Artikel

Drogen

 

Der Hauptgrund des standhaften kanonischen Drogenverbots ist der Rausch des Verstands, die Handlungsunfähigkeit des Menschen als Ergebnis des Gebrauchs dieser Stoffe. Der Prophet Muhammad (Allahs Friede und Segen sei mit ihm) sagte: „Meidet alles, was berauscht! Es ist kein Zweifel darin, dass es der Schlüssel alles Bösen ist“; „Hütet euch vor allem, was berauscht“![1]

Im Heiligen Koran ist gesagt: „O ihr, die ihr glaubt! Wahrlich und zweifellos sind Berauschendes [alles, was den Verstand, die Vernunft berauscht], Glücksspiel, Opfersteine [verschiedene Formen des Heidentums, Opfergaben den Götzen] und Lospfeile [Wahrsagen] ein Greuel (ein Schmutz, eine Schändlichkeit, eine Gemeinheit), das Werk des Satans. So meidet sie, möglich werdet ihr erfolgreich sein. Wahrhaftig will Satan durch das Berauschende und das Losspiel nur Feindschaft und Hass zwischen euch auslösen und euch vom Gedenken an Allah (Gott, Herrn) und vom Gebet abhalten. Werdet ihr aufhören [, diese schlechten und schändlichen Sachen auszuüben]? [Hört auf, euch damit zu beschäftigen!]“ (siehe, den Heiligen Koran, 5:90, 91).

Der Prophet Muhammad (Allahs Friede und Segen sei mit ihm) sagte: „Was in grossen Mengen berauscht, ist in kleinen Mengen auch verboten”.[2]

Drogen aller Formen und Abarten werden von allen muslimischen Gelehrten der Vergangenheit und der Gegenwart ausnahmslos der Kategorie des Verbotenen (haram) zugerechnet. „Es ist alles verboten, was den Verstand berauscht”, – sagte vor vierzehn Jahrhunderten der zweite rechtsgeleitete Kalif ‘Umar, indem er betonte, dass nicht nur Wein, alkoholische Getränke, sondern auch alles verboten ist, was auf einen Menschen die ähnliche Einwirkung hat.[3]

Der Prophet Muhammad (Allahs Friede und Segen sei mit ihm) „hat alles dem Verbot (haram) zugerechnet, was den Verstand berauscht und träge macht, schwächt”.[4]

 

Zwei koranische Ayaten

 Nach der einmütigen Meinung der Weltgesellschaft, ihres vernünftigen Teils, wird der Drogengebrauch boshaften Taten zugerechnet und wird der Drogenvertrieb strafrechtlich verfolgt, was Drogen mit dem geraden Text aus dem Koran in die Liste des Verbotenes einträgt: „...er [der letzte Gottesgesandte, der Eingebung vom Schöpfer folgend] verbietet ihnen das Böse (das Schlechte, das Boshafte)...“ (siehe, den Heiligen Koran, 7:157).

Nach der einmütigen Meinung der Mehrheit der Staaten des Planets, ihrer Rechtsschutzorgane und der Institute der Gesundheitsfürsorge werden Drogen dem zugerechnet, was für die Gesundheit des Individuums und der Gesellschaft insgesamt gefährlich ist, der Drogengebrauch und der Drogenvertrieb wird in verschiedenen Formen von gerichtlichen Instanzen verfolgt. Im Heiligen Koran ist gesagt: „...stürzt euch nicht mit eigenen Händen ins Verderben“! [Setzt euch nicht absichtlich und unbegründet einer Gefahr aus, schätzt das Leben und werdet zu dieser Gottesgabe entsprechend aufmerksam!] (siehe, den Heiligen Koran, 2:195).

 

Eine vorrangige Strafe für den Drogenvertrieb

 Eine Hauptunterbindungsmaßnahme gegen die Organisation der Drogenkartelle, der Dealernetze, der Diebesneste usw. vom Gesichtspunkt des muslimischen Strafgesetzbuches ist höchstes Strafmaß. Ähnliche Formen der Strafe werden in China und in fünf nahöstlichen Ländern verwendet. Zum Beispiel in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist für den Vertrieb der Drogen die Todesstrafe oder lebenslängliche Haft vorgeschrieben. Der Drogengebrauch wird laut dem Gesetz mit vier Jahren Freiheitsentzug bestraft.

   

Fragen zum Thema

 Frage. Ich habe einen Bruder, er verrichtet Gebete fünf Mal pro Tag, fastet. Aber... er gebraucht Drogen. Meine Frage ist, ob er im Drogenrausch Gebete verrichten darf, auch selbst wenn er versteht, was er sagt. Antworten Sie mir bitte auf diese Frage. N.

Antwort. Er soll nicht Gebete verrichten, sondern (zwangsläufig) behandelt werden. Im Zustand eines beliebigen Rausches ist es mit dem koranischen Text strengstens verboten, Gebet zu verrichten.

Drogen sind eindeutig und ohne Zweifel kanonisch verboten (haram). Ältere sollen entsprechende Maßnahmen unternehmen, insbesondere solche von psychologischem und geistigem Charakter.

