Artikel
Das Paradies
Teil 1
Vorwort
Frage. Sagen Sie bitte, was geschieht mit dem Menschen (oder, genauer, mit seiner Seele) von dem Moment seines Todes an bis zum Tage der Abrechnung, vom Gesichtspunkt des Islams? Existiert für die Seele der Begriff „die Zeit“ und wenn nicht, so bedeutet das, dass der Tag der Abrechnung für jeden „sofort“ (laut dem traditionellen Verständnis der Zeit) nach seinem Tod kommen wird?
Antwort. Man kann sehr lange darüber sprechen. Ganz kurz lautet die Antwort so: die Seele befindet sich bis zum Tage der Abrechnung in der Welt der Seelen. Jede Seele hat ihre eigene Periode der Erwartung. Wer ein Gottloser war, wird während der Erwartung des Tages der Abrechnung teilweise gequält, er sieht die Stelle seines ewigen Aufenthalts in der Hölle. Die Erwartung kann für ihn Millionen Jahre dauern, selbst wenn er einen Tag vor dem Beginn des Endes der Welt gestorben ist. Solch eine Erwartung ist eine der Formen der Strafe, die sich in die Ewigkeit erstreckt und da verstärkt wird.
Was die Gläubigen betrifft, die gesündigt haben, so werden sie auch einer Strafe unterzogen, und sie wird bereits in dieser Welt anfangen. Diese Strafe wird bei ihrer richtigen Wahrnehmung zum Grund der Verzeihung ihrer Sünden. Wenn bei einem Gläubigen bis zu seiner Todesstunde ungebüßte Sünden geblieben sind, so wird er einige Qualen auch im jenseitigen Leben erleiden. Wenn nun etwas auf den Tag der Abrechnung übrig bleibt, so kommt dann entweder die Verzeihung des Schöpfers oder eine zeitweilige höllische Strafe.
Die Gläubigen, die im diesseitigen Leben Gerechte waren[1], werden Freude und Genuss empfinden durch das teilweise Anschauen, was sie im Paradies erwartet. Die Wartezeit des Tages der Abrechnung wird für sie maximal verringert sein.
Bis zum Anfang des Tages der Abrechnung werden alle Seelen in der Welt der Seelen „gespeichert“, die Körper werden zu einem Teil der Erde. Mit dem Beginn dieses globalen und unvorstellbaren Prozesses wird der Planet Erde auf die riesige Fläche entfaltet werden, die sie beschreibt, während sie sich um die Sonne dreht (dies ist die Annahme einiger muslimischen Gelehrten). Nach dem Befehl des Schöpfers werden die menschlichen Körper aller Zeiten und aller Völker auferstehen; die Welt der Seelen wird ihre Grenzen öffnen, und jede Seele wird zu ihrem materiellen Körper streben. Vor dem Antlitz jedes Menschen werden grenzenlose Weiten der Ewigkeit geöffnet werden.
Da die Seele des Menschen metaphysisch ist, d.h. sie existiert nicht gemäß den physischen Gesetzen und ist in Schranken des weltlichen Lebens nicht vorstellbar (was schon vieles aussagt). Da die wahrsten und am meisten wissenden Menschen – die Propheten und die Gesandten des Schöpfers – über das Verborgene und das Jenseitige (ghaib) sprachen, und auch dank einer Vielzahl von Andeutungen auf die Wahrhaftigkeit dieser Information, unterliegt sie dem Zweifel nicht.
Das Paradies in der Literatur und in der Sprache
„Das Paradies ist laut Glaubenslehren der Mehrheit von Religionen die Stelle der ewigen Glückseligkeit für die Seelen der Gerechten.”[2] Die Worte „für die Seelen der Gerechten” sind leider ein grober Fehler, weil die Bewohner des Paradieses eben einen Körper haben werden (aber der Begriff der Materie wird schon ein anderer sein).
Verlogene Versprechen des Paradieses haben Millionen von Menschen der Hölle würdig gemacht. P.Boiste[3]. Es ist schwer, darauf nicht einzugehen, insbesondere wenn Menschen wünschen, politische oder wirtschaftliche Probleme mit fremden Händen und mittels religiösen und geistigen Werten zu lösen.
Der Mensch ist von der Vollkommenheit fern:
Er verrät, säuft viel und stiehlt,
Aber er beansprucht immer
Eine paradiesische Glückseligkeit, ohne zu zögern.
Wenn man die Idee über das Paradies
Mit der volkseigenen Unvernunft multipliziert,
So kann sich etwas
Einer Hölle Ähnliches ergeben.[4]
Eine interessante deutsche Redewendung: „Paradies auf Erden”, das heißt ein ungewöhnlich schöner oder erstaunlich angenehmer Ort, wo alles in Hülle und Fülle ist, wo man glücklich und friedlich leben kann.
Die Beschreibung des Paradieses in der Bibel
Das Problem der Wahrnehmung und des Verständnisses des Paradieses nach der Bibel erwies sich zum Erstaunen als ernst, es gibt dafür einige Gründe. Es ist beim besten Willen nicht gelungen, in der russischen (auch in der deutschen)[5] Übersetzung der Bibel Erwähnungen über das Paradies eben als Paradies, als das ewige Heim des Glückes zu finden. Das ist wahrscheinlich vor allem durch Probleme der Korrektheit der Übersetzung einiger Wörter und Termini vom Aramäischen und Griechischen bedingt, und auch durch Schwierigkeiten der Bedeutungsinterpretation von paradiesischen Texten durch einen einfachen Spießbürger. Aus diesem Grund würde es ethisch sein, ein zur Wahrnehmung am meisten genähertes Zitat anzuführen:
„Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott [im Paradies] bereitet hat denen, die ihn lieben.“ (siehe, die Bibel, 1. Kor, 2:9).
Die Beschreibung des Paradieses im Heiligen Koran
Es ist wichtig, von Anfang an zu bemerken, dass der koranische Text nur eine Gesamtvorstellung über das paradiesischen Heim gibt, und dabei in der Form, die einem beliebigen Menschen klar und zugänglich ist, unabhängig von der Zeit, in der er lebt (ab dem siebten Jahrhundert unserer Zeitrechnung und bis zum Ende der Welt). Unabhängig von seiner Ausbildung, seinem Wissen, seinem Wohnorte oder seinem Wohlstand. Und man muss auch berücksichtigen, dass wenn man über das Paradies spricht, wenn man es vom Standpunkt der Materie, der physischen Gesetze zu beschreiben versucht, so ist es für den menschlichen Intellekt unfassbar. „Ich [sagt der Herr der Welten] bereitete für die Gerechten (für Meine Diener) vor, was ein Auge niemals sah, was ein Ohr niemals hörte und was sich das menschliche Bewusstsein nicht vorstellen kann.”[6] Aber der Koran ist eine Erzählung auf der irdischen Sprache, er erzählt den Menschen über weltliche und ewige Werte oder gibt andere Informationen in einer für sie zugänglichen Form.
