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KÜNFTIGE BEWOHNER DES PARADIESES IM WELTLICHEN LEBEN
IN ERSTER LINIE – GEDULD
Es lohnt sich für einen Menschen, der sich bemüht, im weltlichen Heim vernünftig, pragmatisch und gleichzeitig gewissenhaft zu leben, die Charakterzüge zu kennen, die ihm helfen werden, sowohl in der Weltlichkeit glücklich zu sein, als auch ihn nach dem Segen des Schöpfers zum ewigen Wohl und zum Wohlergehen führen werden. In der siebzehnten Aya der dritten Sure des Heiligen Korans ist zum Beispiel als erster davon Geduld genannt: „[Die Bewohner des Paradieses sind im weltlichen Heim] (1) die Geduldigen [in der Errungenschaft der vor ihnen gestellten Ziele; in der Fähigkeit, negative Emotionen zurückzuhalten, sich von der Stimmung nicht gängeln zu lassen; in der Standhaftigkeit, ihre Verpflichtungen zu erfüllen und offenbare Sünden zu meiden], (2) die Wahrhaften, (3) die Beständigen [sie gehen im Guten und im Gerechten gemäßigt, aber ständig vorwärts], (4) die Freigebigen und (5) diejenigen, die in der Morgendämmerung um Vergebung bitten [das heißt, sie beginnen ihre aktive Lebenstätigkeit bereits früh am Morgen, den Allmächtigen um Seinen Segen in den Werken und um die Vergebung ihrer Sünden und Vergehen flehend].“ (siehe, den Heiligen Koran, 3:17)
DIE ÜBERNOMMENEN VERPFLICHTUNGEN ZU ERFÜLLEN
Bevor man bereit ist, eine Verpflichtung zu übernehmen, ist es wichtig, sich eine einfache Frage zu stellen: kann ich sie erfüllen? Der gläubige Mensch soll im Ideal(!) doppelt aufmerksam sein, wenn er, zum Beispiel, sein Ehrenwort gibt, etwas verspricht, etwas leiht oder einen Vertrag unterschreibt, der Verpflichtungen der Seiten enthält. Im Heiligen Koran ist es gesagt: „[Das Paradies ist denjenigen bestimmt,] die ihr Versprechen Gott gegenüber [in erster Linie – über den Glauben an Ihn] einhalten und den Vertrag nicht brechen [insbesondere den, der in schriftlicher Form bei zwei Zeugen erstellt wurde und Verpflichtungen beider Seiten enthält].“ (siehe, den Heiligen Koran, 13:20)
„Haltet die Verpflichtungen ein; denn über die Versprechen und über die Verpflichtungen muss Rechenschaft [beim Allmächtigen am Jüngsten Tag] abgelegt werden.“ (siehe, den Heiligen Koran, 17:34)
„Sie (die Frommen und die Gottesfürchtigen) halten ihre Versprechen (ihre Vereinbarungen, ihre Verpflichtungen) ein, wenn sie es gegeben haben.“ (siehe, den Heiligen Koran, 2:177)
DAS BÖSE DURCH DAS GUTE ABZUWEHREN
„Diejenigen, die Verstand haben, analysieren [sie erinnern sich rechtzeitig an das Wichtige und an das Nötige. Sie beherrschen ihren Verstand, verleihen ihrem Leben einen Sinn und eine Folgerichtigkeit, sie verwenden aber ihren Intellekt nicht, um ihre Sünden zu rechtfertigen; übrigens hilft ihnen die geschickte Behandlung ihres Verstandes, nicht in die Abhängigkeit von Schwächen oder Emotionen zu geraten].
