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Rauchen

 

Frage. Ist das Rauchen aus dem Gesichtspunkt des Islams verboten? Wenn ja, warum rauchen dann Araber und andere Moslems?

Antwort. Das Tabakrauchen ist aus dem Gesichtspunkt der muslimischen Kanons verboten. Hier sind einige Gründe dafür:

1. Tabakrauchen gehört zu den Handlungen, die eine Abhängigkeit hervorrufen, deswegen wird es in das Verzeichnis der direkten koranischen Verbote eingeschlossen: „...er [der Gesandte Gottes] verbietet ihnen [der Offenbarung vom Schöpfer gemäss] das Böse [das Schlechte, das Bösartige, das Üble, das Abscheuliche – alles, was durch ihre Vorbedingungen, ihre Umstände und ihre Folgen schadet]...“ (siehe, den Heiligen Koran, 7:157).

2. Das Rauchen ist nicht nur bloß eine nutzlose, sondern auch eine krankheitserregende Tat. Es wird in einer jeglichen Gesellschaft als „eine üble Gewohnheit” qualifiziert. Der Prophet Muhammad sagte: „[Im Islam] hat das Zufügen des Schadens, des Nachteils und die Ausübung der Schädigungstätigkeit keinen Platz”.[1] Das heißt das Zufügen des Schadens sich selber und anderen mittels des Rauchens ist den Normen der muslimischen Moral und der muslimischen Sittlichkeit fremd.

3. Das Rauchen zerstört den menschlichen Organismus und vernichtet ihn allmählich. In der Letzten Schrift ist gesagt: „...tötet euch nicht! Wahrhaftig Allah verfährt barmherzig mit euch [Er verschenkt euch mit Seiner Gnade unzählige Güter, aber Er wird am Tag der Abrechnung mit Seiner Gerechtigkeit fragen, wie sie ausgenutzt wurden]”. (siehe, den Heiligen Koran, 4:29).

4. Der Raucher gibt materielle Mittel für etwas aus, was sowohl ihm als auch seiner Umgebung schädlich ist. Im Heiligen Koran ist gesagt: „...sei nicht verschwenderisch [verbrauche Güter nicht sinnlos]. Denn die Verschwender [diejenigen, die ihr Einkommen und Gottesgaben ohne entsprechenden Nutzen leichtsinnig ausgeben, geschweige diejenigen, die etwas ausgeben, was für sie selber und für andere schädlich ist] sind Brüder der Satane [sind ihre Seelenfreunde ihren Geisten und ihren Taten nach], und [der von Gott für Ewigkeit verfluchte] Satan war undankbar gegen seinen Herrn. [Zu solch einer Eigenschaft nähern sich auch diejenigen, die sich mit ihm verbrüdert haben]“. (siehe, den Heiligen Koran, 17:26-27).

In der Heiligen Schrift wird es zweimal betont: „...seid nicht verschwenderisch [gibt nicht dafür aus, was vergeblich ist und um so mehr was schädlich ist]! Wahrlich, Er liebt diejenigen nicht, die nicht maßhalten [die Nichtliebe des Schöpfers kann sich für einen Menschen durch unerwartete Probleme, durch im Alltag oder auf der Arbeit unerwartete Ausgaben, durch Krisen, durch Krankheiten, durch Anfälle äußern. Menschen verwundern sich manchmal über das Erscheinen von unerwarteten Problemen, obwohl sie daran selber schuld sind. Sogar ein einigermaßen gläubiger Mensch, wenn er augenscheinlich sündigt, büßt für seine Sünden bereits in diesem Leben, um sich nicht in der Ewigkeit zu quälen, obwohl etwas auch für den Tag der Abrechnung bleiben kann]“. (siehe, den Heiligen Koran, 6:141; 7:31).

Ein gläubiger Mensch (sei er ein Araber oder ein Türke, ein Russe oder ein Usbeker, ein Franzose oder ein Deutscher) weiß, wonach zu streben. Aber für das Erreichen der gesetzten Ziele ist es nicht genug, über den Schaden und über das kanonische Verbot zu wissen, ein Wunsch und Worte reichen hier nicht aus.

 

II

 

In der islamischen Lehre gibt es solch einen Begriff wie „die fünf wichtigsten Postulate”: Mensch, Vernunft, Religion, Vermögen, Nachkommenschaft.

