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Warum sind in der Hölle mehr Frauen?
Wer und wofür wird in der Hölle in der Mehrheit sein?
Frage. Inwiefern ist das Hadith darüber glaubwürdig, dass es in der Hölle mehr Frauen als Männer geben wird? Bitte, wenn möglich, erläutern Sie das, da diese Äußerung oft von unseren jungen Männern zu hören ist. Und bei den Mädchen entsteht eine pessimistische Stimmung und das Gefühl der Unvollkommenheit. Marat.
Antwort. Dieses Thema hat seine Besonderheit und fordert ein bestimmtes Taktgefühl. Der Sinn besteht nicht darin, um festzusetzen, wer, wohin und in welcher Anzahl geraten wird, sondern in der Fähigkeit, das Wesen zu verstehen, Konsequenzen aus dieser Äußerung zu ziehen und dadurch ihre Folgen vorwegzunehmen. Zweifellos ist der Männerchauvinismus hier ganz unangebracht. Solche Erzählungen dürfen als eine Mahnung, nicht aber als ein Vorwurf des Jugendsnobismus erzählt werden. Eigentlich wendet sich dieses Hadith nicht so viel an Frauen wie an Männer, es ruft sie auf zum Verständnis ihrer Verantwortung für jene Frauen, die neben ihnen sind, die von ihnen geliebt werden und ihnen teuer sind.
Wollen wir uns jetzt zur kanonischen Seite der Frage wenden.
1. Das Hadith ist glaubwürdig.
2. Sein Sinn, der gerade die Eigenschaften und das Wesen der Bewohner der Hölle betont, betrifft sowohl Männer, als auch Frauen, aber Frauen im höheren Grade.
3. Der Prophet Muhammad (Allahs Friede und Segen sei mit ihm) hat einmal gesagt:
„Mir wurde das Paradies gezeigt, ich nahm von dort eine Traube (einer Paradiesfrucht), und wenn ich sie euch gebracht hätte, könntet ihr euch davon bis zum Ende der Welt ernähren und satt werden![1] Ich sah [auch] die Hölle. So einem [Schrecken] begegnete ich niemals. Ich sah mit meinen eigenen Augen, dass Frauen der grosse Teil ihrer Bewohner sind”.
„Und warum, o Gottesgesandter, [eben Frauen]?” – fragten ihn seine Gefährten.
„Wegen ihres Unglaubens[2]”.
„Wegen des Unglaubens (der Undankbarkeit) an Gott?” – fragten sie ihn.
„Nein, wegen des Unglaubens (der Undankbarkeit) an jene, die neben ihnen sind; wegen des undankbaren Verhaltens zu einer Wohltat, zu etwas Gutem [das ihnen gegenüber früher getan wurde]. [Man kann doch oft folgendes sehen: du] verhältst dich zu einer von ihnen [zu einer der Frauen, zum Beispiel, zu deiner Ehegattin] im Laufe eines Jahrhunderts [das heißt, sehr lange] gut, und sie, als sie an dir etwas sah, was ihr nicht gefallen hat, ruft [plötzlich]: „Ich habe bisher von dir nichts Gutes gesehen! [Zum Beispiel, die Frau zu ihrem Mann: „Du hast meine Jugend verdorben, ich habe mit dir meine besten Jahre verloren!” u.ä.]”.[3]
4. „Mir wurde das Paradies gezeigt“; „Ich sah [auch] die Hölle“, das heißt, es wurden von seinen Augen solche Dinge entfernt, wie die Beschränktheit der Zeit und des Raumes, und er, der letzte Prophet und der letzte Gottesgesandte, hat wirklich die Hölle und das Paradies gesehen. Die Verkündigung der Propheten über solche Sachen ist eine Ermahnung (nach Willen und Gnade des Schöpfers) darüber, worüber man aufmerksamer und wachsamer sein muss. Ein Mensch kann Gebete verrichten, fasten und dabei meinen, dass er sehr fromm ist (wenn er sich äußerlich mit anderen vergleicht), aber in einfachen Fragen der Ethik, der Dankbarkeit zu Menschen und um so mehr zu seinen Eltern, zu ihrem Mann oder zu seiner Frau kann er ganz taktlos und unanständig sein. Dadurch überdeckt er seine guten Taten und ihn erwartet sei es nicht eine ewige (wenn in der Todesstunde in seinem Herzen wenigstens ein Stäubchen des Glaubens und seiner Grundlagen anwesend sind), aber doch eine höllische Strafe.
5. Der Pessimismus ist hier fehl am Platze. Der letzte Gottesgesandte, der als Barmherzigkeit für die Welten gesandt wurde, ermahnte zu dem Obenerwähnten nicht umsonst. Es ist nötig, solch eine Ermahnung zu beachten und in der Praxis Verfahren der Vorbeugung von ähnlichen Fehlern einzusetzen, und dann wird diese Frage entschieden. Alles ist so einfach, aber ich werde eingestehen, dass die Arbeit an sich, an seinen Eigenschaften und an seinen Charakterzügen eine komplizierte und anstrengende Aufgabe ist.
[1] Übrigens spricht das gar nicht von der unermesslichen Grösse dieses Fruchtes, da im Paradies eine andere Vorstellung über die Materie und über das Wesen der Sachen ist. Ausführlicher sehen Sie darüber im Artikel „Das Paradies“.
[2] Im Hadith steht das Wort „kufr”, das als „Gottlosigkeit, Unglauben, Undankbarkeit“ übersetzt wird.
[3] Hadith von Ibn ‘Abbas; Hadithensammlungen von al-Buchari etc. Siehe, zum Beispiel: Al-‘Askaljani A. Fath al-bari bi scharh sahih al-buhari [Die Eröffnung vom Schöpfer (für den Menschen im Verständnis des Neuen) durch Kommentare zur Hadithensammlung von al-Buhari]: In 18 B., Beirut: al-Kutub al-‘ilmija, 2000, B.11, S.372, Hadithe ¹ 5197 und 5198; Al-‘Aini B. ‘Umda al-kari scharch sahih al-buchari. [Stütze des Lesers. Der Kommentar zur Hadithensammlung von al-Buchari]: In 25 B. Beirut: al-Kutub al-‘ilmija, 2001, B.20, S. 265, 266, Hadithe ¹ 5197 und 5198.
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