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Naswaj
Frage. Unter Usbeken und Tadshiken ist der Naswaj weit verbreitet. Wirkt er auf die Gesundheit und ist sein Gebrauch haram oder makruch (verboten oder verpönt)? U.
Frage. Mein Freund gebraucht Naswaj. Er wird von Tadshiken oder Usbeken auf Märkten für einen sehr niedrigen Preis verkauft. Höchstwahrscheinlich ist das sündhaft (sowohl der Verkauf als auch der Gebrauch), da Naswaj entspannt, mag sein, es gibt noch zusätzliche Wirkungen, und im großen und ganzen ist das eine nutzlose Geldausgabe. Und das ist bei ihm wie das Rauchen zu einer Gewohnheit geworden. Wie kann man ihm helfen, sie aufzugeben? Ich will ihn unterstützen, ihm helfen, er ist auch dafür. Helfen Sie bitte mit einem Ratschlag. Wird der Zustand der rituellen Reinheit nach dem Naswajgebrauch gestört? S.
Antwort. Der Naswajgebrauch ist kanonisch verboten (haram), da er der Gesundheit schadet und den Verstand berauscht. Es können keine Zweifeln am Verbot dieses Stoffes bestehen.
Wenn der Mensch die Besinnung verliert (ähnlich wie beim Schlaf, bei der Ohnmacht oder bei der Trunkenheit), so wird der Zustand der rituellen Reinheit gestört.
Der Ratschlag ist, vernünftig zu werden und von dieser Minute ab den Gebrauch dieses ekelhaften Zeuges einzustellen.
Was ist Naswaj?
Die Bezeichnung dieses Stoffes ist anscheinend mit dem Name der Pflanze verbunden, die man früher für seine Herstellung verwendet hat. Heutzutage gehören zu seinen Hauptkomponenten Machorka oder Tabak. Man gibt in die Mischung auch gelöschten Kalk, Asche verschiedener Pflanzen, getrockenen Kamelmist oder Hühnermist[1], manchmal Öl hinzu. Einige Quellen sprechen von der Zugabe von Dürrobst und Gewürze.
Anderen Angaben nach gilt als „Naswaj” der Tabakstaub, der mit Kleber, Kalk, Wasser oder Pflanzenöl gemischt wird und in Kugeln zusammengerollt wird. In Mittelasien, wo „Naswaj” sehr populär ist, sind Rezepte für seine Zubereitung verschieden, oft fehlt Tabakstaub in der Mischung überhaupt. Er kann von aktiveren Stoffen ersetzt werden.
Die Mehrzahl der Komponenten der Mischung erfüllen eine formbildende Funktion bei der Granulierung der staubförmigen Abfälle der Tabakproduktion. Kalk ändert die Reaktion der Umgebung und trägt der Absorption von Nikotin ins Blut durch die Schleimhaut der Mundhöhle bei. Dazu trägt auch Hühnermist bei, einige Quellen behaupten, dass er in die Mischung bei der Abwesenheit von Kalk hinzugegeben wird.
Es sind verschiedene Arten von Naswaj bekannt: eine taschkentische, eine ferganische, eine andishaner und andere. Es können verschiedene Bezeichnungen genutzt werden: Nassybaj, Anaswaj, Asmaj, Atmaj.
Man beschreibt das Außere von Naswaj verschieden. Er kann in Form von grünen Kugeln, jedoch auch in Form von einem grau-braunen Pulver sein. Es gibt die Meinung, dass ein frischer Naswaj wie große, durchtränkte grüne Kernchen aussieht, und ein nicht frischer einem Pulver ähnlich ist und eine fast schwarze Farbe hat.
Eine andere Meinung besteht darin, dass man früher Naswaj in Form von kleinen Erbsen hergestellt hat, und später ist man zu den Stäbchen übergegangen, die sich durch das Zerhacken der Masse durch einen Fleischwolf bilden. Das sind Merkmale des Übergangs zu einer Massenproduktion. Naswaj wird industriell nicht hergestellt. Seine Produktion wird in häuslichen Bedingungen organisiert (wo kann man denn noch solch einen Überfluss von Kamelmist oder Hühnermist finden?).
Gebrauch
Man muss gestehen, dass der Naswajgebrauch eine sehr mühevolle Beschäftigung ist. Man raucht Naswaj nicht (obwohl man dieses Wort verwendet), sondern man „wirft“ ihn.
Man bezeichnet Naswaj manchmal als Kautabak, aber man kaut ihn nicht. Man klemmt Naswaj unter die Unterlippe oder unter die Oberlippe und haltet ihn dort in Erwartung der Wirkung. Beim Klemmen von Naswaj in den Mund bemüht man sich, dass das Pulver nicht auf die Lippen gerät, die in solchem Fall von Brandblasen und Geschwüren abgedeckt werden. Die Konsumenten betonen die Unzulässigkeit des Schluckens des reichlich auftretenden Speichels. Der verschluckte Speichel oder die verschluckten Körnchen der Mischung können Übelkeit, Erbrechen und Durchfall hervorrufen. Am meisten wird gerade das Erbrechen als die Haupteinwirkung von Naswaj genannt, insbesondere bei Anfängern.
Man nennt vier Verfahren des Naswajgebrauchs: unter der Unter- oder Oberlippe, unter der Zunge und in der Nase.
