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Die Hölle
Die Hölle ist der feurige Höhepunkt, in dem sich die Menschen und die Dschinn einfinden werden, die eine Strafe verdient haben.[1]
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Der Prophet Muhammad (Allahs Friede und Segen sei mit ihm) sagte einmal: „Wahrhaftig, ein riesiger Felsen, wenn er vom Rand der Hölle hinabgeworfen wird [wenn man sich so etwas vorstellt und annimmt], wird siebzig Jahre lang nach unten fallen, und er wird trotzdem den Boden [der Hölle] nicht erreichen”.[2] Der zweite rechtgeleitete Kalif ‘Umar sagte zur Erläuterung dieser Worte: „Denkt häufiger über die Hölle nach[3]: ihre Temperatur ist unglaublich hoch, ihr Boden ist unglaublich tief und ihre Schlagstöcke sind aus Metall [und das sind durchaus nicht Ruten].”[4]
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Der letzte Gottesgesandte verkündete: „Die mildeste Strafe werden in der Hölle diejenigen haben, denen man feurige Schuhe anziehen wird, die einen Menschen bis zu solchen Temperaturen erhitzen werden, dass sein Gehirn wie ein Kessel sieden wird. Wer diese höllische Qual erleiden muss, wird denken, er habe die härteste Strafe, obwohl das die mildeste sein wird.”[5] Das heißt, wer im weltlichen Heim an den Schöpfer glaubte und Seinen Vorschriften folgte, aber solche Versündigungen beging, die durch die Reue und vortreffliche Taten nicht gebüßt wurden, und auch wer aus irgendeinem Grunde der Gnade des Schöpfers am Tag der Abrechnung nicht für würdig befunden wurde, wird in dieses „schonende“ höllische Niveau für eine bestimmte, von der Menge seiner Sünden abhängige Frist geraten.[6]
In dieses Niveau wird möglicherweise auch ein Teil der Menschen von verschieden Überzeugungen und Ansichten geraten, die in ihren Worten und Taten sehr edel, freigebig und großmütig waren, aber… nicht wünschten, in ihre Herzen Strählchen des Glaubens zu lassen. „Der Herr [der Schöpfer von Allem und Alles, Der in dieser Welt unvorstellbar ist und mit etwas Weltlichem nicht vergleichbar ist] wird am Tag der Abrechnung die Bewohner der Hölle fragen, die in das „schonende“, erleichterte Niveau geraten werden: „Wenn ihr alle weltlichen Reichtümer hättet, so würdet ihr wünschen, euch damit von den höllischen Qualen loszukaufen?” „Ja,“ – werden sie antworten. „Und Ich habe euch nur um eine Kleinigkeit gebeten – niemanden zu Meinen Gefährten zu zählen [die von euch erfundenen Göttern nicht anzubeten]. Ihr habt doch diese Kleinigkeit nicht gemacht!”[7]
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Einmal sagte der Prophet Muhammad (Allahs Friede und Segen sei mit ihm): „Ich kenne [auf dem Niveau der göttlichen Eingebung] denjenigen, der die Hölle als letzter verlassen wird und als letzter ins Paradies eintreten wird. Dieser Mensch wird aus der Hölle kriechend auf allen Vieren herauskommen. Der Allmächtige Schöpfer wird ihm sagen: „[Jetzt] darfst du ins Paradies eintreten.” Er wird eintreten, aber es wird ihm scheinen, dass das Paradies schon voll von Bewohnern ist. Er wird sich umdrehen und wird ausrufen: „O Herr, ich sehe, dass das Paradies schon voll ist [ich denke, es ist für mich dort kein Platz geblieben]!” Ihm wird es wiederholt befohlen werden, dass er sich ins Paradies begibt. Aber er wird für sich dort wieder keinen Platz finden und wird erstaunt seine Worte wiederholen. [Nachdem der Allmächtige Allah diesen Menschen durch ungewöhnliche Empfindungen und Eindrücke geführt hat, wird Er ihn beruhigen:] „Du darfst ins Paradies eintreten [beruhige dich, es gibt für dich dort einen Platz]. Dort ist es für dich, was Du wünschst, und dort wartet auf dich solch eine Menge an Reichtümern, die man nur mit allen Reichtümern der Erde, die mit zehn multipliziert sind, vergleichen kann”![8]