Das Rauchen fügt allen diesen Wesen riesige Verluste und Schaden zu.

1. Mensch. Es gibt überhaupt keinen Zweifel, dass das Rauchen dem Menschen und seiner Gesundheit sehr schadet. Und damit sind alle Ärzte der Welt einverstanden. Tabak enthält Nikotin, und die moderne Medizin hat bewiesen, dass die tödliche Dosis von Blausäure und die von Nikotin gleich sind und je 0,08 g ausmachen. Wenn ein Mensch nacheinander 20-25 Zigaretten ausraucht, tritt der Tod in 15 Sekunden ein.

Medizinische Quellen stellen fest, dass von Tabak das Herz- und Kreislaufsystem und das Nervensystem zerstört werden, es entwickeln sich bösartige Geschwülste der Mundhöhle, der Bronchien, der Lungen, es entsteht die Impotenz.

Der Raucher hat mit einem langsam wirkenden Gift zu tun und wer raucht, der begeht einen offenbaren Selbstmord, und im Koran ist gesagt: „…tötet euch nicht! Wahrhaftig Allah verfährt barmherzig mit euch”.[2]

2. Vernunft. Der Allmächtige hat uns das Gehirn verliehen, damit wir denken, überlegen, analysieren können. Und kann man denn einen rauchenden Menschen als vernünftig, als denjenigen, der seinen Intellekt richtig verwendet, bezeichnen, wenn er sich selber und seiner Umgebung willkürlich schadet?!

Im modernen Leben mit seinem schnell laufenden Tempo, mit seiner Anstrengung, mit seiner Überforderungen des Nervensystems wenden sich viele, die keine Willenskraft haben, an eine Zigarette, um sich zu entspannen oder um sich aufzumuntern. Die Mehrheit von ihnen behauptet, dass eine ausgerauchte Zigarette ihre Arbeitsfähigkeit erhöht und hilft, die Müdigkeit zu bekämpfen. Diese Überzeugung, die auf der subjektiven Empfindung einer gewissen Erhöhung der Stimmung beruht, die mit einer kurzfristigen Erweiterung der Gehirngefäße übereinstimmt, entspricht der wahrhaften Lage der Dinge nicht. Die Experimente, die von verschiedenen Forscher durchgeführt sind, haben aufgezeigt, dass der Tabakrauch nicht erleichtert, sondern die Gehirnarbeit erschwert, es werden eine Minderung des Gedächtnisses und der Aufmerksamkeit, eine Verschlechterung des Augenmaßes usw. festgestellt.

3. Religion. Zum Beispiel gibt es die Menschen, die im Monat Ramadan nicht fasten. Der Grund dazu: sie können nicht ohne Zigaretten leben! Angeblich beruhigt und unterstützt sie das Rauchen. Und manche, wenn sie den Aufruf zum abendlichen Gebet („Maghrib“) hören, laufen sofort, mit diesem Gift ihr Fasten zu brechen. Das Rauchen regt einen Menschen auch zur Übertretung der Verbote Gottes an: zur Verschwendung (zur nicht vernünftigen Ausgabe der finanziellen Mittel), zum Zufügen von Schaden für andere, zur Missachtung seiner sowohl weltlichen als auch religiösen Pflichten.

4. Nachkommenschaft. Das Rauchen führt zur Impotenz. Außerdem ist es bewiesen, dass die Kinder, die in einer Umgebung von Rauchern aufwachsen, für verschiedene Krankheiten vielfach mehr anfällig sind als andere Kinder. Die Kinder, die ihre Eltern rauchen sehen, streben danach, sie nachzuahmen, da sie dies als ein Merkmal des Mutes und der Volljährigkeit halten. Die Dosis von Nikotin, die man beim Rauchen bekommt, ist viel zu niedrig, um eine Vergiftung hervorzurufen. Es besteht jedoch ein erhöhtes Risiko der schweren Vergiftung für Kinder. Wenn das Kind in einer Wohnung lebt, wo einer der Familienangehörigen 1-2 Schachteln Zigaretten raucht, so findet man im Urin des Kindes die Nikotinmenge, die 2-3 Zigaretten entspricht.

5. Vermögen. Wenn ein Raucher Zigaretten kauft, so gibt er das Geld für etwas aus, das ihm weder in diesem Leben noch im Jenseits Nutzen bringen wird, sondern im Gegenteil nur schaden wird. Alle muslimischen Gelehrten sind darin einig, dass die Ausgabe des Geldes für Schädliches haram (verboten) ist.