„Und verkünde [o Muhammad] die frohe Botschaft denjenigen, die glauben und Gutes tun, auf dass ihnen paradiesische Gärten [im ewigen Heim] zuteil werden, in deren Niederungen Bäche fließen [Flüsse, Bächlein fließen neben Bäumen, Gebüschen und schönen paradiesischen Palästen ruhig und friedlich]. Und sooft sie eine Frucht aus den paradiesischen Gärten bekommen, wundern sie sich: „Das ähnelt dem, was wir schon früher zu essen bekamen [das heißt im irdischen Leben, äußerlich ähnlich, aber nach Geschmack ist das ganz anders].“ Doch ihnen wird [auf den ersten Blick] nur Ähnliches gegeben [aber das ist nach seinem Geschmack und anderen Qualitäten ganz anders]. Und sie (jeder Bewohner des Paradieses) haben darin Gattinnen und Gatten[7] vollkommener Reinheit [mit reinen Seelen und Körpern; gutmütige; ideale, ohne Defekte, die sie möglicherweise im weltlichen Heim hatten; in jeder Hinsicht angenehme, von einer unbeschreiblichen Aureole der Aromen der Anziehungskraft und der Vollkommenheit umgeben]. Sie werden ewig darin bleiben [dort gibt es keinen Tod; niemand wird nie davon vertrieben werden].“ (siehe, den Heiligen Koran, 2:25)
Der Gefährte des Propheten Ibn ‘Abbas sagte: „Wenn es im weltlichen Heim etwas gibt, was zum paradiesischen Heim gehören könnte, so sind das nur Bezeichnungen.”[8] Die Natur, das Wesen, die Zusammensetzung, der Geschmack, der Geruch, die Abarten sind andere.
„Sprich [o Muhammad]: „Soll ich euch Besseres als dies [als weltliche Reichtümer und weltliche Anmut] verkünden?“ Für die Gottesfürchtigen gibt es bei ihrem Herrn Gärten, durcheilt von Bächen. Darin werden sie auf ewig bleiben. Darin werden sie Paare [für einen Mann – eine Ehefrau und für eine Frau – ein Ehemann], die ganz rein sind [von allen Arten des Schmutzes: des geistigen, des emotionalen, des physischen] und Allahs Wohlgefallen wird sie umgeben. Und Allah (Gott, der Herr) sieht absolut alles [was Menschen und nicht nur sie betrifft; Er ist über alle menschlichen Taten und Handlungen benachrichtigt, die zu einem der entscheidenden Faktoren für die Bestimmung ihres Schicksals in der Ewigkeit werden].” (siehe, den Heiligen Koran, 3:15).
„Der Allmächtige hat den gläubigen Männern und den gläubigen Frauen verheißen, in der Ewigkeit immerdar in paradiesischen Gärten zu verweilen, die von Bächen durchflossen werden, und (Er hat ihnen) herrliche Wohnstätten in den Gärten von Eden (verheißen). Allahs Wohlgefallen mit ihnen aber ist noch größer für sie [darin ist für sie ein garantierter und unbeschreiblicher Segen verborgen, der mit paradiesischen Gärten, noch mit Palästen nicht vergleichbar ist]. Das [solch ein Ergebnis des schöpferischen und sittsamen weltlichen Lebens] ist der gewaltige Gewinn.“ (siehe, den Heiligen Koran, 9:72).
„Das Paradies, das den Gottesfürchtigen versprochen worden ist, ist einem Garten ähnlich, an dem ein Fluss vorbeifließt; seine Früchte sind immerwährend [es gibt solche Erscheinungen oder auch Begriffe nicht wie „die Dürre“, „die Überschwemmung“, „die Erntezeit“ und ähnliches, die eine kurzfristige oder eine langfristige Abwesenheit von etwas bedeuten]. Sein Schatten ist [auch] immerwährend [wo man sich vom schönen paradiesischen Himmelslicht verbergen und sich aalen kann. Die weltliche Sonne wird dort nicht existieren. Wahrscheinlich wird es auf jeder Ebene etwas sein, das das lokale Leben beleuchten wird und den Segen verschenken wird]. Das ist der Lohn derer [für das segensreiche und fruchtbringende weltliche Leben], die gottesfürchtig sind. Und der Lohn der Ungläubigen ist die Hölle.“ (siehe, den Heiligen Koran, 13:35).
„[Wenn man sich bemüht,] paradiesische Gärten, die den Gottesfürchtigen verheißen wurden, etwas gleichzusetzen, so sind das Gegenden, worin Bäche von Wasser sind, das nicht faulig wird [nicht absteht; sein schöner Geschmack, sein Geruch oder seine Farbe ändern sich nicht]. [Dort sind auch] Bäche von Milch, deren Geschmack sich nicht ändert, und Bäche von Wein, dessen Geschmack für die Trinkenden [unglaublich] angenehm ist [im Unterschied zu den weltlichen alkoholischen Getränken, die sowohl nach ihrem Geschmack unangenehm sind, als auch die Vernunft mit entsprechenden Folgen berauschen]; [es gibt in den paradiesischen Gärten noch] Bäche von geläutertem Honig. Und die Bewohner des Paradieses werden darin Früchte aller Art bekommen [ihre Verschiedenartigkeit und der Überfluß ihrer Sorten sind unendlich]. [Und sie werden] Vergebung von ihrem Herrn erfahren, die ihnen [früher, vor dem Eintreten ins Paradies] gewährt wurde... [Der Allmächtige ist sowohl zu ihnen so freigebig, wie Er auch mit ihnen zufrieden ist].“ (siehe, den Heiligen Koran, 47:15)
Frage. Warum sind im koranischen Text gerade diese vier Arten der Bäche erwähnt, während andere Ayaten und Hadithe über die Abwesenheit der Grenzen des unendlichen und mannigfaltigen paradiesischen Segens sprechen? Sch.