 

Frage. Ich habe geheiratet und das ist, was ich heute habe. Mein Ehemann gebraucht Drogen, ich versuche, ihn davon abzubringen, ihm zu helfen, aber ich kann nicht. Er arbeitet nicht. Ich lebe von dem Geld, das mir meine Eltern geben. Ich liebe meinen Ehemann und ich will mich nicht scheiden lassen, aber manchmal fehlt mir einfach Geduld. Antworten Sie bitte!

Antwort. Er soll in einer guten Klinik nötigenfalls unter Zwang behandelt werden, wo sein Blut gereinigt und seine Psyche wieder zum Guten entwickelt wird. Sie müssen mit ihm unbedingt umziehen, damit er diejenigen meidet, die ihn darauf stoßen.

Mehr noch als Sie sollen sich seine Verwandten mit dieser Frage beschäftigen. Die Methoden sollen hart sein, das Zureden ist hier unangebracht. Es ist sehr schwierig, aus einer alkoholischen Abhängigkeit herauszukommen, und von einer Drogenabhängigkeit ist es besonders schwer.

Ich kenne die Menschen, die das ein für allemal gelassen haben und zu guten Hausvätern und Gesellschaftsmitgliedern geworden sind, und die Menschen, die sich manchmal wegen ihrer Willensschwäche und dank ihrer „guten“ Kameraden nicht beherrschen.

Die Handlungen sollen kategotisch sein. Das Zureden und Schwäche sind hier unangebracht.

 

In sich tief zu blicken

 Der Teil der Menschheit, der dem letzten Gottesgesandten gefolgt ist, wird in der Heiligen Schrift als die „beste“ von denen genannt, die irgendwann Propheten und Gesandten des Schöpfers folgten.[5]

Wollen wir versuchen, den Sinn dieser und der folgenden zwei Ayaten gründlich zu betrachten, sie lauten: „Ihr wart (!)[6] die beste Gemeinde, die für die Menschen entstand [, denn eure Haupteigenschaften waren die drei Folgenden:] (1) Ihr habt geboten, was Rechtens ist [, ihr habt einmal euch selber und auch die anderen dazu angeregt, was für jeden vernünftigen Menschen gut und richtig (ma‘ruf) ist], und (2) ihr habt das Unrecht verboten [indem ihr euch selber davon ferngehalten und euch bemüht habt, die anderen davon fernzuhalten, was einer menschlichen Natur fremd ist, was im geraden Widerspruch zur Moral und zur Sittlichkeit steht (munkär)], und (3) ihr glaubtet an Allah (Gott, Herrn) fest. [7] [Der Glaube an Gott steht an der dritten Stelle aus jenem einfachen Grund (und nur der Allmächtige weiß die Wahrheit), dass sich die Mehrheit der Menschen zu den Gläubigen hinzuzählt, aber eine tatsächliche Äußerung des Glaubens als ein unabänderliches Vorhandensein der ersten zwei erwähnten Eigenschaften bei weitem nicht für viele kennzeichnend ist.]

Und wenn die Leute der Schrift (Juden und Christen) [an Gott] geglaubt hätten [und dem Propheten Muhammad gefolgt hätten], wahrlich, es wäre gut für sie gewesen! Unter ihnen sind Gläubige [die den Begriff „Gott“ auf verschiedene Weise verstehen], aber die Mehrzahl von ihnen sind Frevler. [Übrigens sind denn diese letzten Feststellungen nicht auch für Moslems, muslimische Völker und Staaten unseres Jahrhunderts aktuell?!]

Niemals werden sie [die Leute der Schrift] euch einen Schaden zufügen, außer Schmerz [indem sie euch durch ihre Unlust zu verstehen, zu hören, auf euch einzugehen, durch Beleidigungen und unbegründete Anschuldigungen euch gegenüber, indem sie euch unter Heiden einreihen u. dgl. weh tun], und wenn sie gegen euch kämpfen, werden sie euch den Rücken kehren [werden sie Schlachten verlieren]; und sie werden keine Hilfe [von Gott] bekommen.

Erniedrigung ist für sie vorgeschrieben, wo immer sie getroffen werden, außer sie wären in Sicherheit (auf Grund) ihrer Verbindung mit Allah oder ihrer [entsprechenden] Vereinbarungen mit den Menschen. Und sie ziehen sich den Zorn Allahs zu, und für sie ist die Notlage vorgeschrieben, weil sie Allahs Zeichen verleugneten und die Propheten ungerechterweise ermordeten. [Das (die ungerechte Ermordung der Propheten) ist vor langer Zeit, während der Zeit von Noah, Abraham, Mose, Jesus geschehen, und heutzutage kann die Zerstörung und die Vernichtung dessen, was beim Schöpfer heilig ist, von Ihm nicht weniger verhasst sein. Sowohl in jenen alten Zeiten, wenn man auf das Leben der Gottesgesandten Anschläge verübt hat und ihr Blut vergossen hat, als auch heutzutage gibt es nicht wenige Menschen (Staaten, politische Regimes), für die es nichts Heiliges gibt. Über kurz oder lang wird sie dasselbe Los heimsuchen.] Solches [das Los von Demütigten und Darbenden] (geschieht), da sie widerspenstig und Übertreter [der Grenzen des Erlaubten] waren.” (siehe, den Heiligen Koran, 3:110-112).[8]