Eines der schrecklichsten Merkmale dieses Leidens ist der Verlust der Freiheit, das Unterjochen seiner Seele, seines Willens und seines Geistes durch dieses abscheuliche Leiden.

 

III

 

Es ist wichtig zu bemerken, dass wenn muslimische Gelehrte der Vergangenheit das Tabakrauchen zulässig genannt hatten, so existierten solche Meinungen nur solange, bis in der Weltmedizin der Schaden des Rauchens für einen Raucher und für seine Umgebung offensichtlich wurde und wissenschaftlich begründet wurde.

Nachdem die weltwissenschaftliche Gesellschaft zur eindeutigen Meinung in dieser Frage gekommen ist und statistische Daten über die Maßstäbe des Schadens, der der Gesundheit des Rauchers und seiner Umgebung zugefügt wird, erschienen sind, ist es nicht mehr möglich, vom Gesichtspunkt der muslimischen Kanons über eine Zulässigkeit oder eine Erlaubtheit des Rauchens zu sprechen. Das Tabakrauchen ist verboten (haram) und andere Meinungen, Herangehen, Auslegungen in dieser Frage sind eine Schwäche des Willens oder der Vernunft.

 

IV

 

Das Tabakrauchen ist eine der am meisten verbreiteten üblen Gewohnheiten (in Europa seit 16. Jahrhundert und im Russland seit 17. Jahrhundert)[3], die die Gesundheit des Rauchers und seiner Umgebung negativ beeinflusst, die Entwicklung der Krankheiten des Herzes, der Blutgefäße, des Magens, der Lungen fördert. Der Tabakrauch enthält kanzerogene Stoffe.

Hier sind nur einige wissenschaftliche Schlussfolgerungen, die die kanonische Begründetheit des Rauchverbots bestätigen:

1. Die wissenschaftlichen Kreise erkennen an, dass der Alkoholgebrauch und das Rauchen einen langsamen Selbstmord bedeuten, aber wenn ein Mensch diese zwei schädlichen Gewohnheiten vereint, so wird der Schaden seiner Gesundheit drastisch verstärkt. Dabei wird die schädliche Wirkung nicht sofort, sondern nur allmählich offenbar, in der Regel in 10-20 Jahren nach dem Beginn des Rauchens.

2. Nikotin wird aus dem säurehaltigen Rauch der Zigaretten in den Lungen absorbiert. Der alkalische Rauch von Tabak aus Pfeifen und Zigarren ermöglicht, Nikotin durch die Schleimhaut im Mund zu absorbieren. Die Absorption[4] durch Lungen ist schneller. Aus den Lungen dringt Nikotin schnell ins Blut und ins Gehirn. Nikotin wirkt durch spezielle Zellenbildungen oder Rezeptoren, die an Kontaktstellen zwischen Nervenzellen bzw. Nervenzellen und anderen Zellen (wie Sinnes-, Muskelzellen) liegen, oder Synapsen. Diese Rezeptoren sind fähig, Nikotin zu unterscheiden und darauf zu reagieren. Als Ergebnis ändert sich die Arbeit der Synapse, das heißt die Sendung des Nervenimpulses, der den Zustand der Gefäße, des Muskelgewebes, der exokrine oder endokrine Drüsen verwaltet, wird verzerrt. Wenn die Rezeptoren die Anwesenheit von Nikotin signalisieren, steigt der Blutdruck, und wird der peripherische Blutkreislauf verlangsamt. Die Gehirnwellen ändern sich, und es wird ein Impuls einer ganzen Reihe der Endokrin- und metabolischen Effekte gegeben. Nikotin erschwert den Lauf einer Reihe von Krankheiten, z.B. Arteriosklerose, Hypertonie, Gastritis u.a. Bei solchen Erkrankungen wie Magengeschwür, Phlebitis, Herzinfarkt ist die Genesung ohne Verzicht auf das Rauchen unmöglich.

Nikotin erhöht den Arteriendruck, dadurch wird das Risiko, Ischämie zu bekommen, fünfmal vergrössert.