[Die Eigenschaften dieser tatsächlich klugen Menschen, die klug in ihren alltäglichen Taten und Handlungen sind, sind folgende:] sie halten ihr Versprechen Gott gegenüber ein [in erster Linie – an Ihn zu glauben] und brechen den Vertrag nicht. Sie festigen Verwandschaftsbeziehungen und andere zwischenmenschliche Beziehungen, die der Schöpfer zu festigen geboten hat, und sie fürchten ihren Herrn und einen schlechten Ausgang am Jüngsten Tag. Sie bleiben geduldig, indem sie jede Sache ausschließlich um des Allmächtigen willen tun [sich bemühen, so zu tun] [nicht jedoch, damit von ihnen Menschen entzückt werden oder damit sie von ihnen, zum Beispiel, positiv reden werden], sie verrichten das [obligatorische] Gebet, sie spenden [öfters] im Verborgenen und manchmal öffentlich [als Vorbild für andere Menschen, als Zeichen gutes Tons oder laut der Traditionen des Mäzenatentums] von ihrem Vermögen; sie wehren das Böse durch das Gute ab. Diese [dessen Eigenschaften erwähnt sind] sind es, denen der Lohn das Paradies zuteil wird.“ (siehe, den Heiligen Koran, 13:19-22)
Wenn man Ähnliches hört (wehren das Böse durch das Gute ab), erinnert man sich sogleich an die Geschichte über die gebotene zweite Backe für die nächste Ohrfeige, aber häufig klingt das bloß als ein Nachhall von richtigen, schönen Worten, auf die wir eingehen, und dann schicken wir sie leicht mit dem Gefühl der erfüllten Pflicht nirgendwohin und vergessen darüber endgültig auf der nächsten glatten Lebenswendung.
„Die Fähigkeit, das Böse durch das Gute abzuwehren“, wird gewöhnlich ausschließlich auf Menschenbeziehungen beschränkt, was nicht richtig ist. Diese Fähigkeit, die von Gott als eine irdische Eigenschaft der Bewohner des Paradieses genannt wird, betrifft das Leben selbst, fast alle Bereiche des Daseins. Denn das Leben ist, wie bekannt, eine Reihe von weißen und schwarzen Streifen, deshalb sind 50% des Lebens die Äußerung gerade dieser Fähigkeit, Lebensschwierigkeiten, Schmerz, Enttäuschungen und Müdigkeit durch das Gute abzuwehren, das heißt, der Fähigkeit zu leben. Heller, vernünftiger, produktiver zu leben.
Wenn ich mir diese komplizierte These überlegte, darüber, wie man sie in der Realität verstehen kann, tauchten in meinem Bewusstsein zwei Lebenssituationen auf – zwei Menschen – ein Mann und eine Frau, die in verschiedenen Ländern leben, verschiedene Sprachen sprechen, verschiedene religiöse Ansichten haben, aber sie gerieten in ähnliche Unglückssituationen. Aber sie überwanden diese Situationen verschieden. Die erste Situation geschah mit der jungen Frau in der Fülle ihrer Kraft, die in einem öffentlichen Tätigkeitsbereich tätig war und sehr inhaltsvoll und dynamisch lebte. Und plötzlich kam eine Erschütterung: Krebsdiagnose. Scheiterten da Pläne, wurde das Leben schwarzweiß, sinnlos, kehrten sich Freunde ab, war es Schluss mit der geliebten Arbeit, erlöschten die Augen und vertrocknete das Gesicht? Kommt nicht in Frage! Nach der Operation und einer langen Chemotherapie, nach der Rehabilitierung kehrte sie zurück, und dies mit solch einem Enthusiasmus und einem Lebensdurst, dass sogar diejenigen, die sie früher beneidet hatten, anfingen, sie zu bewundern und zu achten dafür, dass diese zarte Frau solche Kräfte gefunden hatte.
Eine andere Situation – der Mann, der sich von einer zufälligen Reisegefährtin den Immunschwäche-Virus holte. Sie hat ihm eine tödliche Krankheit geschenkt, und er ihr – ein Kind. Er verfluchte sie, sich, das Kind hundert Mal, beschuldigte diejenigen, die ihn nicht verstanden. So verlor dieser Mensch die Farbe, den Geschmack, die Schönheit des Lebens. Das Böse wehrte er durch das Schlimmste ab. Aber es mag sein, dass für ihn in dieser Krankheit eine Arznei war, die er in der Ewigkeit ausnutzen könnte.
„Nicht zu richten, nicht zu murren, sondern zu verstehen“ – ist ein Motto des Gläubigen, der immer auf einer hellen Seite lebt. Und er braucht diese Helligkeit, solange er lebt. Und wenn er lebt, so kann er alles zum Besten ändern.
