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Fragen zum Thema

„Satan und Dschinn“

 

Frage. Wenn Dschinn wie auch Menschen geboren werden und sterben, warum lebt dann Iblis (Satan) so lange (seit Adams Zeiten bis heute)? Ist er unsterblich?

Antwort. Er hat den Aufschub, der ihm vom Allmächtigen auf seine eigene Bitte hin bis zum Ende der Welt gewährt wurde.

„Er [Satan] sprach [nachdem er den Gottesfluch wegen seiner ungehörigen Schlussfolgerung über seine Überlegenheit und wegen seiner Hochmut verdient hatte]: „Mein Herr, so gewähre mir einen Aufschub [eine Möglichkeit, frei zu leben und zu existieren] bis zum Tage der Auferstehung der Menschen.“ Er sprach: „Dir ist solch eine Möglichkeit bis zur vorbestimmten Zeit gegeben“. (siehe, den Heiligen Koran, 15:36-38)

 

Frage. Wer sind Teufel, Satane?

Antwort. Satane sind die ungläubigen Dschinn. Dschinn sind ihrem Wesen nach im Vergleich zu den Menschen viel stärker, klüger und wissensreicher. Ihre Geschwindigkeitsmöglichkeiten sind mit den menschlichen nicht vergleichbar. Sie sehen die Menschen und die Menschen sehen sie nicht. Unter ihnen gibt es Gläubige und Ungläubige. Gerade die Ungläubigen sind Diener des Hauptsatans, der vom Allmächtigen den Aufschub (die Lebensdauer) bis zum Ende der Welt bekommen hat, um Menschen vom Weg der Frömmigkeit und der Ergebenheit dem Allmächtigen Schöpfer wegzuführen. Die ungläubigen Dschinn, die seine Stammesgenossen sind, und auch gottlose Menschen helfen ihm dabei.

Frage. Wer ist Schaitan?

Antwort. Der von Gott verfluchte Satan.

Frage. „Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen” ist die Eröffnungsformel, mit der jede Sure des Korans beginnt. So hat der Allmächtige für Sich selbst die Barmherzigkeit als einen Vorrang gewählt (wenn ich richtig verstehe). Ich glaube auch, dass Seine Barmherzigkeit Seinen Zorn überwiegen wird. Und solch eine Vorstellung bringt mich öfters auf den Gedanken, den ich in der Regel nicht äußere: es scheint mir, dass die Barmherzigkeit des Allmächtigen sogar Satan-Iblis umfassen wird. Und ich gehe mit meinen Fantasien so weit, dass ich denke, als ob er zum Bewohner des Paradieses sein werde (natürlich, nachdem er vorher in der Hölle verbleiben wird). Ist denn ein solcher Gedanke nicht anstößig – es ist doch mir über die Scheußlichkeit der Taten von Satan bekannt? L.

Antwort. Es ist hier die folgende Feinheit wichtig: der Mensch, der den Schöpfer und Seine Gesandten verneint, lebt im Dasein dank der Barmherzigkeit des Allmächtigen ihm gegenüber. Die Barmherzigkeit des Allmächtigen umfasst in dieser vergänglichen Welt alle! Aber wenn der Mensch gestorben ist und er dabei nicht verstanden hat, wozu ihm diese 60-90 Jahre gegeben worden waren, wenn er gestorben ist und nicht bemerkt hat, dass alles, was ihn umgegeben hatte, auf den Schöpfer und Herren hingewiesen hatte, wenn er gestorben ist und an die Wahrhaftigkeit der Gesandten, der Heiligen Schriften, des Tages der Abrechnung, der ewigen Existenz in der Hölle und im Paradies nicht fest geglaubt hat, so wird solch ein Mensch am Tag der Abrechnung vom Allmächtigem Allah fern sein und kann sogar nicht die geringste Äußerung Seiner Barmherzigkeit beanspruchen. Darüber wird im Heiligen Koran und in der Sunna des Propheten mehrmals gesagt. „Sie haben Gott vergessen [haben an Ihn nicht fest geglaubt und sind Seinen Anordnungen nicht gefolgt], und so hat Er sie vergessen.“ (siehe, den Heiligen Koran, 9:67)