3. Harz ist der gefährlichste der chemischen Stoffe der Zigaretten. Menschen rauchen hauptsächlich wegen der Einwirkung von Nikotin auf das Gehirn, sie sterben aber hauptsächlich wegen der Einwirkung von Harz. Wenn der Rauch in den Mund als ein konzentriertes Aerosol gerät, bringt er in einem Kubikzentimeter Millionen von Teilchen mit. Je nach der Abkühlung wird er kondensiert und bildet das Harz, das sich in den Atmungswegen der Lungen absetzt. Harz ist der Stoff, der Krebs[5] und Lungenerkrankungen verursacht. Harz ruft eine Paralyse des Reinigungsprozesses in Lungen hervor und schädigt die Lungenbläschen. Es verringert auch die Effektivität des Immunsystems.

4. Kohlenstoffmonoxid ist das farblose Gas, das in hoher Konzentration im Zigarettenrauch enthalten. Seine Fähigkeit, sich mit Hämoglobin zu verbinden, ist 200 Mal höher, als dies bei Sauerstoff der Fall ist, und deshalb ersetzt es Sauerstoff. In diesem Zusammenhang verringert das erhöhte Niveau von Kohlenstoffmonoxid die Fähigkeit des Blutes eines Rauchers, Sauerstoff zu transportieren, was sich auf das Funktionieren aller Gewebe des Organismus auswirkt. Das Gehirn und die Muskeln (einschließlich der Herzmuskel) können nicht mit ihren vollen Kräften ohne ausreichende Versorgung mit Sauerstoff arbeiten, und, um die Senkung des Zustroms von Sauerstoff in den Körper auszugleichen, sind das Herz und die Lungen gezwungen, unter größerer Belastung zu arbeiten, was Probleme mit dem Blutkreislauf verursacht. Kohlenstoffmonoxid schadet auch Arterienwänden und vergrössert das Risiko der Verengung der Koronargefäße, was zu Herzanfällen führt.

5. Es wird immer schwieriger, den Teil des Organismus zu finden, dem das Rauchen nicht schaden würde. Außerdem zeigen die letzten Forschungen von japanischen Wissenschaftlern auf, dass der Nikotingeruch nicht nur auf den Raucher, sondern auch auf seine Nachkommenschaft einwirkt. Und dabei nicht nur auf die nicht geborenen Kinder, sondern auch auf die nicht empfangenen. Zahlreiche Experimente haben bestätigt, dass die Geschlechtszellen, die die männliche Y-Chromosomen tragen, gegen die Einwirkung von Tabak viel empfindlicher sind, als diejenigen, die die weiblichen X-Chromosomen tragen. Die Empfindlichkeit prägt sich dabei äußerst einfach aus: die Zellen kommen um. Und das bedeutet, dass die Chancen eines rauchenden Mannes, einen Sohn zu empfangen, stark reduziert werden. Übrigens, sind sie bei einem nicht rauchenden Mann, der einen Erben von einer rauchenden Frau zu bekommen wünscht, auch nicht hoch.

Das Rauchen kann einen Menschen auch zur Unfruchtbarkeit führen: Kohlenstoffmonoxid zerstört den normalen Blutkreislauf in Geschlechtsorganen und Geschlechtsdrüsen. Deshalb leidet die Gesundheit der noch nicht geborenen Kinder, viele von ihnen erblicken das Licht der Welt wegen des Rauchens ihrer Eltern nicht. Dabei potenzieren einander die Wirkung des Rauchens und die des Alkohols, das heißt bei den Männern, die gleichzeitig sowohl rauchen, als auch Alkohol missbrauchen, sinken die Kennziffern der Fruchtbarkeit im Vergleich zu „reinen“ Rauchern oder zu Alkoholikern nicht 2-fach, sondern 3-4-fach.

Die Forschungen der Wissenschaftler der Universität Buffalo haben auch bestätigt, dass das Rauchen reproduktive Fähigkeiten eines Menschen bedeutend verringert. Durchschnittlich ist das Sperma der chronischen Raucher fast um 75 % qualitativ geringer, als das von Nichtrauchern. Zwei Drittel der Spermaanalysen bei Rauchern bestehen die Tests nicht und sind für die künstliche Befruchtung untauglich. Selbst wenn das verbleibende Drittel zur Befruchtung tauglich ist, so kann man die Gesundheit des Kindes sicherlich nicht ausgezeichnet nennen.