Antwort. Erstens kann man nicht alles, und um so mehr das Grenzenlose, nicht erwähnen. Zweitens kann man annehmen, dass für das weltliche menschliche Bewusstsein unabhängig von der Zeit, dem Ort, der Mentalität oder der Traditionen diese vier Arten menschliche Hauptbedürfnisse befriedigen: Notwendigkeit des Trinkwassers; Ernährung des Körpers (Milch); Genuss (Wein) und Heilung (Honig).
Einige Einzelheiten über Paradieswein: „Der Wein, der gerade aus der Erde hervorsprudelt und den Bewohnern des Paradieses angeboten wird, ist unglaublich rein [es gibt keine Ablagerung und keine Beimischungen] und er ist wohlschmeckend für die Trinkenden. Er enthält keinen Alkohol [er enthält nichts, was ihnen den weltlichen alkoholischen Getränken ähnlich schaden würde], die Menschen werden davon [weder geistig noch physisch] nicht müde werden [er wird keinen Rausch erzeugen, sie werden davon weder das Verständnis noch die Vernunft verlieren].“ (siehe, den Heiligen Koran, 37:45-47). „Die Bewohner des Paradieses werden von paradiesischem Wein keinen Kopfschmerz bekommen, noch wird ihnen das Bewusstsein schwinden.“ (siehe, den Heiligen Koran, 56:19).
Noch einmal erinnern wir: „Wenn es im weltlichen Heim etwas gibt, was zum paradiesischen Heim gehören könnte, so sind das nur Bezeichnungen.”[9] Die Natur, das Wesen, die Zusammensetzung, der Geschmack, der Geruch, die Abarten sind andere.
„[Die Bewohner des Paradieses] werden dort weder Sonnenhitze noch Eiseskälte erleben [solche Begriffe wie „die Kälte“, „frieren“ werden dort nicht existieren].“ (siehe, den Heiligen Koran, 76:13).
„Man wird dort [im Paradies] kein Geschwätz [keinen Unsinn, keine ungebildeten oder beleidigenden Reden] hören.“ (siehe, den Heiligen Koran, 88:11).
Die Menschen, die im weltlichen Heim keine Kinder hatten oder sie während ihres Lebens verloren haben, können im Paradies hohe und gutmütige Elterngefühle empfinden: „Und es werden neben ihnen dort ewig junge Kinder herumgehen. Wenn du sie siehst, hältst du sie für verstreute Perlen.“ (siehe, den Heiligen Koran, 76:19).
„Wahrlich, die Gottesfürchtigen werden sich in paradiesischen Gärten und an paradiesischen Quellen befinden. [Die Engel werden sich an sie wenden]: „Tretet hinein in Frieden und Sicherheit [es gibt hier keine weltliche Kriminalität, keinen Terrorismus, keinen Anschlag auf das fremde Blut oder auf das Vermögen und niemals wird das hier sein]!“ Und Wir [sagt der Allmächtige Schöpfer, auf seine Größe weisend] haben hinweggenommen, was an Groll [Hass, Neid] in ihren Herzen sein mag [die bei jedem Menschen als Prüfung waren, ob er sie beherrschen kann]. [Die Bewohner des Paradieses sind nach ihrem Geist und nach ihren Beziehungen zueinander] brüderlich, sie sitzen auf Ruhesitzen einander gegenüber [was von der Abwesenheit der Missachtung und der Feindseligkeit zueinander zeugt]. Müdigkeit (schwere Arbeit, Leiden) wird sie darin nicht berühren, und sie werden dort [in diesem unbeschreiblichen Wohl und in Freuden] auf ewig sein.“ (siehe, den Heiligen Koran, 15:45-48).
„[Sogar] die menschliche Seele [mit ihrer methaphysischen Grundlage und mit ihren unglaublichen Möglichkeiten im Hinblick auf ihre Empfindungen, ihre Eindrücke und ihre Fantasien, geschweige denn die Vernunft und der Verstand des Menschen] weiß nicht, was [für die Gerechten] von [überirdischen] Freuden als Lohn für ihre guten Taten verborgen ist.” (siehe, den Heiligen Koran, 32:17).
Frage. Ich habe gehört, dass wenn der Mensch im Paradies sein wird, so kann er alles bekommen, was er wünschen wird. Darf ich wünschen, dass meine Haustiere, die mit mir zusammen auf der Erde waren, mit mir zusammen auch im Paradies sein werden?
Antwort. Die Wünsche werden dort von nichts beschränkt sein.
Frage. Ich fühle keinen Geruch von Geburt an. Und im Koran und in Hadithen wird es über den Geruch des Paradieses oft erwähnt. Hoffentlich ist das keine Strafe?
Antwort. Wenn das (die Abwesenheit des Geruchssinnes) unheilbar ist, so muss man darin meiner Meinung nach nicht eine Strafe, sondern eine Art der Barmherzigkeit des Allmächtigen finden. Im Leben einer riesigen Metropole gibt es fast keine angenehmen Gerüche, und Sie haben kein „Glück“, diese unangenehmen Aromen einzuatmen. Was die Ewigkeit betrifft, so wünsche ich Ihnen, dass Sie dank der grenzenlosen Barmherzigkeit Allahs auf Grund der Richtigkeit und der Gerechtigkeit Ihrer Taten ausschließlich das Paradies erben werden, in dem das ist, was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und keine Lungen eingeatmet haben.
Die Beschreibung des Paradieses
im Erbe des letzten Gottesgesandten
„Ich [sagt der Herr der Welten] bereitete für die Gerechten (für Meine Diener) vor,
was ein Auge niemals sah, was ein Ohr niemals hörte
und was sich das menschliche Bewusstsein nicht vorstellen kann.”
„Gute Taten [die mit dem Glauben zu einem der Hauptgründe des Zuganges zum Paradies gehören] können einen Menschen nie [garantiert] ins Paradies führen!” – sagte einmal der Prophet. „Betrifft das auch dich, o Gesandter Gottes?” – fragten seine Gefährten. „Ja, mich auch – nur nach der Barmherzigkeit des Herren.”[10]
Keine, auch nicht die bedeutendsten und zahlreichesten guten Taten sind mit der Ewigkeit im Paradies vergleichbar. Der Glaube und gute Taten eines Menschen sind Gründe für die Äußerung der Barmherzigkeit des Allmächtigen zu ihm, der Barmherzigkeit, die im weltlichen Heim für alle bestimmt ist, und in der Ewigkeit – für diejenigen, in deren Herzen in der Todesstunde wenigstens ein Stäubchen des Glaubens war.