[Der Mensch, der das weltliche Heim verließ, hatte ein Teilchen des Glaubens, das ihn letztendlich rettete. Aber er trug auch die grösste Last der Sünden, was einen so langfristigen Aufenthalt in der Hölle verursachte. Er erlebte einen unvorstellbaren Schrecken und Qualen als Sühne seiner Versündigungen. Und jetzt, nachdem er die ganze Bitternis des Fegefeuers erleidet hatte, bekam er die Möglichkeit, an das Paradies heranzukommen und darin einzutreten. Er näherte sich schon zum schwindelerregenden Wohlgeruch der Aromen des Paradieses, zu seiner unvorstellbaren Schönheit und seiner Pracht… Zuerst schien es ihm, es gäbe es dort keinen Platz, aber später erfuhr er, dass ihm, dem letzten Sünder aus der Zahl der Gläubigen, solche Mengen an Reichtümern auf ewig gewährt werden, die sich keiner auf der Erde vorstellen konnte, da sie zehnfach mehr und dabei auf ewig sind. Er kam aus der Hölle als Letzter heraus, ganz erschöpft und entkräftet. Zurück ließ er diejenigen, die dort auf ewig bleiben werden. Als er sah, was ihn im Paradies erwartet, und vor kurzem hätte er für sich angeblich kein kleines Plätzchen gesehen, rief er aus:] „Mein Herr, ist das ein Scherz?” Der Prophet Muhammad, nachdem er davon erzählt hatte und eine unvorstellbare Menge der Reichtümer erwähnt hatte, die diesen Menschen erwarten, betonte: „Das ist die niedrigste Ebene des Paradieses [das Kleinste nach den paradiesischen Maßen für den sündhaftesten von den Gläubigen].”[9]
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„Fürchtet euch vor der Hölle! [Seid fromm vor dem Allmächtigen, meidet offenbare Sünden und vollbringt vortreffliche Taten!] Und sei es die Hälfte einer Dattel [etwas sehr Kleines und Unbedeutendes, das zu Gunsten anderer vollbracht wird] oder, wenn ihr auch so Kleines nicht habt, dann –ein vortreffliches Wort [d.h. eine ermutigende, wahre, beruhigende, begeisternde, eurem Gesprächspartner positive Emotionen schenkende Rede].”[10]
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Der Prophet Muhammad (Allahs Friede und Segen sei mit ihm) zitierte einmal: „Fürchtet Gott [Allah, den Schöpfer] nach Maßgabe eurer Kräfte und eurer Möglichkeiten, und bemüht euch [macht alles von euch abhängige], das weltliche Heim als Gläubige [an den Einheitlichen und Ewigen Schöpfer, mit der Kenntnis und mit der praktischen Anwendung der Postulate des Glaubens] zu verlassen.”[11] Und er ergänzte danach: „Wenn ein Tropfen des Fruchtsaftes des höllischen Baumes auf das weltliche Heim tropfen würde, so würde er diese zeitweilige Welt vergiften, ihr den Geschmack entziehen. Und stellt euch den Zustand deren vor, für die das [in der Hölle, d.h. für die dort zeitweilig oder ewig Verbleibenden] zur Nahrung wird.“[12]
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„Wenn sich die Bewohner des Paradieses in ihr ewiges Heim begeben werden, und die Bewohner der Hölle – in die Hölle für zeitweilige oder ewige Qualen, wird der Tod nach dem Befehl des Schöpfers materialisiert werden und wird zwischen dem Paradies und der Hölle untergebracht werden. [Vor den Augen der Anwesenden] wird er getötet[13] werden, wird er unwiederbringlich vernichtet werden. Der Herold wird ausrufen: „Bewohner des Paradieses, es gibt keinen Tod mehr! Bewohner der Hölle, der Tod existiert nicht mehr!” Dieses Ereignis wird die Gerechten noch mehr erfreuen und die Sünder, die in der Hölle sind, wird es noch mehr betrüben.”[14]
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„Niemand wird ins Paradies eintreten, ohne seinen Platz in der Hölle zu sehen, wohin er geraten wäre, wenn er gesündigt hätte. Dies wird seine Dankbarkeit zum Allmächtigen vermehren. Und niemand wird in die Hölle eintreten, ohne seinen Platz im Paradies zu sehen, wohin er geraten könnte, wenn er fromm gewesen wäre. Das wird ihn stark betrüben[15].”[16] Schade, denn niemand darf sein Leben noch einmal leben. Nach fünfzig, siebzig oder achtzig Jahren seiner Lebensfrist wird der Mensch mit der Ankunft des Todes seine Augen schließen, die so lange auf diese Welt schauten. Die Frist, etwas zu bessern, wird unwiederbringlich zum Ende kommen, obwohl es nicht wenige Möglichkeiten gegeben hat.