6. Die rauchenden Mädchen und Frauen sind mehr als Männer der Gefahr unterworfen. Das Rauchen ist die Ursache des vorzeitigen Alterns: die Verschlechterung der Blutversorgung und der Sättigung von Sauerstoff trägt zum frühen Welken der Haut bei, der Tabakrauch setzt sich auf die Haut und hinterlässt einen unangenehmen Geruch und verstopft Poren, die Haare werden wegen der Ansammlung des Rauchs und des Austrocknens der Kopfhaut brüchig, infolge des ständigen Reizes des Augapfels vom Rauch entwickelt sich oft Konjunktivitis, Nikotin und Harze führen zur Entfärbung der Zähne, es wird die Wahrscheinlichkeit der Erkrankung des Zahnfleisches erhöht, es erscheint der unangenehme Geruch aus dem Mund, die Stimme verändert sich, rauchende Frauen haben häufiger Falten und graue Haare. Rauchende Frauen brauchen mehr Zeit, um schwanger zu werden, und Fehlgeburten passieren bei ihnen häufiger.

7. Ein Kind, ein Jugendlicher ist bedeutend empfindlicher, verwundbarer gegen die Wirkung von jeglichen schädlichen Stoffen einschließlich Tabakgiften, als ein erwachsener Mensch. Bei rauchenden Kindern ändern sich vor allem Funktionen des Zentralnervensystems und des Herz- und Kreislaufsystems. Solche Kinder werden leicht erregt, aufbrausend, gereizt, unaufmerksam. Allmählich entwickelt sich die Abhängigkeit von Tabak und wenn es keine Zigarette gibt, so erscheint der Zustand des Unbehagens, was als Unruhe ausgeprägt wird. Amerikanische Wissenschaftler haben festgestellt, dass bei rauchenden jungen Männern das Gedächtnis verringert wird, es wird das Lernen von Texten erschwert. Es wurde festgestellt, dass 50% der rauchenden Schüler schlecht lernen. Bei rauchenden Jugendlichen werden Stoffwechselprozesse im Organismus zerstört, besonders die Assimilation der Vitamine A, Â1, Â6, Â12, und das Vitamin C wird vernichtet. Das hat zur Folge, dass die allgemeine Entwicklung gebremst wird und dass das Wachsen verzögert wird. Wegen des Rauchens entwickeln sich oft die Blutarmut und auch die Kurzsichtigkeit. Es erscheinen Entzündungsprozesse im Nasenrachenraum. Das Rauchen im frühen Alter verschlechtert das Gehör, deshalb hören rauchende Kinder in der Regel niedrige Töne schlechter.

8. Passives Rauchen. In der letzten Zeit erscheinen immer mehr Mitteilungen darüber, dass das sogenannte passive oder zwangsläufige Rauchen bei Nichtrauchern zur Entwicklung derselben Krankheiten beiträgt, die den Rauchern eigen sind. Das Risiko, das mit dem zwangsläufigen Rauchen und mit dem Verbleiben im Tabakrauch verbunden ist, der tausende chemische Stoffe enthält, ist zweifellos hoch. Eine angezündete Zigarette ist im Laufe von ihrem „kurzen Leben” eine Quelle des Nebenstroms des Rauchs (außer dem Hauptstrom, den die Raucher „genießen“), der auf die Umgebung wirkt und sie zum passiven Rauchen und der Einatmung von schädlichen Stoffen zwingt. Die Daten zeugen davon, dass der passive Raucher, der sich in einem Raum mit aktiven Rauchern befindend, im Laufe einer Stunde die Dosis von gasförmigen Bestandteilen des Tabakrauchs einatmet, die dem Ausrauchen der Hälfte einer Zigarette entspricht. Der Aufenthalt in einem geschlossenen Raum, wo man raucht, führt im Laufe von acht Stunden zur Einwirkung von Tabakrauch, der dem Rauchen von mehr als 5 Zigaretten vergleichbar ist.

Heutzutage ist es bewiesen, dass das passive Rauchen ein wichtiger Risikofaktor der Entwicklung des Lungenkrebses ist. Es ist eine statistisch glaubwürdige Abhängigkeit von der Zeit des Aufenthalts in verrauchten Räumen festgestellt, da der Nebenstrom des Rauchs eine höhere Konzentration von Kanzerogenen enthält als der Hauptstrom, der von einem aktiven Raucher eingeatmet wird.