Was den Vorrang betrifft, so haben Sie wirklich richtig bemerkt, dass der Allmächtige für Sich die Barmherzigkeit als einen Vorrang gewählt hat. Als die Erschaffung dieser Welt beendet worden war, wurde vom Allmächtigen in der wohlverwahrten Tafel geschrieben: „Wahrhaftig, Meine Barmherzigkeit überwiegt Meinen Zorn.”[1] Auch ist einer der Schönsten Namen des Allmächtigen As-Ssobuur – der Äußerst Geduldige [der einen Menschen nicht sofort nach dem Begehen einer Sünde bestraft, der ihm die Möglichkeit gibt, zu bereuen]. Aber! „Der Allmächtige hat den Tod und das Leben erschaffen, auf dass Er euch prüfe, wer von euch die besseren Taten verrichte.“ (siehe, den Heiligen Koran, 67:2) Solange der Mensch lebt, überwiegt die Barmherzigkeit des Allmächtigen ihm gegenüber Seinen Zorn, was in allen Ebenen unseres Lebens augenscheinlich bemerkbar ist. Doch: „Sie werden wiederbelebt, auf dass jede Seele nach ihrem Bemühen belohnt werde.“ (siehe, den Heiligen Koran, 20:15). Am Tag der Abrechnung wird in erster Linie gerade die Gerechtigkeit des Schöpfers zu allen geäußert werden. Die Barmherzigkeit wird sich nur auf diejenigen ausdehnen, die an Ihn in ihrem Leben fest geglaubt hatten, aber gesündigt hatten, und sie wird sich auch  auf die Gerechten ausdehnen. „Wahrlich, für den, der im Zustand der Sündhaftigkeit zu seinem Herrn kommt, ist die Hölle (bestimmt); darin kann er weder sterben noch leben. Denen aber, die zu Ihm als Gläubige kommen (und) gute Taten vollbracht haben, soll das Paradies zuteil werden.“ (siehe, den Heiligen Koran, 20:74, 75). 

Das Wesen besteht darin, dass sich die Handlungen der Menschen und der Dschinn auf ihrer Wahlfreiheit beruhen, und davon, wie sie diese Wahlfreiheit verwirklichen, wird der Ausgang der Sachen abhängen.

Was den Ausgang der Sachen von Satan betrifft, so ist er in der Heiligen Schrift vorhergesagt. Der Sinn ist folgender: „Nachdem der Allmächtige den Menschen erschaffen hatte, sprach Er zu den Engeln: „Fallt vor ihm nieder [aus Achtung und Verehrung zu der neuen Schöpfung des Herren]!“ Da warfen sich alle Engel nieder außer [dem hochmütigen und sehr klugen Dschinn] Iblis-Satan. Er wandte sich hochmütig ab und war ungläubig. Er [Satan] sagte: „Ich bin besser als er. Du erschufst mich aus Feuer, und ihn hast Du aus Ton erschaffen.“ Der Allmächtige erwiderte: „So geh hinaus vom Paradies. Du bist der mit Steinen beworfene.[2] Und Mein Fluch soll auf dir bis zum Tage der Abrechnung lasten.“ Nachdem Iblis um einen Aufschub gebeten hatte und ihn bekommen hatte, rief er aus: „Ich schwöre bei Deiner Erhabenheit! Ich werde sie sicher alle in die Irre führen, außer denjenigen, die an Dich aufrichtig fest geglaubt haben.“ Und das hat sich mit Worten des Schöpfers abgeschlossen: „Ich werde wahrlich die Hölle mit dir und denen, die dir folgen, insgesamt füllen.“ (siehe, zum Beispiel, den Heiligen Koran, 38:71-85)

Verdient denn derjenige die geringste Anteilnahme, der vom Schöpfer verflucht wurde und der bei der Erhabenheit Allahs geschworen hat, dass er eben uns – Menschen – zum Übel anregen wird? Der Allmächtige hat verschiedenste menschliche Fantasien, Vermutungen und dergleichen vorweggenommen und auf die Rolle und das Wesen von Satan eindeutig hingewiesen: „Habe Ich euch [sagt der Allmächtige], ihr Kinder Adams, nicht geboten, nicht Satan zu dienen – denn er ist euer offenkundiger Feind!“ (siehe, den Heiligen Koran, 36:60).

Und es gibt im Koran auch viele Ayaten, in denen es sich darum handelt, dass in der Hölle auch diejenigen sein werden, die dort auf ewig bleiben: „Wahrlich, Allah hat die Ungläubigen verflucht und hat für sie ein höllisches Feuer bereitet, worin sie auf ewig bleiben. Sie werden weder Beschützer noch Helfer finden.“ (siehe, den Heiligen Koran, 33:64, 65) „Und für diejenigen, die sich dem Allmächtigen und Seinem Gesandten widersetzen, ist das Feuer der Hölle bestimmt; darin werden sie auf ewig bleiben.“ (siehe, den Heiligen Koran, 72:23).