Der Mensch lebt, solange er mit seinem Herzen lebendig ist, solange er von innen lebt und folglich mit Glauben zum Hohen, zum Schönen und zum Besten strebt…
[2] Siehe, z.B.: as-Sujuty G. al-dzhami‘ as-sagyr [Die kleine Sammlung]. Beirut: al-Kutub al-‘ilmija, 1990, S.125, Hadith ¹2042, „hasan”.
[3] Nicht um sich in die Sackgasse der Frustration und der Hoffnungslosigkeit zu verrennen, sondern im Gegenteil, um sich die Lebenskräfte, den Wunsch verleihen, seine Vergangenheit zu ändern, zu bessern, zu bereuen, um die Gegenwart zu verschönern und die Zukunft zu vervollkommnen.
[4] Siehe: At-Tirmidhi M. Sunan at-tirmidhi [Hadithensammlung von Imam at-Tirmidhi]. Beirut: Ibn Hasm, 2002, S.730, Hadith ¹2580.
[5] Siehe: Al-Kari‘ A. Mirkat al-mafatih scharh mischkat al-masabih: In 11 B. Beirut: al-Fikr, 1992, B.9, S.3613, Hadith ¹5667. Auch siehe, z.B.: Al-'Askaljani A. Fath al-bari bi scharh sahih al-buchari: In 18 B. Beirut: al-Kutub al-‘ilmija, 2000, B.14, S.508, Hadithe ¹6561 und 6562.
[6] Siehe: Al-Kari‘ A. Mirkat al-mafatih scharh mischkat al-masabih. B.9, S.3613.
[7] Siehe, z.B.: Al-'Askaljani A. Fath al-bari bi scharh sahih al-buchari. B.14, S.507, Hadith ¹6557; Al-Kari‘ A. Mirkat al-mafatih scharh mischkat al-masabih. B.9, S.3614, Hadith ¹5670.
[8] Siehe: At-Tirmidhi M. Sunan at-tirmidhi. S.735, Hadith ¹2600, „hasan, sahih”.
[9] Siehe, z.B.: Al-'Askaljani A. Fath al-bari bi scharh sahih al-buchari. B.14, S.510, Hadith ¹6571.
[10] Siehe, z.B.: Al-'Askaljani A. Fath al-bari bi scharh sahih al-buchari. B.14, S.509, Hadith ¹6563.
[11] Siehe: den Heiligen Koran, 3:102.
[12] Siehe: At-Tirmidhi M. Sunan at-tirmidhi. S.732, Hadith ¹2590, „hasan, sahih”.
[13] Wie merkwürdig ist diese Allegorie – „der Tod wird getötet werden”! Wieder einmal wurden und werden wir zu den Zeugen der Tiefe des Gottesvorhabens, des Eklektismus des Spieles des Weltlichen und des Ewigen, des Kaleidoskops des Rosigen und des Traurigen, des Tanzes des Lebens und des Todes, die sich im Takt, Hand in Hand bewegen. Der Tod, der auf der Erde Ozeane von Trauer und Wasserfälle von Tränen bewirkt hat, wird am letzten sterben. Symbolisch! Und darin ist die Größe, die Macht und die Tiefe Desjenigen, Der die Menschen im weltlichen Heim nur… um Glauben an Seine Einzigkeit bat.
[14] Siehe, z.B.: Al-'Askaljani A. Fath al-bari bi scharh sahih al-buchari. B.14, S.506, Hadith ¹6548.
[15] „Im Unglück, dessen Grund wir selber sind, besteht die ganze Bitternis darin, dass wir anerkennen sollen, dass wir es verdient haben.“ – Pierre Boiste (1765-1824).
[16] Siehe, z.B.: Al-'Askaljani A. Fath al-bari bi scharh sahih al-buchari. B.14, S.510, Hadith ¹6569.
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