9. laut den neuesten Daten enthält der Tabakrauch 4720 Komponenten, von denen mehr als 200 giftig sind! In erster Linie sind das chemische Stoffe: Harz, Nikotin, Benzpyren usw. Danach folgen Gase: Kohlenstoffmonoxid, Ammonium, Formaldehyd, Cyanwasserstoff usw. Während der Schaden, der von Nikotin verursacht wird und der auf das Gehirn einwirkt, schon überall bekannt ist, so werden die verhängnisvollen Auswirkungen der Tabakharze, die die Reinigungsprozesse in Lungen lähmen, die Immunität verringern und den Krebs verursachen, in der Gesellschaft noch nicht breit bekannt gemacht.

98% der Todesfälle von Kehlkopfkrebs, 96% der Todesfälle von Lungenkrebs, 75% der Todefälle von der chronischen Bronchitis und vom Lungenemphysem, 25% der Todefälle von der Ischämie sind vom Rauchen verursacht.

10. Das Rauchen ist neben dem Alkoholismus, dem Traumatismus, der Tuberkulose eine Krankheit des Jahrhunderts. Am Missbrauch von Alkohol stirbt alle 4-5 Tage ein Mensch von einer Million, durch Autokatastrophen alle 2-3 Tage, und vom Rauchen – alle 2-3 Stunden. Infolge des Rauchens und des Alkoholmissbrauchs sterben jährlich mehr als 3 Millionen der Bewohner des Planeten.

 

Fragen zum Thema

 Frage. Vor kurzem bin ich zum Islam übergetreten. Ich faste zum ersten Mal. Ich rauche seit mehr als 12 Jahren, alle meine Versuche, das Rauchen aufzugeben, sind misslungen. Es gelingt mir nicht, bis zum Sonnenuntergang nicht zu rauchen, was soll ich tun? Vielleicht soll ich auf das Fasten verzuchten, da ich die Fastenregeln verletze, wenn ich während des Tages rauche? N.

Antwort. Was ist zu tun? Alles ist einfach, man muss die Willenkraft zeigen, man muss wirklich die feste Absicht hegen, nicht zu rauchen. Sie sind doch ein Mann. Fasten Sie und schaffen Sie keine künstlichen Hindernisse. Zu tun ist ebenso leicht, wie auch zu sagen, man muss nur einen Willen und ein bißchen Geduld haben. Gott zu Hilfe.

 

Frage. Wie muss man davon halten, wenn die Ehefrau (selten) raucht? À.

Antwort. 1. Die moderne Wissenschaft sagt, dass in diesem Fall die Geburt eines Sohnes wenig wahrscheinlich ist. Wenn ein Kind geboren wird, so sind das nur Mädchen, deren Gesundheit in Frage steht.

2. Wenn der Ehemann-Moslem raucht, so ist es vom kanonischen Standpunkt bloß abscheulich und für seine Hausangehörigen äußerst schädlich. Die moderne Wissenschaft sagt, das Rauchen sei zehnfach schädlicher, als wenn man Auspuffgase unmittelbar von einem Auspuffrohr des Autos einatmet. Die moderne Statistik stellt fest, 12% der Todesfälle in der Welt kommen sind durch das Rauchen verursacht.. Und darüber, was Selbstmord aus dem Gesichtspunkt der islamischen Kanons bedeutet, sind Sie hoffentlich informiert.

Die moderne Wissenschaft und die Medizin klagen darüber und über viel anderes „vor aller Ohren“.

Das betrifft Männer (Ehemänner), aber wenn eine Ehefrau, eine künftige oder eine jetzige Mutter ihrer Kinder raucht, so bin ich hier einfach sprachlos! Das sprengt schon den Rahmen der Vernunft und der Moral. Es ist schade um ihren Ehemann, sehr schade. So ihren Ehemann und ihre Familie zu missachten?!

 

Frage. Meine Bekannte raucht und glaubt nicht, dass es sündhaft ist. Sie behauptet, dass darüber im Koran nichts gesagt ist. Ich möchte Sie bitten, genau zu schreiben, ob man rauchen darf oder ob das  verboten ist. M.

Antwort. Das Rauchen ist verboten (haram). Die Hauptbegründung dafür sind Schlussfolgerungen der modernen Wissenschaft und der Medizin.