Folgen eines langfristigen Naswajgebrauchs
1. Nach Angaben der usbekischen Onkologen werden 80% der Fälle des Zungen-, des Lippenkrebses und des Krebses anderer Organe der Mundhöhle und der Kehlköpfe mit dem Naswajgebrauch verbunden.
2. Da Naswaj Exkremente der Tieren enthält, so kann jedermann, der ihn gebraucht, sehr leicht mit vielfältigen Darminfektionen und parasitischen Erkrankungen, darunter auch mit Virusleberentzündung, angesteckt werden.
3. Gärtner wissen es, was mit einer Pflanze passiert, wenn man sie mit einer unverdünnten Lösung von Hühnermist gießt: sie „verbrennt“. Ärzte bestätigen: dasselbe geschehe im Organismus eines Menschen: in erster Linie leiden die Schleimhaut des Munds und das Verdauungssystem. Der langfristige Naswajgebrauch kann Magengeschwüre hervorrufen.
4. Da der Hauptbestandteil von Naswaj Tabak ist, entwickelt sich eine Nikotinabhängigkeit. Fachleute aus Kirgisien, wo der Naswajgebrauch seit langem verbreitet ist, meinen, dass diese Form von Tabak schädlicher als Zigaretten ist, da der Mensch eine größere Dosis von Nikotin bekommt, insbesondere wegen der Einwirkung von Kalk auf die Schleimhaut der Mundhöhle. Naswaj ruft eine starke Drogenabhängigkeit hervor.
5. Kasachische Narkologen meinen, dass einige Arten von Naswaj außer Tabak narkotische Stoffe enthalten. Aus diesem Grund kann sich bei Konsumenten von Naswaj nicht nur eine Nikotinabhängigkeit, sondern auch eine Abhängigkeit von anderen chemischen Stoffen entwickeln.
6. Naswaj kann man den Psychopharmaka zurechnen. Sein Gebrauch wirkt bei Jugendlichen auf ihre psychische Entwicklung: es sinkt die Wahrnehmung und es wird das Gedächtnis verschlechtert, Kinder werden unausgeglichen. Konsumenten berichten über Gedächtnisprobleme, über einen ständigen Verwirrungszustand. Folgen des Gebrauchs sind eine Veränderung der Persönlichkeit des Jugendlichen, psychische Störungen.
7. Bei Kindern wird der Naswajgebrauch sehr schnell zu einer Gewohnheit. In kurzer Zeit wünscht ein Jugendlicher noch stärkere Empfindungen. Und wenn der Jugendliche für sich den Naswaj auch so leicht kaufen kann wie ein Kaugummi, so gibt es keine Garantie, dass er in nächster Zukunft nicht starke Drogen probieren wird.
8. Konsumenten berichten über die Zerstörung ihrer Zähne.
Geografie von Naswaj
Es wird angenommen, dass der Naswaj ein Teil der traditionellen Kultur der mittelasiatischen Länder ist. Er wurde nach Mitteilungen von Fachleuten aus Kasachstan und Kirgisien in der letzten Zeit in den Ländern Mittelasiens noch mehr verbreitet, besonders unter den Schülern der siebenten und achten Klassen. Auf den Märkten der mittelasiatischen Länder wird Naswaj gleichermassen wie Tabakerzeugnisse und Samen verkauft. In Kasachstan kostet eine Tüte Naswaj, die etwa 30 Portionen enthält, weniger als 10 amerikanische Cent (umgerechnet). In Kirgisien kostet eine Tüte etwa 5 Cent.
Welche Mythen können Konsumenten von Naswaj erzählen
1. Eine beliebige Droge, sei es Hühner- oder Kamelmist, gebraucht man immer zwecks „einer eigenartigen Lebenserfahrung”. Gerade diese Idee reden erfahrene Konsumenten den Neulingen ein, indem sie meistens ihre Erfahrung des Erbrechens oder des Durchfalls verschweigen.
2. Die Jugendlichen begründen meistens den Naswajgebrauch damit, dass man nach dem Gebrauch nicht rauchen will. Einige stellen ihn als ein Mittel dar, das Rauchen aufzugeben hilft, die anderen als einen Tabakersatz, wenn man sich durch den Geruch nicht verraten will. Oft nennt man Naswaj als Tabak für die Sportler, die ihre Lungen nicht mit Harz beschmutzen wollen. Doch ist Naswaj nicht ein Ersatz, sondern selbst der Tabak, der den Organismus schädigt. Wenn das Ziel gerade darin besteht, ein Mittel zum Aufgeben von Rauchen oder einen Tabakersatz zu finden, und dabei diese eben durch den Mund zu gebrauchen, so existieren dafür legale und linzenzierte Präparate mit einem bestimmten Effekt: das nikotinhaltige Kaugummi, das in Apotheken ohne Rezept des Arztes verkauft wird.
Was ist zu tun?
Da Naswaj nicht als Drogen qualifiziert wird, wird der Kampf gegen ihn zur Zeit nur auf die Versuche zurückgeführt, zu erklären, was das ist. Und vor allem muss man das den Eltern und den Pädagogen erklären, auf deren Aufmerksamkeit nur hoffen kann.
[1] In diesem Kontext siehe den Artikel „Ekel“.
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