DYNAMIK UND AKTIVITÄT
Der Prophet Muhammad (Allahs Friede und Segen sei mit ihm) sagte:
„[Zu] den Bewohnern des Paradieses – [gehören] drei [Arten von Menschen]: (1) der Machthaber [ein beliebiger Leiter], der [im weltlichen Heim in erster Linie zu seinen Untergeordneten] gerecht, edel war und gesegnet war [mit Hilfe Gottes gelingt ihm immer das Gute und das Vortreffliche]; (2) der barmherzige Mensch mit einem guten Herzen [in erster Linie] seinen Verwandten, nahen und gläubigen Menschen gegenüber; (3) ein keuscher verheirateter Mensch [der von allem augenscheinlich Verbotenen Abstand nimmt], der bei den anderen nichts bittet [Schwierigkeiten und Verwirrungen, Familienausgaben und -sorgen stoßen ihn nicht auf das Verbrechen oder auf die Bettelei. Er kennt seine öffentlichen Pflichten und seine Familienpflichten, er macht alles, was er kann, und darin, was er nicht machen kann, verlässt er sich auf den Allmächtigen].
[Zu] den Bewohnern der Hölle – [gehören] fünf [Arten von Menschen]: (1) ein schwacher, willenloser Mensch, der anderen folgt [er neigt sich, wohin der Wind weht] und nicht strebt, eine Familie zu gründen und sich den Wohlstand anzuschaffen; (2) ein Verräter, er ist bereit, jeden zu verraten, um etwas Erwünschtes zu erreichen; (3) derjenige, der sich am Morgen und am Abend bemüht, die anderen in Fragen der Familie oder des Wohlstandes zu betrügen; (4) ein geiziger (oder ein verlogener) Mensch und (5) ein unsittlicher (mit einem schlechten Charakter), in seiner Rede grober Mensch.“[1]
KÜNFTIGE BEWOHNER DES PARADIESES IN DER EWIGKEIT
DAS ALTER DER BEWOHNER DES PARADIESES
Alle Bewohner des Paradieses sind 30 oder 33 Jahre alt[2], eine Ausnahme davon sind, zum Beispiel, die nach Willen des Schöpfers erschaffenen Kinder für jene Familienpaare, die im weltlichen Heim keine Möglichkeiten hatten, das Glück der Vaterschaft und der Mutterschaft zu empfinden, die aber diese Prüfung mit Dankbarkeit Gott gegenüber und mit Geduld vor Ihm bestanden haben.
INS PARADIES MIT DER EHEFRAU ZUSAMMEN
„Tretet ein in das Paradies, ihr [Männer] und eure Gattinnen [natürlich wenn die Gattinnen wünschen werden, mit euch einzutreten, da sie mit vollem Recht der Bewohner des Paradieses das bekommen und genießen werden, was sie wünschen werden], voller Glückseligkeit [wegen solch einem günstigen Ausgang für sich und für ihre geliebten Ehefrauen]!“ (siehe, den Heiligen Koran, 43:70)
WILDBRET IM PARADIES
„Und [werden sie im Paradies vom] Fleisch vom Geflügel [bewirtet], das sie begehren.“ (siehe, den Heiligen Koran, 56:21)
Man kann noch vieles sagen, aber wollen wir uns auf das in diesen drei Teilen über das Paradies Erwähnte beschränken und mit dem folgenden Punkt Bilanz ziehen.
…UND ES GIBT KEINEN TOD MEHR
Am Jüngsten Tag wird solch ein merkwürdiges und schreckliches[3] Schaffen des Schöpfers – der Tod – nach Willen des Allmächtigen die Gestalt eines Hammels annehmen. Er wird auf den Weg, der ins Paradies führt, gelegt werden, und wird vor Augen aller Vertreter der Welt der Menschen und der Welt der Dschinn, sowohl derer, die ins Paradies geraten werden, als auch derer, die in die Hölle geraten werden, als Opfertier geschlachtet. Es wird eine Stimme ertönen: „Bewohner des Paradieses, vor euch ist die Ewigkeit, und es gibt keinen Tod mehr! Bewohner der Hölle, vor euch ist die Ewigkeit, und es gibt keinen Tod mehr!“
Wenn jemand danach nun sterben könnte – was natürlich nicht mehr geschehen wird – so würden das die Bewohner des Paradieses sein – wegen übergroßer Freude, und die Bewohner der Hölle sein – wegen unerträglicher Trauer.[4]
FRAGEN ZUM THEMA
Frage. Was bedeuten „sieben Niveaus” des Paradieses? À.