Im Koran wird über das Rauchen aus jenem einfachen Grund nicht berichtet, da im Laufe seiner Offenbarung solch ein Begriff wie „Zigarren-“ oder „Zigarettenrauchen“ nicht existierte.

Seien Sie vernünftig! Die moderne Wissenschaft „klagt vor aller Ohren“: „Es ist kein menschliches Organ geblieben, das unter dem Zigarettenrauchen nicht leiden würde!” Ich sage noch gar nichts über den Schaden, der den Kindern und der Umgebung zugefügt wird.

Der Raucher ist der Selbstmörder, der sich diese Gewalttat allmählich antut. Und da das Rauchen eine narkotische Einwirkung auf das Gehirn und auf das Zentralnervensystem ausübt, so können sich von dieser Abhängigkeit nur willensstarke und vernünftige Menschen befreien.

 

Frage. Wird der Zustand der rituellen Reinheit gestört, nachdem man geraucht hat?

Antwort. Das Rauchen gehört nicht dazu, was den Zustand der rituellen Reinheit stört, aber es wäre wünschenswert, den Mund zu spülen.

Heute, wo die Wissenschaft die sehr schädliche Wirkung des Rauchens bewiesen hat, sind zwei Sachen nicht vereinbar: das Rauchen und die Frömmigkeit. Und wenn dazu noch der Schaden hinzugezählt wird, der der Umgebung zugefügt wird, so kann der Mensch, der an die Wahrhaftigkeit des Tags der Abrechnung glaubt und davon überzeugt ist, dass der Beleidiger für jegliche Kränkung, die er anderen zugefügt hat, bestraft wird, bewusst nicht zu den Rauchern gehören.

Die überwiegende Mehrheit der modernen Islamswissenschaftler unter Berücksichtigung der wissenschaftlichen Errungenschaften und der Normen des Korans und der Sunna haben das islamische Rechtsgutachten (Fatwa) über den Verbot (haram) des Rauchens abgegeben.

 

Frage. Ich bin aus der Stadt Bischkek. Ich habe folgende Frage: ist das Tabakrauchen sündhaft? Und wenn ja, so ist die Sünde groß? Danke im Voraus. N.

Antwort. Ja, das ist eine Sünde. Die Größe und das Ausmass der Sünde, besonders in diesem Fall, hängen von den Umständen und den Folgen ab.

 

Frage. Warum gibt es kein Hadith (keine Äußerungen des Propheten Muhammad) über den Schaden des Rauchens? Ò.

Antwort. Was eigentlich Worte des Propheten (Allah Friede und Segen sei mit ihm) zum gegebenen Thema betrifft, so konnte er nichts darüber sagen, da in seiner Zeit die Begriffe „Rauchen, „Zigarette“, „Tabak“ nicht existierten.

 


[1] Siehe, zum Beispiel: As-Sujuty G. Al-dshami‘ as-sagyr [Die kleine Sammlung]. Beirut: àëü-Kutub al-‘ilmijja, 1990, S. 585, Hadith ¹9899, „hasan”.

[2] Siehe: den Heiligen Koran, 4:29.

[3] Nachdem Christoph Kolumbus und seine Gefährten in 1492 an Stelle des erwünschten Indiens „zufällig“ nach Amerika geraten waren, wurden sie zu den ersten Rauchern in Europa. Sie brachten Tabak nach Europa als das wundertätige Arzneimittel, das beruhigt und Kopfschmerzen und Müdigkeit bekämpft.

[4] Die Absorption bedeutet die Aufnahme eines Stoffes in den Körper.

[5] Es kommt unwillkürlich ins Gedächtnis eine einmal in Massenmedien breit beleuchtete Geschichte eines Amerikaners, der an Lungenkrebs erkrankt hat und danach bei der größten Tabakgesellschaft „Philip Morris“ 100 Millionen US-Dollar gerichtlich erzielen konnte. Nachdem er mit 13 Jahren mit dem Rauchen begonnen hatte, rauchte er im Laufe vieler Jahre bis zu zwei Schachtel Zigaretten pro Tag. In seiner Klage erklärte er, dass er ein Opfer der Werbekampagne geworden war, die das Rauchen als eine raffinierte und angenehme Beschäftigung dargestellt hatte und die Informationen über die damit verbundenen Gefahren für die Gesundheit verborgen hatte.

 

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