Aber für Menschen und Dschinn unter Berücksichtigung der oben angeführten Ayaten existiert auch eine andere Form der Barmherzigkeit des Allmächtigen. Sie besteht darin, wenn ein Mensch an den Einheitlichen und Einzigen Gott “es sei denn nach Gewicht eines Stäubchens” fest glaubt und Muhammad als Seinen Gesandten anerkennt, so wird er irgendwann in das Paradies nach der Gnade des Schöpfers geraten. „Welcher der Gottesdiener mit Aufrichtigkeit im Herzen auch bezeugt hätte, dass es keinen Gott außer dem Einzigen Herren gibt und dass Muhammad Sein Diener und Sein Gesandter ist, wird der Allmächtige ihn von der Hölle unbedingt fernhalten.“[3]

 

Frage. Wie kann man sich vor dem Flüstern von Satan schützen?

Antwort. Lesen Sie zwei der letzten Suren des Korans (und lieber – drei), besonders auf die Nacht. Und lenken Sie darauf (auf das Flüstern) keine Aufmerksamkeit. Reagieren Sie nicht. Sie können auch zusätzlich eine kleine rituelle Waschung verrichten, aber nicht mehr als einmal.

Beschäftigen Sie Sich mit etwas interessantem und nützlichem, zum Beispiel treiben Sie Sport, lesen Sie, besuchen Sie die Menschen, die Ihnen nach ihrem Geist nah sind. Und natürlich vergessen Sie nicht über gute Worte und Taten Ihren Eltern zuliebe, über die allseitige Hilfe für sie und über die Aufmerksamkeit auf sie.

 

Frage. Können Satan und seine Diener (der ungläubige Teil der Dschinn) Gedanken der Menschen lesen? Können sie irgendwie über die Gedanken eines Menschen erfahren, wenn sie nicht laut ausgesprochen werden? Können sie erfahren, was ein Mensch zu tun beabsichtigt, wenn er seine Absicht niemandem mitteilt?

Antwort. Sie können keine Gedanken lesen. In einigen Situationen können einige von ihnen jeden Unsinn einflüstern, auf dessen Erfassen man gar nicht seine Zeit und seine Kräfte aufwenden soll.

 

Frage. Im Leben begegnet man mit solch einer Erscheinung wie dem Verkehr der Menschen mit Dschinn. Und in der Regel verbindet man damit nichts Gutes: sei es Pseudovoraussagen, Besessenheit usw. In diesem Zusammenhang habe ich eine Frage, ob ein wohltuender Verkehr mit Dschinn im Grunde möglich ist und inwieweit er gebilligt oder missbilligt wird.

Antwort. In einem der islamswissenschaflichen Werke habe ich gelesen, dass es verboten (haram) ist. Ich neige ebenso zu dieser Meinung.

Die Welt der Dschinn hat ihre eigenen Gesetze und Regeln, ihre Natur unterscheidet sich von der menschlichen von Grund auf. Der Allmächtige hat diese zwei parallel existierenden Welten nicht zufällig getrennt. Am Tag der Abrechnung werden sich die Vertreter beider Welten treffen, aber in der weltlichen Existenz gibt es für uns in diesem Verkehr keinen Nutzen und nichts Gutes, sondern es gibt mehrere Gefahren, einschließlich in Form des Verlustes des Verstandes und des Lebensweges, in dem jede Minute der Vorwärtsbewegung Goldes wert ist. 

Frage. Sind Dschinn ein Bestandteil der moslemischen Religion?

Antwort. Sie sind ein Bestandteil des von Gott erschaffenen Universums. Die Dschinn ist eine zu uns parallele Welt, deren Bewohner auch Gläubige oder Ungläubige sein mögen. Die Mission des letzten Gottesgesandten erstreckt sich auch auf sie. Am Tag der Abrechnung werden die Dschinn wie auch die Menschen für ihre Taten und ihre Handlungen dem Allmächtigen Antwort geben müssen. Dann werden sie je nach ihren Taten im Dasein und je nach dem Willen des Herren zu den Bewohnern der Hölle oder des Paradieses auf ewig.

Frage. Sagen Sie bitte, ist Iblis (Satan) laut dem Koran ein gefallener Engel oder gibt es eine andere Auslegung?