Antwort. Die Niveaus des Paradieses gehen in die Höhe[5], und die Niveaus der Hölle – nach unten. Aber die Erde und der Himmel werden auch grundlegend verändert werden. Die Physik und ihre Gesetze werden in der Vergangenheit bleiben. Was wird sein? Nur der Schöpfer weiß das. Wir können nur mit unserem Bewusstsein vermuten, das aber darauf beschränkt ist, was wir sehen und was wir wissen.
Der Prophet Muhammad (Allahs Friede und Segen sei mit ihm) sagte: „Wahrhaftig sind im Paradies einhundert Niveaus, die für die Fleißigen im Gottesweg bestimmt sind [für diejenigen, die fleißig und standhaft sind in der Arbeit an sich, während des Schaffens, im Werden zu einem Beispiel und zu einem Vorbild für andere, in der Verteidigung des Glaubens, der Heimat und der Ehre]. Zwischen diesen Niveaus ist der Abstand wie zwischen dem Himmel und der Erde [das heißt, die Entfernungen sind wie von der Erde bis zu den Sternen riesengroß]. Wenn alle Welten [die ganze Menschheit, seit Adam und Eva bis zum letzten Menschen, alle Engel, die unglaublich riesig sind, und auch alle Dschinn] sich auf solch einem Niveau versammeln werden, so wird für alle der Platz genug sein!“[6]
Frage. Kann ich das Antlitz des Allmächtigen sehen? Wenn nicht, so ist das für jemand überhaupt möglich, nach Allahs Willen natürlich? R.
Antwort. Wenn Sie zum Bewohner des Paradieses werden, dann – ja, aber es ist nicht möglich, sich das mit unserem weltlichen Bewusstsein vorzustellen, und versuchen Sie das nicht.
Frage. Ist es wahr, dass wenn ein Mensch in seiner Todesstunde sagen wird: „Aschhadu allaa ilaaha illa llah, wa aschhadu anna muhammadan rasululah“ oder „Aschhadu allaa ilaaha illa llah, wa aschhadu anna muhammadan ‘abduhu wa rasuluh“ („Ich bezeuge, dass es keinen Gott gibt, außer dem Einzigen Herren und ich bezeuge, dass Muhammad – Sein Diener und Sein Gesandter ist“), so wird er ins Paradies geraten? S.
Antwort. Wenn er das Wesen dieser Worte versteht und ihren Sinn mit seinem Herzen bestätigt, dann – ja, aber nur nach dem Jüngsten Tag, nach dem es klar sein wird, wieviel Sünden er hat und wie lange er in der Hölle verbleiben soll, um sie zu büßen.
[1] Hadith von ‘Iyad ibn Himar; Hadith-Sammlungen von Muslim etc. Siehe, z.B.: al-Amir ‘Alaud-din al-Farisi. Àl-ihsan fi taqrib sahih ibn habban, B.16, S.490, Hadith ¹7453; al-Qari ‘À. Mirkat al-mafatih scharh mischkat al-masabih, B.7, S.3106-3108, Hadith ¹4960, „sahih“.
[2] Siehe: az-Zuhayli W. At-tafsir al-munir, B.1, S.115; at-Tirmidhi M. Sunan at-tirmidhi, S.721, 722, Hadith ¹ 2550, „hasan“.
[3] Meistens fürchtet man sich davor, was man nicht kennt. Ein gläubiger Mensch nimmt diese Erscheinung als Realität wahr – der Tod ist ein untrennbarer Bestandteil des Lebens und umgekehrt.
[4] Siehe, z.B.: al-Amir ‘Alaud-din al-Farisi. Àl-ihsan fi taqrib sahih ibn habban, B.16, S.486, Hadith ¹7450, „hasan“;at-Tirmidhi M. Sunan at-tirmidhi. S.725, 726, Hadith ¹2562, „hasan, sahih“; Hadith ¹2563, „hasan“.
[5] Siehe, z.B.: den Heiligen Koran, 7:40.
[6] Siehe, z.B.: al-‘Askalani A. Fath al-bari bi scharh sahih al-buchari, B.7, S.13, Hadith ¹2790; at-Tirmidhi M. Sunan at-tirmidhi, S.718, Hadith ¹2537; as-Suyuti Dsch. Al-dschami‘ as-saghir, S.140, Hadith ¹2315, „hasan”.
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