch eine feste Zuversicht, dass auf das Bittgebet eine Antwort kommt. Solch ein Sinn des Verhaltens zu einem Bittgebet ist in vielen Koran-Versen und Hadithen anwesend.
[26] Die Riwaya, die über die 18-jährige Dauer dieser Schwierigkeiten und Prüfungen spricht, ist am glaubwürdigsten. Siehe, z.B., az-Zuhayli W. At-tafsir al-munir [Das erhellende Tafsir]: in 32 B. Damaskus: al-Fiqr, 1991, B.18, S.112.
[27] Audführlicher siehe, z.B., az-Zuhayli W. At-tafsir al-munir, B.18, S.108-112, auch B.23, S.205-209.
[28] „…Er (der Prophet Hiob) war ein vortrefflicher Diener (des Herrn). Wahrlich war er dem Allmächtigen mit dem Flehen um die Vergebung zugewandt.“ (Siehe, den Heiligen Koran, 38:44). Um den Sinn dieses Begriffs („war er dem Allmächtigen mit dem Flehen um die Vergebung zugewandt“) in der Praxis besser zu verstehen, lohnt es sich, den Artikel „Die Reue“ aus der Serie „Die Welt der Seele“ durchzulesen.
[29] Das Wort „Wir“, das im Koran gebraucht wird, weist auf die Größe des Schöpfers, aber auf keinen Fall auf Seine Vielfalt.
[30] Er und seine Gattin wurden jünger, nachdem sie aus einer heilsamen Quelle getrunken und sich gewaschen hatten. In nachfolgenden Jahren waren bei ihnen doppelt soviel Kinder geboren als vorher. Alle materiellen Güter wurden wiederhergestellt und vergrößerten sich.
[31] Die Ermahnung – nie an der Vergebung Allmächtigen Allahs verzweifelt zu sein, nie in Seiner Barmherzigkeit verzweifelt zu sein, nicht mit der Erwartung zu leben, dass jemand mit dir Mitleid hat, sondern der Barmherzigkeit des Schöpfers und Seiner Allwissenheit zugewandt zu sein.
[32] Siehe: den Heiligen Koran, 21:84.
[33] Yunus begab sich über das Meer, um Siedlungen und Städte zu suchen, die für seine Predigten empfänglicher würden. Er wurde über Bord gespült und nach einer Weile wurde er von einem riesengroßen Wal verschluckt. Gerade in der dichten Finsternis des Walmagens, des Meeres und der Nacht wandte er sich an den Allmächtigen mit der Reue und mit dem Flehen.
[34] Ich hatte nicht Recht, indem ich mein Volk aus dem Grund verlassen hatte, dass es auf meinen Ruf nicht geantwortet hatte.

Einige Ausleger des Heiligen Korans meinen, dass Yunus kein Prophet, sondern einer der frommen Gerechten war. Erstens wurde er nicht im Koran eindeutig als Prophet oder Gottesgesandter erwähnt, zweitens, der Zorn, der ihn überwältigte, wurde zum Grund, infolge dessen er die ihm auferlegte Mission nicht erfüllte. Das ist für Propheten nicht eigen. Erinnern Sie sich an Noah, der im Laufe von etwa 950 Jahren zu ermahnen nicht aufhörte und dabei folgte ihm nur ein geringer Teil seines Volkes (siehe: den Heiligen Koran, 29:14). Siehe: Al-Chamsi. Tafsir wa bayan. S.329.

Jedenfalls ist Yunus in der Menschheitsgeschichte eines der größten Vorbilder der aufrichtigen Frömmigkeit vor dem Allmächtigen. Nicht umsonst wurden sein Name und seine Geschichte in der letzten Heiligen Schrift als Ermahnung der Menschen erwähnt.