Wenn wir (ohne auf Einzelheiten einzugehen) die Lage der heutzutage auf dem Planet Erde lebenden Nachfolger des Propheten Muhammad, deren Anzahl mehr als eine Milliarde Menschen beträgt, analysieren, so können wir offenbar feststellen, dass die Eigenschaften, die in obenangeführten Ayaten betreffend der Leute der Schrift beschrieben sind, gerade Moslems der Gegenwart (nicht allen, aber vielen) eigen sind:

- „Unter ihnen sind Gläubige, aber die Mehrzahl von ihnen sind Frevler”. Moslems sind auch Gläubige, aber die Vielzahl ihrer Sünden versetzt sie zu den Sündern.

- „Erniedrigung ist für sie vorgeschrieben, wo immer sie getroffen werden, außer sie wären in Sicherheit (auf Grund) ihrer Verbindung mit Allah oder ihrer [entsprechenden] Vereinbarungen mit den Menschen”.

- „…und für sie ist die Notlage vorgeschrieben”.

- “Solches (geschieht), da sie widerspenstig und Übertreter [der Grenzen des Erlaubten] waren”.

Gibt es heutzutage wenige Moslems, die Alkohol, Drogen gebrauchen?! Gibt es weniger, die lasterhaftes Leben (Kasino, Nightclubs, Bordelle) führen?! Gibt es viele, die die Ausführung der elementaren Pflichten vor Gott (Gebet, Fasten, Zakât) obligatorisch einhalten; die in der Gesellschaft eine aktive Lebensposition haben, die unermüdlich ihre Kenntnisse vervollkommnen und die am wissenschaftlich-technischen Fortschritt teilnehmen; die in ihrer Familie ihrer zweiten Hälfte treu sind, die ihre Kinder im Geist der Frömmigkeit und der Vernunft gebührend erziehen?! Diese Liste kann jeder selbst fortsetzen, aber das Wesen besteht in der Vielzahl der Sünden und im Übertreten der Grenzen, genauer in ihrer tatsächlichen Abwesenheit.

Und das alles ist aus jenem einfachen Grund, dass man heutzutage die erwähnten drei Haupteigenschaften, die erforderlich sind, um zu den Besten zu zählen, leider äußerst selten festgestellt werden können.. Und es ist wahrscheinlich nicht einfach, für die mehr als eine Milliarde Moslems in einem Tag oder sogar in einem Jahrzehnt solche Eigenschaften zu gewinnen. Ein jeder Mensch ist eine ganzheitliche, eigenartige und vollkommene, sich ständig entwickelnde Welt. Aber wohin entwickelt sie sich denn?..

Aber man muss der Gerechtigkeit wegen feststellen,, dass nicht alle so schlecht sind und Gotteszorn verdienen.

 

[1] Siehe: As-Sujuty Dsh. Al-dshami‘ as-sagyr [Die kleine Sammlung]. Beirut: al-Kutub al-‘ilmijja, 1990, S. 17, Hadith ¹172, „sahih”, und S. 18, Hadithe ¹179, „sahih” und ¹180, „sahih”.

[2] Hadith von Dshabir und Ibn ‘Amr; Hadithensammlungen von Akhmad, Abu Daud, at-Tirmisi, an-Nassai etc. Siehe, zum Beispiel: As-Sujuty Dsh. Al-dshami‘ as-sagyr [Die kleine Sammlung]. Beirut: al-Kutub al-‘ilmijja, 1990, S.478, Hadith ¹7815, „hasan”.

[3] Siehe, zum Beispiel: Abu Daud S. Sunan abi daud [Hadithensammlung von Abu Daud]. Riad: al-Afkar ad-dawlija, 1999, S. 406, Hadith ¹3669.

[4] Siehe, zum Beispiel: Abu Daud S. Sunan abi daud. S. 407, Hadith ¹3686.

[5] Siehe: den Heiligen Koran, 3:110.

[6] Die Interlinearübersetzung lautet gerade „ihr wart“ (das Präterit) und wahrscheinlich ist in der heutigen Wirklichkeit gerade solche Übersetzung am richtigsten, da während der letzten Jahrhunderte Moslems sehr vieles davon verloren haben, was ihnen eigen gewesen war, besonders das Wertvolle, das in den ersten Jahrzehnten und in den ersten Jahrhunderten nach dem Entstehen des Islams angesammelt worden war. Und doch wurden sie einst sogar von den blutdurstigsten und unversöhnlichsten Feinden respektiert.

[7] Die erwähnten drei Eigenschaften sind die entscheidenden, damit eine Gesellschaft musterhaft wird.

[8] Was die Vergangenheit (das Mittelalter) betrifft, so kann man abgesonderte Episoden der erwähnten Zeilen im Film „Königreich der Himmel” des Film-Regisseurs Ridley Scott, 2005 sehen.

 


printer friendly  Email2Friend  save

Umma.ru logo

Ask Imam


Send

Subscribe for updates