„Wahrhaftig sind im Paradies einhundert Niveaus, die für die Fleißigen im Gottesweg bestimmt sind [für diejenigen, die fleißig und standhaft sind in der Arbeit an sich, während des Schaffens, im Werden zum Beispiel und zum Vorbild für andere, in der Verteidigung des Glaubens, der Heimat und der Ehre]. Zwischen diesen Niveaus ist der Abstand wie zwischen dem Himmel und der Erde [das heißt, die Entfernungen sind wie von der Erde bis zu den Sternen riesengroß]. Wenn alle Welten [die ganze Menschheit, seit Adam und Eva bis zum letzten Menschen, alle Engel, die unglaublich riesig sind, und auch alle Dschinn] sich auf solch einem Niveau versammeln werden, so wird für alle genug Platz sein! Wenn ihr beim Allmächtigen das paradiesische Heim erbittet, so erbittet Al-Firdaus, das ist das höchste paradiesische Heim. Darüber ist der Thron, wo paradiesische Bäche anfangen.”[11]
Das Schaffen des Allbarmherzigen, das als „Thron“ bezeichnet wird, ist nicht das, worauf man sitzt (und eben so stellt man sich das vor, wenn man Interlinearübersetzungen aus dem Arabischen liest), hat nichts gemeinsames mit einem Zarenthron, sondern es ist eine majestätische Schöpfung Gottes, die nach ihrer Grösse mehr als alle Galaxien zusammen ist. Ist es kompliziert, sich das vorzustellen? – Also lohnt es sich nicht, alles hat seine Zeit.
Der letzte Gottesgesandte sagte: „Wahrhaftig gibt es im Paradies die Heime, wenn man sich in denen befindet, so sieht man, was draußen ist, und von draußen – was innerhalb ist. Sie sind für diejenigen bestimmt, die Gäste bewirteten (gastfreundlich waren), die in ihren Reden höflich waren, die [manchmal zusätzlich] fasteten und die [manchmal] Gebete dann verrichteten, wenn die anderen (in der Nacht) schliefen. [Die Türen ihrer Häuser standen immer sperrangelweit auf, sie waren immer gastfreundlich, sie freuten sich auf Gäste, sie verheimlichten nichts; ihre Herzen und ihre Gedanken waren ebenso rein und klar, als das, was auf sie im Paradies wartet].”[12]
Paradiesische Bäche und Meere
„Die Bächlein (die Flüsse) im Paradies fangen bei den Hügeln und den Bergen an, die von einem schönen Wohlgeruch durchtränkt sind [der sogar mit dem feinesten oder teuersten weltlichen Parfüm nicht vergleichbar ist].”[13]
„In einem paradiesischen Garten [in jedem Garten] ist ein Meer voller Wasser, ein Meer voller Honig, ein Meer voller Milch und ein Meer voller Wein. Davon nehmen [zahlreiche] Flüsse ihren Anfang.”[14] Zweifellos ist paradiesisches Wasser mit dem reinsten artesischen Mineralwasser auf der Erde in keiner Weise vergleichbar; die besten Sorten des Hochgebirgshonigs ähneln den paradiesischen nicht; Milch stellt sich kuhwarmer Milch nicht gleich, geschweige denn 3,2%ger UH-Vollmilch; Wein, sogar der teuerste abgelagerte Wein, ist nicht mit dem paradiesischen zu vergleichen. Vergessen Sie nicht: „Wenn es im weltlichen Heim etwas gibt, was zum paradiesischen Heim gehören könnte, so sind das nur Bezeichnungen.”
Paradiesische Gärten
„Zwei paradiesische Gärten – alles ist dort aus Silber, und zwei andere paradiesische Gärten – alles ist dort aus Gold [weder Silber noch Gold, die hier erwähnt werden, haben nichts Gemeinsames mit den zwei Edelmetallen irdischer Herkunft]. Zwischen den Bewohnern der Gärten und der Möglichkeit, auf das Antlitz des Herren zu schauen [was mit keiner Materie, mit nichts vergleichbar ist], ist der Schleier der Größe [Gottes] im Garten von ‘Adn (Eden) ”.[15]
Der schöne Geruch des Paradieses
„Der Geruch des Paradieses (paradiesische Wohlgerüche) kann man vollwertig in der Entfernung eines hundertjährigen Weges empfinden [wenn man das mit Erdentfernungen und mit physischen Gesetzen vergleicht]!”[16]
Die Bewohner des Paradieses
„Wahrhaftig werden die Bewohner des Paradieses Speisen und Trank genießen [dort wird man essen und trinken, aber das ist mit der weltlichen Nahrung nicht vergleichbar], ohne [den Menschen eigene] begleitende physiologische Ausscheidung zu haben.“[17] Man fragte den Propheten: „Und was ist mit dem Essen? [Wohin verschwindet denn das, was paradiesische Menschen essen?]” Er antwortete: „[Wenn man das mit einzelnen Elementen der weltlichen Menschenphysiologie vergleicht, so ist das] einem Rülpsen und dem Schweiß mit einem schönen Wohlgeruch ähnlich. Die Lobpreisung des Schöpfers [von den Bewohnern des Paradieses] ähnelt einer Atmung [ist ganz natürlich und ungezwungen, der Atmung des Menschen im weltlichen Heim ähnlich].”[18]
Frage. Mich interessiert sehr folgende Frage: wenn ich im Laufe meines ganzen Lebens ein würdiger Moslem gewesen bin, so was erwartet mich nach dem Tod? Ich meine das Leben im Paradies. Werde ich dort einen Körper, Gattinnen haben und wird es gestattet sein, Alkohol zu trinken? Ich stelle diese Frage in dem Zusammenhang, dass einige Moslems meinen, alles dies würde in Hülle und Fülle sein.
Antwort. Im Paradies werden alle geschmacklichen, lautlichen, moralisch-ästhetischen, physischen und anderen Bedürfnisse seiner Bewohner befriedigt werden. Was Wein betrifft, so werden dort Flüsse von Wein fließen, was im Koran augenscheinlich erwähnt ist. Doch können wir uns weder das Paradies, noch Flüsse, noch den darin fließenden Wein vorstellen, sie diesseitens sehen. Der Geschmack der paradiesischen Weine ist mit den weltlichen Weinen überhaupt nicht vergleichbar.