[35] Yunus wurde sowohl moralisch als auch physisch gerettet. Der Wal, aus dessen Magen er zu Allah flehte, schwamm an das Ufer heran, öffnete seinen Rachen und ließ ihn frei.
[36] Siehe: den Heiligen Koran, 21:87, 88.
[37] Hadith von Sa‘d ibn Abu Waqqas; Hadith-Sammlungen von Ahmad, at-Tirmidhi, an-Nasai, al-Hakim und al-Baihaqi. Siehe: as-Suyuti Dsch. Al-dschami‘ as-saghir [Die kleine Sammlung]. Beirut: Al-Kutub al-‘ilmiya, 1990, S. 256, Hadith ¹4203, Sahih; al-Qari ‘À. Mirkat al-mafatih scharh mischkat al-masabih: In 11 B. Beirut: al-Fiqr, 1992, B.5, S.119, 120, Hadith ¹2292; az-Zuhayli W. At-tafsir al-munir [Das erhellende Tafsir]: in 32 B. Damaskus: al-Fiqr, 1991, B.17, S.118; al-Chamsi M. Tafsir wa bayan. S.329.
[38] Siehe: den Heiligen Koran, 5:116.
[39] Siehe: den Heiligen Koran, 5:118.
[40] Unter den vielen Tausenden von Propheten und Gesandten, die die Menschheit in verschiedenen historischen Perioden zu Gott führten, gehört Jesus (nach Barmherzigkeit des Schöpfers) zu den fünf Bedeutendsten. Diese sind Noah, Abraham, Moses, Jesus und Muhammad.
[41] „Die Reinheit des Herzens“ bedeutet nicht nur, zum Beispiel, mit seinen Worten oder Handlungen anderen gegenüber keine Grobheit zu zeigen, sondern auch Samen der Bosheit und des Hasses in seinem Herzen nicht züchten zu lassen. Die Samen, die in einer Weile in eine Erbitterung oder in ein negatives Verhalten einem Menschen oder einer Gruppe von Menschen gegenüber wachsen können.
[42] Der Prophet Muhammad (Allahs Friede und Segen sei mit ihm) sprach: „der Allmächtige Allah wird nicht meine Nachfolger danach fragen, was ihnen ihre Seelen zuflüsterten (sagten). Und dies bis dass der Mensch dies (zum Beispiel, das Sündhafte oder das Grobe) nicht ausspricht oder etwas nicht tut, sich von seinen sündhaften Überlegungen gängeln lassend.“ (Hadith von Abu Hurayra; Hadith-Sammlungen von al-Buchari, Muslim, Abu Dawud, an-Nasai, at-Tirmidhi, Ibn Madscha u.a.). Siehe: as-Suyuti Dsch. Al-dschami‘ as-saghir. S.106, Hadith ¹1704, „sahih“.

Wenn solche Gedanken im Bewusstsein des Gläubigen entstehen, schenkt er nicht ihrem flüchtigen Erscheinen seine Aufmerksamkeit, sondern wendet er sich zum Allmächtigen mit dem Flehen um die Vergebung und sagt aus der Tiefe seines Herzens „astaghfirulla“ (verzeih mir, mein Herr).

[43] Siehe: Al-Kuschayri A. Ar-risala al-kuschayriya. S.436.
[44] „Der Allmächtige hat euch nichts auferlegt, was euch in der Religion bedrücken könnte (Beschränkungen, kritische Situationen)“ (siehe: den Heiligen Koran, 22:78). Ich betone aber, dass der Schöpfer uns von religiösen Pflichten (das Gebet-Namaz, das Fasten, die obligatorische Almosenabgabe usw.) nicht befreite, aber Er befreite uns von Beschränkungen und Schwierigkeiten. Es gibt in der Religion keine Schwierigkeiten, es gibt eine Leichtigkeit. Und je erfahrener und weiser der Mensch ist, desto mehr fühlt, versteht und sieht er das.

Aber eine echte Schwierigkeit und ein Problem bereitet das, was in diesem Hadith weiter erwähnt wird.

[45] Hadith von Usama ibn Scharik; Hadith-Sammlungen von Ahmad, Ibn Madscha, at-Tabarani u.a. Siehe, z.B., Ahmad ibn Hanbal. Musnad [Hadith-Sammlung]: in 6 B. Beirut: al-Maktab al-islami, 1985, B.4, S.278; al-Amir ‘Alaud-din al-Farisi. Àl-ihsan fi taqrib sahih ibn habban [Edle Tat in der Annäherung (zu den Lesern) der Hadith-Sammlung von Ibn Habban]: In 18 B. Beirut: ar-Risala, 1991, B.2, S.236, 237, Hadith ¹486, „sahih“; at-Tabarani S. Al-mu‘dscham al-kabir: in 25 B. Kairo: Ihya at-turath al-‘arabi, 1985, B.1, S.184, Hadith ¹482; al-Chatib al-Baghdadi A. Tarich Baghdad [Geschichte von Bagdad]: in 19 B. Beirut: al-Kutub al-‘ilmiya, B.9, S.197.
[46] Siehe: al-Banna À. (bekannt als as-Sa‘ati). Al-fath ar-rabbani tartib musnad al-imam ahmad ibn hanbal asch-schaibani [Die Eröffnung (die Hilfe) vom Herrn für die Regelung der Hadith-Sammlung von Ahmad ibn Hanbal asch-Schaibani]: In 12 B., 24 T. Beirut: Ihya at-turath al-‘arabi, B.9, Teil 17, S. 156.
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