Antwort. Die Engel sind in allem dem Allmächtigen ergeben und erfüllen immer Seine Befehle. Die Engel haben keine Wahlfreiheit im Unterschied zu den Menschen und zu den Dschinn. Sie können nicht sündigen und können im Grunde „gefallene“ nicht sein. Iblis (Satan) war der klügste und gelehrteste Dschinn, und dadurch wurde ihm die Möglichkeit gegeben, sich unter den Engeln zu befinden. „Nachdem der Allmächtige Allah Adam erschaffen hatte und ihm alle Bezeichnungen und Namen beigebracht hatte, befahl Er den Engeln, sich vor Adam niederzuwerfen. Und da warfen sie sich nieder bis auf Iblis; er weigerte sich und war hochmütig. Und damit wurde er einer der Ungläubigen (einer dem Schöpfer Undankbaren).“ (siehe, den Heiligen Koran, 2:30-34)

Frage. Im Koran ist es gesagt: „Und Ich habe die Dschinn und die Menschen nur darum erschaffen, damit sie Mir dienen sollen“. (siehe, den Heiligen Koran, 51:56). Benötigt denn der Allmächtige, dass jemand Ihm dienen soll? Natürlich nicht. Wie kann man dann verstehen, was da geschrieben ist? S.

Antwort. Er, der Schöpfer, benötigt dieses nicht, und sie, Menschen und Dschinn, benötigen dieses.

Schauen Sie aufmerksam das Material „Satan und Dschinn” durch.

Frage. Ist es wahr, dass Kinder Dschinn sehen? S.

Antwort. Darüber habe ich nie gehört und gelesen.

Das ist eine Unwahrheit.

 

Frage. 1. Vor einigen Jahren habe ich ein Teil eines Gespräches unter zwei Alten gehört, dass der Erzengel Gibril (Gabriel) von Allah die Möglichkeit erbeten hatte, ein außereheliches Kind zu erziehen. Und der Allmächtige gab ihm diese Möglichkeit, aber Er hatte im Voraus gewarnt, dass aus einem Außerehelichen kein normales Wesen wachsen würde. Und ungeachtet dessen, dass sein Erzieher selber der Erzengel Gibril gewesen war, erwies es sich so, wie der Schöpfer gesagt hatte.

Damals habe ich mich geschämt, bei den Alten zu fragen, um wen es sich handelte, und jetzt quält mich die Frage, ob es sich um Iblis (Satan) handelte?

2.  Schließen Dschinn wie Menschen Ehen? Ì.

Antwort. 1. Das ähnelt der Volksparabel, die einst für das Fernhalten der Menschen von außerehelichen Beziehungen erfunden wurde. Ich glaube, dass diese Geschichte eindeutig keine kanonische Richtigkeit hat (und nur der Allmächtige weiß die Wahrheit).

2. Ja, sie schließen auch Ehen, gebären Kinder und sterben nach dem Ablauf ihres Lebenstermins.

 

Frage. Verstehe ich richtig, dass schlechte Gefühle, Gedanken von Satan sind? D.

Antwort. Nicht alle, aber viele. Etwas ist von uns selbst, und etwas ist von außen, aber sein Flüstern ist in unseren menschlichen Seelen anwesend. Ja, wir können in uns diese Empfindungen erwecken, wenn wir dem satanischen Einfluss und seinem Einflüstern folgen würden und dadurch uns vom Allmächtigen Allah und Seiner grenzenlosen Barmherzigkeit entfernen würden, aber der Sinn besteht darin, dass man sich nicht darauf einlässt, die angebotene Form des Übels nicht verwirklicht und dass man seine Sache kennt und sich positiv und schöpferisch in seinem Leben weiterbewegt.

 

[1] Hadith von Abu Huraira; Hadithensammlung von al-Buhari. Siehe: Al-Buhari M. Sahih al-buhari. B.2, S.986, Hadith ¹3194. 

[2] Eine andere Variante der Übersetzung: „So geh hinaus von hier [aus dem Paradies; aus der Gesellschaft der Engel; aus dem Niveau, auf das dich dein Wissen und die Barmherzigkeit Gottes erhoben haben]; denn du bist wahrhaftig ein Verfluchter [du bist vom Gottessegen und von der Barmherzigkeit Gottes für immer und ewig entfernt].“

[3] Hadith von Anas ibn Malik; Hadithensammlungen von al-Buhari und Muslim. Siehe: Al-Kurtubi A. Talhys sahih al-imam muslim. B.1, S.63, Abschnitt „Der Glaube“, Hadith ¹19.

 

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