Das Paradies ist der Ort einer ewigen und unbeschreiblichen Glückseligkeit, die Männer und Frauen und auch Dschinn beider Geschlechter verdienen werden, die den Sinn ihrer zeitweiligen weltlichen Existenz verstanden haben, an den Einheitlichen und Einzigen Schöpfer, an Seine Gesandten, einschließlich des Propheten Muhammad, an göttliche Schriften, einschließlich des Heiligen Korans, an das Vorhandensein der Welt der Engel, an die Existenz des Tages der Abrechnung, der Hölle und des Paradieses geglaubt haben.
Frage. Ist es wahr, dass Männer im Paradies von 2 bis zu 70 (!) Ehefrauen haben werden?
Antwort. Er mag auch nur eine haben, mit der er sein ganzes Leben in Liebe und in Glück zusammengelebt hat.
Das sind die Spezialisten für die Diskreditierung der Grundlagen des Glaubens, die meistens darin „kramen“, woran sie gar nicht glauben, aber es ist ihnen anregend und interessant, einzelne Meinungen und einige Zitate herauszusuchen, um wieder einmal etwas Extravagantes und Schockierendes zu verkündigen, zum Beispiel wie stark der Paradieswein ist?
Der Gläubige strebt nicht, in das Paradies zu geraten, und ist nicht auf der Suche danach, was es dort gibt, in welchem Maße und in welcher Menge? Sondern strebt ein Moslem oder eine Moslemin danach, dass der Herr der Welten mit ihm (mit ihr) zufrieden ist, dass Allah Seine Barmherzigkeit zu uns zeigt, dass Er unsere Fehler verzeiht, dass Er in dem Erringen unserer edlen Ziele hilft.
Die Bewohner des Paradieses.
Ihre Haupteigenschaften und ihre Charakteristiken
Die Hauptcharakteristiken der Bewohner des Paradieses, die im Heiligen Koran vielfach erwähnt werden, sind das Vorhandensein des Glaubens und die Vollbringung von gerechten Taten: „Diejenigen aber, die glauben und [in ihrem weltlichen Leben] gute Werke tun – Wir[19] belasten keine (menschliche) Seele über ihr Vermögen hinaus –, sie sind die Bewohner des Paradieses; darin sollen sie auf ewig verweilen.“ (siehe, den Heiligen Koran, 7:42).
***
„Wahrlich gehen Hoffnungen der Gläubigen [auf die Barmherzigkeit des Schöpfers und auf das paradiesische Heim, in dem der Segen des Aufenthaltes kein Ende hat] in Erfüllung! [Eine frohe Nachricht erwartet] diejenigen von ihnen, die (1) in ihren Gebeten voller Frömmigkeit sind [und die Frömmigkeit befindet sich im Herzen]; die (2) sich von allem Leeren fernhalten [was Worte, Taten, Handlungen, das Zeitvertreiben betrifft, geschweige denn das Schädliche]; die (3) wissen, was eine geistige Reinigung[20] heißt [die verdienen können und das Verdiente mit denen teilen, die Hilfe und Unterstützung brauchen]; die (4) nicht ehebrechen, sondern intime Beziehungen ausschließlich mit ihren Ehefrauen [die Frauen – mit ihren Ehemännern][21] haben und sie sind nicht zu tadeln. Diejenigen aber, die darüber hinaus [bezüglich dem letzten Punkt] etwas (Sündhaftes) begehren, sind Übertreter der Grenzen des Erlaubten.
[Eine frohe Nachricht erwartet] jene von ihnen, die (5) das ihnen anvertraute Gut und ihre Verpflichtung hüten und die (6) ihre Gebete einhalten [sie rechtzeitig verrichten, daran Bedürfnis fühlen, davon eine Begeisterung bekommen und sie nicht „für später“ oder für die Rentenperiode lassen].
Dies [die gläubigen Männer und die gläubigen Frauen, deren Eigenschaften erwähnt wurden] sind die Erben. Sie werden Al-Firdaus[22] erben und werden darin auf ewig verweilen.“ (siehe, den Heiligen Koran, 23:1-11).
***
„[Die Vergebung und das paradiesische Heim sind für diejenigen vorbereitet,] die (1) da [auf dem Wege des Herren] in Freud und Leid spenden und (2) den Groll (den Ärger, den Zorn) unterdrücken (zurückhalten) und (3) verstehen, den Menschen zu vergeben. Wahrhaftig Allah liebt die Rechtschaffenen.
[Die Vergebung und das paradiesische Heim sind für diejenigen vorbereitet,] die – (4) wenn sie etwas Sündhaftes [anderen gegenüber] begangen haben oder gegen sich gesündigt haben – sofort des Allmächtigen gedenken und für ihre Sünden (für ihre unansehnlichen Taten) um Vergebung flehen. Und wer vergibt die Sünden außer Allah? [Seine Barmherzigkeit und Seine Vergebung überwiegen Seinen Zorn]. (5) Sie beharren auf ihren Vergehen nicht, wenn sie [über ihre Sündhaftigkeit] wissen. Für diese [deren Eigenschaften erwähnt wurden] besteht ihr Lohn aus Vergebung von ihrem Herrn und aus [unbeschreiblich schönen] paradiesischen Gärten, durch die Bäche fließen; darin werden sie ewig sein. Und herrlich ist der Lohn der [gerecht] Wirkenden [der in ihren Taten Fleißigen]!“ (siehe, den Heiligen Koran, 3:134-136).[23]
1. „…in Freud und Leid”. Der Gläubige versteht sowohl richtig, zielgerichtet, unermüdlich zu arbeiten, zu verdienen, als auch vernünftig zum Wohl seiner nahen Verwandten und der Menschen im Allgemeinen auszugeben. Seine Freigiebigkeit und seine Großzügigkeit hängen vom Umfang seines Geldbeutels, von seinen Stimmungen, von Umständen und von Gereden nicht ab. Er bewahrt die Frömmigkeit und die Breite seiner Natur um den Willen des Allmächtigen nicht nur in seinen Gedanken oder in hochtrabenden Reden, sondern auch vor allem in seinen tatsächlichen Werken.
2. “…den Groll[25] (den Ärger[26], den Zorn[27]) unterdrücken (zurückhalten)“.
Das Wort „ghaiz” (der Zorn, der Groll), das in der Aya gebraucht ist, hat eine breite Bedeutung, da damit eine der höchsten Formen der menschlichen Empörung ausgedrückt wird, die im Wesen eines Menschen beim Eingriff auf sein Eigentum oder auf seine Kinder oder auf seine Ehre und seine Würde erwacht.[28] Das heißt der Gläubige, der wirklich die Barmherzigkeit und die Vergebung des Schöpfers verdient, kann sich in den für ihn unangenehmsten, beleidigenden oder demütigenden Situationen beherrschen. Das bedeutet aber nicht, dass der Moslem alles dulden muss, insbesondere wenn man ihn für einen Menschenscheuen auszugeben versucht, dem man alle Schuld zuschreiben kann. Sondern das weist auf seine Fähigkeit hin, sich mit dem Namen des Schöpfers und mit Seiner Hilfe sogar in den unangenehmsten Situationen von der Vernunft leiten zu lassen, ohne von Gefühlen beeiflusst zu werden. Da „ein beleidigter und erzürnter Mensch einem wallenden trüben See ähnelt, der keine deutliche Abbildung der Realität widerspiegelt”.
Wenn einer der Menschen beim Propheten um einen Ratschlag gebeten hatte, so antwortete er: „Sei nicht zornig.” Auf die nochmalige Bitte wiederholte er: „Sei nicht zornig.”[29]
3. „…verstehen, den Menschen zu vergeben“. Das bezieht sich auf diejenigen, die die heftigsten Kränkungen und Beleidigungen vergeben können, ohne in ihren reinen Seelen das geringste Nachgefühl zu lassen. Dabei sind sie im Stande, auf das Übel zu antworten, indem sie die Gerechtigkeit wiederherstellen.
Der Gläubige kann nicht nur seinen Zorn einfach unterdrücken oder zurückhalten, der sich in eine chronische Gereiztheit, in einen Jähzorn, in eine moralische Niedergeschlagenheit oder in eine zerfressende Missgunst verwandeln kann, sondern geht er der Unwissenheit und der Kulturlosigkeit vorbei, ohne darauf seine geringste Aufmerksamkeit zu lenken.
„Die Vergeltung für eine Übeltat soll ein Übel gleichen Ausmaßes sein; dessen Lohn aber, der vergibt und Besserung bewirkt [der die Feindseligkeit seines Widersachers in vertrauliche, freundschaftliche Beziehungen umwandeln kann], ruht sicher bei Allah [er wird unbeschreiblich groß sein, wird nur mit Seiner grenzenlosen Barmherzigkeit und Seiner Freigiebigkeit vergleichbar sein].“[30]
4. „...wenn sie etwas Sündhaftes [anderen gegenüber] begangen haben oder gegen sich gesündigt haben – sofort des Allmächtigen gedenken und für ihre Sünden (für ihre unansehnlichen Taten) um Vergebung flehen”.
Diese Menschen sind ihrem Wesen nach und ihren wirklichen Taten nach fromm, aber sie sind doch Menschenwesen, deren Geistigkeit sich von Zeit zu Zeit bedeutend abschwächen kann, während eine äußerliche Versuchung manchmal unerträglich stark und verführerisch sein kann. Ja, der Mensch kann straucheln, aber er ist selber vor dem Allmächtigen verantwortlich, Der danach vollkommen weiß, inwieweit dies bewusst oder unwillkürlich, absichtlich oder erzwungen war.
In einem gläubigen Menschen, nachdem er gestrauchelt hat, funkt sofort (oder in einiger Zeit) SOS[31] und ruft um Verzeihung und Gnade des Herren an; in seinem Gedächtnis beginnen, vernünftige Rettungsgedanken, -worte aufzutauchen, die sich in Handlungen umwandeln und zur Reinigung der Seele vom Schmutz der Sünde und zu ihrer vernünftigen Sühne beitragen.
5. „Sie beharren auf ihren Vergehen nicht, indem sie [über ihre Sündhaftigkeit] wissen.“ Das (das Begehen einer Sünde) ist ihnen nicht eigen, und sie wissen bescheid, was „zu bereuen und die Sünde zu büßen“ bedeutet und was „das Streben, die Bildung der Vorbedingungen, sie künftig nicht zu wiederholen“ ist.
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Wissenschaftliche Kenntnisse, Errungenschaften und Entdeckungen, der Fleiß in den verschiedensten nützlichen und wohltuenden Bereichen des menschlichen Denkens und der Tätigkeit nähern den Menschen zum Paradies in der Ewigkeit. Der Prophet Muhammad (Allahs Friede und Segen sei mit ihm) sagte: „Wer nach dem Weg des Wissens geht [wer sich für das Erhalten der neuen und nützlichen Kenntnisse irgendwohin begibt; wer sich in dieser Richtung alle Mühe gibt und Schwierigkeiten erleidet], demjenigen wird der Allmächtige Schöpfer dadurch den Weg ins Paradies erleichtern.”[32]
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Übrigens werden sich die Bewohner des Paradieses nicht in Engel verwandeln, sondern werden sie Menschen bleiben, aber nur (nach Willen des Schöpfers) viel mehr vollkommener: mit einer anderen Vorstellung über die Materie, ohne Altern, Krankheit und Tod, die der Weltlichkeit eigen sind.
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Frage. Sagen Sie bitte, wie ist die Lage der Menschen, die von Geburt an psychische Abweichungen haben? Werden sie in der Ewigkeit vollwertig sein?
Antwort. Die Menschen mit psychischen Verwirrungen haben in diesem Leben keine Verpflichtungen vor dem Allmächtigen. Und sie werden in der Ewigkeit nach der Barmherzigkeit des Schöpfers zu vollwertigen Bewohnern des Paradieses. Dort werden sie keine Erkrankungen haben.
Frage. Sagen Sie bitte, was wird mit den Menschen im nächsten Leben sein, die von Kindheit an geistig und physisch unterentwickelt sind? Sie können doch kein Gebet verrichten. Warum sind ihre Seelen bestraft? Danke im Voraus.
Antwort. Die geistig Unterentwickelten haben keine Pflicht vor Gott, die religiöse Praxis auszuüben.
Was das Flehen (du'a) betrifft, so kann jedermann flehen und beim Allmächtigen bitten.
Was der Meinung „warum sind... bestraft“ betrifft, so hängt sie vom Gesichtspunkt der Betrachtung dieses Problems ab. Wenn zwei Menschen in einen Autounfall geraten, einer von ihnen stirbt und der zweite nur das Bein gebrochen hat, so wen von beiden werden Sie als Glückspilz bezeichnen? Üblicherweise antwortet man: „Den, der das Bein gebrochen hat.” Also ist einer im weltlichen Leben gleichsam gekränkt, aber er hat keine Möglichkeiten zu sündigen, und in der Ewigkeit erwartet ihn nach der Barmherzigkeit des Schöpfers das Paradies. Und der andere hatte Möglichkeiten (das Wahlrecht) zu sündigen, war mit Menschen und vor Gott unverbindlich, und er nutzte diese Möglichkeiten aus und sprach immer: „Der Glaube an Gott? Das ist nicht für mich! Ich lebe wie ich will und wie ich kann!” Und in der jenseitigen Welt erwartet ihn nach der Gerechtigkeit des Schöpfers die ewige Hölle.
Wer hat gewonnen? Derjenige, der die Ewigkeit erwarb, indem er einige Dutzende Jahre eine äusserliche Verletzung und eine Unterentwicklung hatte (die schon in diesem Leben durch eine zusätzliche Aufmerksamkeit zu ihm von anderen Menschen kompensiert wird)? Dabei ist dies nur äusserlich. Innen kann er voll schöner Gedanken, Bestrebungen sein, er kann das Wesen seines Lebens und seine Stelle in der Gesellschaft finden (wenn sie natürlich menschenfreundlich ist und ihm zu helfen wünscht). Zumindest führt ihn der Allmächtige durch dieses Leben durch als eine Prüfung für andere und als eine leichte (erleichterte) Möglichkeit, eine Äußerung Seiner Barmherzigkeit in der Ewigkeit zu bekommen.
Oder hat derjenige gewonnen, der die Ewigkeit verloren hat, da es ihm an Besonnenheit, an Willen, an Vernunft gefehlt hat? Er hat sein Leben mit Glück und Unglück gelebt, manchmal Bier und Schnaps trinkend, ohne Glauben an Gott und ohne zu verstehen, warum er überhaupt hierher angekommen ist, denn kann man doch ins Grab weder die Wohnung, noch das Auto, noch den geliebten Fernseher mitnehmen!
Man muss Sachen und um so mehr das Leben und um so mehr die Ewigkeit breiter sehen.
Frauen vom Planet Erde im Paradies
Frage. Da ist im Koran über Huris geschrieben, die gläubige Männer im Paradies bekommen werden, und was ist mit Frauen?
Frage. Welche Stelle nimmt die Frau im Paradies ein? Im Koran ist es geschrieben, dass das Paradies Männern bestimmt ist, und über Frauen habe ich nichts gefunden.
Antwort. Einer der 99 Schönsten Namen des Allmächtigen ist al-‘Adl (die Gerechtigkeit), und diese Gerechtigkeit des Schöpfers erstreckt sich sowohl auf dieses Leben als auch auf die Ewigkeit, sowohl auf Männer als auch auf Frauen. Die Besonderheit des arabischen koranischen Erzählens besteht darin, dass bei der Erwähnung der Männer im Arabischen automatisch auch die Frauen gemeint werden. Außerdem gibt es im Koran nicht wenig Ayaten, die sagen, dass Frauen ebensoviel wie Männer bekommen werden und möglich mehr: „Ich lasse kein Werk der Wirkenden unter euch verlorengehen, sei es von Mann oder Frau.“ (siehe, den Heiligen Koran, 3:195). „Diejenigen aber, die handeln, wie es recht ist – sei es Mann oder Frau – und dabei gläubig sind, werden ins Paradies eingehen...“ (siehe, den Heiligen Koran, 4:124). „Dem, der recht handelt – ob Mann oder Frau – und gläubig ist, werden Wir [das Wort „Wir“ weist auf die Größe des Schöpfers, aber auf keinen Fall auf Seine Vielfalt] gewiss ein gutes Leben gewähren [das Paradies in der Ewigkeit]...“ (siehe, den Heiligen Koran, 16:97). „Am Tage, da du die echt gläubigen Männer und die echt gläubigen Frauen sehen wirst, während (die Strahlen) ihres Lichts vor ihnen und zu ihrer Rechten hervorbrechen (, heißt es): „Eine frohe Botschaft (sei) euch heute (beschieden)! In den Gärten, durch die Bäche fließen, werdet ihr auf ewig weilen...“ (siehe, den Heiligen Koran, 57:12).
Nachwort
„Der Allerbarmende verhieß Seinen Dienern [die ihre begangenen Fehler oder ihre Sünden bereuten, die in ihrem Glauben und mit ihren vortrefflichen Taten vor Gott und im Namen Gottes fromm waren] die Gärten der Ewigkeit, auf dass die Menschen dies auf Treu und Glauben annehmen. [In der Weltlichkeit werden die Menschen sowieso das Paradies nicht sehen und können sich davon mit eigenen Augen nicht überzeugen]. Wahrlich, Seine Verheißung wird in Erfüllung gehen [es gibt keinen geringsten Zweifel daran].“ (siehe, den Heiligen Koran, 19:61).
„Das Paradies, das für jene bereitet ist, die an den Allmächtigen und Seine Gesandten glauben, ist Seine Huld [die Er diesen frommen Menschen gewährt]. Er gewährt sie, wem Er will. Und Allah (Gott, der Herr) verfügt über die große Huld.“ (siehe, den Heiligen Koran, 57:21).
Das Paradies ist ein ewiges Heim, das einen Anfang und kein Ende hat.
[1] Die Gerechtigkeit ist kein Lebensstil, keine Lebensweise, keine Einsiedelei, keine hohen Losungen zu religiösen Themen, sondern ist sie eine intaktes Signal der Seele, welches die vernünftigen Grenzen zwischen dem Weltlichen und dem Ewigen signalisiert.
[2] Siehe, z.B.: Das große enzyklopädische Wörterbuch [auf Russisch]. Sankt Petersburg: Norint, 2004, S.993; Oshegow S.I. Das Wörterbuch der russischen Sprache. Moskau: Onyx 21 Wek, 2004, S.644.
[3] Boiste, Pierre (1765-1824) – französischer Lexikograph und Philosoph.
[4] Sevrus (Borochow) E.I. Der russische Literat.
[5] Die Anmerkung des Übersetzers
[6] Siehe, z.B.: At-Tirmidhi M. Sunan at-tirmidhi [Hadithensammlung von Imam at-Tirmidhi]. Beirut: Ibn Hasm, 2002, S.888, Hadith ¹3210, „hasan, sahih”.
[7] In der Aya ist das Wort „azwadsch“ gebraucht, die Form des Plurals vom Wort „zaudsch“, das als „das Paar, das Ehepaar, der Ehemann, der Gatte, die Ehefrau, die Gattin“ übersetzt wird.
[8] Siehe: Az-Zuhajli V. At-tafsir al-munir [Beleuchtendes Tafsir]: In 17 B., Damaskus: al-Fikr, 2003, B.1, S.115.
[9] Siehe: Az-Zuhajli V. At-tafsir al-munir, B.1, S.115.
[10] Siehe, z.B.: An-Nawawi J. Sahih muslim bi scharh an-nawawi [Die Hadithensammlung von Imam Muslim mit Kommentaren von Imam An-Nawawi]: In 10 B., 18 T. Beirut: al-Kutub al-‘ilmija, B.9, T.17, S.173, Hadith ¹75 (2816).
[11] Siehe, z.B.: Al-Askaljani A. Fath al bari bi scharh sahih al buchari, B.7, S.13, Hadith ¹2790; at-Tirmidhi M. Sunan at-tirmidhi. S.718, Hadith ¹ 2537; as-Sujuty G. Al-dzhami‘ as-sagyr. S.140, Hadith ¹2315, “hassan”.
[12] Siehe: as-Sujuty G. Al-dzhami‘ as-sagyr. S.140, Hadith ¹2314, „sahih“.
[13] Hadith von Abu Huraira; Hadithensammlungen von Ibn Habban, Ibn Abu Scheiba etc. Siehe, zum Beispiel: Al-Amir ‘Alaud-dyn al-Farissi. Al-ihsan fi takrib sahih ibn habban: In 18 B. Beirut: ar-Risala, 1991 (1997), B.16, S.423, Hadith ¹7408, „hassan“.
[14] Siehe: as-Sujuty G. Al-dzhami‘ as-sagyr. S.140, Hadith ¹2316, „sahih“.
[15] Siehe, z.B.: Al-Askaljani A. Fath al bari bi scharh sahih al buchari. B.10, S.803, Hadith ¹4878.
[16] Siehe, z.B.: Al-Amir ‘Alaud-dyn al-Farissi. Al-ihsan fi takrib sahih ibn habban. B.16, S.391, Hadith ¹7382, „sahih“.
[17] Sie werden keinen Speichel noch Nasenschleim absondern und werden sich nicht entleeren.
[18] Siehe, z.B.: An-Nawawi J. Sahih muslim bi scharh an-nawawi. B.9, T.17, S.173, Hadith ¹18 (2835).
[19] Das Pronomen im Plural, das im Heiligen Koran im Namen des Schöpfers angewendet wird, weist auf Seine Größe, nicht auf seine Vielfalt.
[20] Die zweite mögliche Übersetzung: „und die das obligatorische Almosen (die Zakah) entrichten”.
[21] In diesem Teil der Aya sind auch Sklavinnen erwähnt (mit denen ebensowie mit Ehefrauen intime Beziehungen erlaubt sind), aber wir schreiben hier darüber nicht, da dies mit dem Ende der Periode der Sklavenhaltergesellschaften seine Aktualität verloren hat. Einen bedeutenden Beitrag an die Ausrottung der Sklaverei leistete gerade die muslimische Kultur. Was Mythen über die Beziehung zur Frau im Islam betrifft, so ist das, wie auch vieles andere, was ins Bewusstsein von Menschen und in die Praxis einiger von ihnen eingeführt wird, das Ergebnis einer bösen PR, die von denen ausgeht, die die freien muslimischen Länder in ihre Kolonien umgewandelt haben. Und zuvor hatte die Zerstörung des Geistes und der Lebenswerte zu geschehen. Übrigens gehört dazu auch der Radikalismus, der von Fanatikern und Unwissenden aufgegriffen wird. Insbesondere betrifft das die Periode der englischen (europäischen) Kolonialexpansion.
Übrigens, wenn wir uns wieder zur Frage über die Sklaverei zurückwenden, so genas Amerika von dieser Krankheit vor nur 140 Jahren, was die Aktualität einzelner koranischer Vorschriften über die Sklaven erhielt. Was die Periode der Herabsendung des Heiligen Korans betrifft (vor vierzehn Jahrhunderten), so ist es kein Geheimnis, dass es damals die Einteilung in Freie und Sklaven in der ganzen Welt existierte. Die letzten hatten kleinere Rechte (vom Gesichtspunkt der muslimischen Gesetze) oder sie hatten gar keine (vom Gesichtspunkt der Gesetze anderer Zivilisationen jener Zeit).
Der Koran rief vom Anfang an zur Befreiung der Sklaven, die in die Sklaverei in Folge von Kriegen geraten waren, die damals in der Welt eine Norm war. Dies (die Befreiung der Sklaven) wurde kostenlos gemacht, im Namen Allahs (Gottes).
[22] Al-Firdaus ist die Bezeichnung eines der Niveaus des Paradieses.
[23] Ausführlicher siehe, z.B.: Az-Zuhaili V. At-tafsir al-munir. B.2, S.405-420.
[25] Der Groll – verhaltener Zorn, Ärger, im Inneren rumorende Hassgefühle. Duden. Das Bedeutungswörterbuch. 3., neu baerbeitete und erweiterte Auflage. Band 10. Dudenverlag. Mannheim, Leipzig, Wien, Zürich, 2002, S.442.
[26] Der Ärger – durch Missfallen an etwas, durch Unzufriedenheit, Enttäuschung o.Ä. hervorgerufendes Gefühl des Unwillens. Duden. Das Bedeutungswörterbuch. S.114.
[27] Der Zorn – heftiger, leidenschaftlicher Unwille über etwas als Unrecht Empfundenes, dem eigenen Willen Zuwiderlaufendes. Duden. Das Bedeutungswörterbuch. S.1078.
[28] Siehe, z.B.: Az-Zuhaili V. At-tafsir al-munir. B.2, S.407.
[29] Siehe, z.B.: Al-Askaljani A. Fath al bari bi scharh sahih al buchari. B.13, S.635, Hadithe ¹¹6114 und 6116.
[30] Siehe, den Heiligen Koran, 42:40.
[31] Engl. SOS (save our souls – „rettet unsere Seelen“).
[32] Hadith von Abu Huraira; Hadithensammlung von at-Tirmidhi. Siehe, z.B.: as-Sujuty G. Al-dzhami‘ as-sagyr. S.530, Hadith ¹8756, „hasan“.
