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72

„Al-Dschinn” (Die Dschinn)

(Übersetzung der Ayaten der 72. Sure der Heiligen Schrift und Kommentare dazu)

 

Im Namen Allahs [im Namen Gottes, des Schöpfers, des Einen und des Einzigen für alle und alles], des Allerbarmenden, des Barmherzigen (Dessen Barmherzigkeit grenzenlos und ewig ist)

 

72:1-5

„Sprich [zu den Menschen, o Gesandter Gottes]: „Es wurde mir [von Allah die Information darüber] offenbart, dass [einmal, als ich den Heiligen Koran las,] mir eine Schar der Dschinn zuhörte. [1]

[Hier bringt der koranische Text den Leser nach Willen des Schöpfers in die Welt der Dschinn:] Einige von ihnen sagten zu den anderen [nach ihrer Rückkehr]: „Wahrlich, wir haben einen wunderbaren, wunderschönen Koran gehört (er ist ein echtes Wunder), der zur Rechtschaffenheit leitet! So haben wir an seine Wahrhaftigkeit geglaubt. Und wir werden unserem Herrn nie jemanden zur Seite stellen. Und [wir haben geglaubt,] dass unser Herr – Erhaben ist Er – Sich weder Gattin noch Sohn genommen hat; und dass nur die Toren unter uns abscheuliche Lügen über Allah zu äußern pflegten. Und wir hatten angenommen, dass weder Menschen noch Dschinn je eine Lüge über Allah aussprechen würden [z.B. „Mutter Gottes“, „Gottes Sohn“].“ (siehe, den Heiligen Koran, 72:1-5).

Übrigens gibt es unter Dschinn wie auch unter Menschen Vertreter verschiedener Religionen und Anschauungen. Nach der Annahme der islamischen Gelehrten, die sich u.a. auf die obenangeführte Aya indirekt stützen, gibt es unter Dschinn Vertreter des Judaismus, des Christentums, des Islams, des Heidentums sowie Gottlose.

 

72:6, 7.

„Einige Leute unter den Menschen pflegten bei einigen Leuten der Dschinn, Schutz zu suchen [sie versuchten so, sich vor Üblem, vor Schaden zu schützen], so dass sie diese Dschinn in ihrer Sündhaftigkeit bestärkten [da die letzteren begannen, immer mehr ihre persönliche Überlegenheit zu empfinden, sich selbst als Retter sahen, indem sie ihren Schöpfer vergaßen und sich schon zu verschiedenen Formen der Unterdrückung der Menschen erdreisteten, die sich mit ihnen in Verbindung setzten und sich an sie wandten]. Sie [Menschen] freilich dachten, ebenso wie ihr [Dschinn] denkt, Allah würde niemanden und nie [für das Gericht und für die Antwort vor Ihm] wiederbeleben [worin sie sich offensichtlich irrten].“ (siehe, den Heiligen Koran, 72:6, 7).

 

72:8-10

„Und wir [so setzten die Dschinn fort] hätten uns [wie üblich] in den Himmel begeben [für das Abhören, das Abhorchen der Hinweise, die von Gott zu den Engeln gegeben werden, und der Gespräche zwischen ihnen], doch wir fanden ihn mit starken Wächtern [mit Engeln] und mit (schießenden) Sternschnuppen (Meteoriten) [für die Bestrafung der Dschinn-Verletzer] erfüllt. [Früher aber bis zum Anfang der Mission des letzten Gottesgesandten] fanden wir im Himmel Plätze ungehindert [mit bedeutend weniger Schwierigkeiten], um zu lauschen. Wer aber jetzt lauscht, der findet einen schießenden Stern für sich auf der Lauer [der ihn einholt und trifft].

Und wir wissen [jetzt] nicht, ob (etwas) Böses für diejenigen beabsichtigt ist, die auf Erden sind, oder ob ihnen der Herr einen richtigen Weg zeigen will [etwas Gutes zukommen lassen will].“ (siehe, den Heiligen Koran, 72:8-10).

 Dieser Schutz vor dem Abhören wurde errichtet, damit Dschinn, böse Dämonen, einzelne Zeilen aus der Heilige Schrift während ihres Zitierens unter den Engeln oder während ihrer Herabsendung nicht abhorchen konnten und sie ihren Kunden-Menschen (Prophezeihern, Zauberern, Wahrsagern) nicht übergeben konnten, was einen bedeutenden Aufruhr und eine Verwirrung hervorrufen könnte.

 

72:11, 12

„Und manche unter uns [so setzten die Dschinn fort] sind solche, die rechtschaffen (handeln), und manche unter uns sind weit davon entfernt. Wir sind Sekten, die verschiedene Wege gehen. Und wir haben verstanden, dass wir auf keine Weise Allah [dem Allmächtigen Schöpfer, Seinem Willen, Seiner Allmacht, Seiner Allwissenheit] weder auf Erden noch im Himmel durch Flucht entrinnen können.“ (siehe, den Heiligen Koran, 72:11,12).

 

72:13

„Und als wir aber von der Rechtleitung [mit dem Erscheinen des letzten Gottesgesandten und der abschließenden Heiligen Schrift] vernahmen, da glaubten wir an sie [darin, dass seine Mission von Gott ist]. Und der, der an seinen Herrn glaubt, fürchtet weder Einbuße [Not, Schwierigkeiten] noch Unrecht [fürchtet keine Ungerechtigkeit in Bezug auf ihn].“ (siehe, den Heiligen Koran, 72:13).

 

72:14, 15

„Und manche unter uns (Dschinn) sind [ab jetzt] Gottergebene, und manche unter uns sind vom rechten Weg abgewichen. Und die sich ergeben haben (die Moslem) – diese haben den rechten Weg gefunden. Diejenigen, die sich aber nicht ergeben haben, werden Brennstoff der Hölle sein.” (siehe, den Heiligen Koran, 72:14,15).

 

72:16, 17

„[Der Übergang zur direkten Rede des Allmächtigen:] Wenn sie aber den (rechten) Weg einhalten, dann werden Wir [sagt Er] ihnen reichlich Wasser zu trinken geben [einen reichlichen Überfluss geben], um sie dadurch zu prüfen [ob sie nicht vergessen, von Wem und wozu das alles ist].

Wer sich dann von der Ermahnung seines Herrn abwendet [wer sich vom Allmächtigen abwendet] – Er wird ihn in eine zunehmende (sehr schwierige, ihn überwältigende) Strafe stoßen.“ (siehe, den Heiligen Koran, 72:16,17).

 

72:18

Und wahrlich, alle Moscheen [die Stellen, wo man sich vor Gott niederwirft] sind Allahs. [Alle Tempel, wo man zu Gott betet, gehören Ihm]. So ruft niemanden außer Allah an [so fleht um Hilfe, um Schutz keine Dschinn, keine Menschen oder keine von euch erfundenen Götzen]!“ (siehe, den Heiligen Koran, 72:18).

 

72:19

„Und als der Diener Allahs [Der Prophet Muhammad (Allahs Friede und Segen sei mit ihm)] aufstand und zu Ihm betete [ein Gebet-Namaz einrichtete und dabei den Heiligen Koran laut las], da umdrängten die Dschinn ihn [sich bemühend, die Heilige Schrift aufmerksamer zu hören], so dass sie sich fast erdrückten.” (siehe, den Heiligen Koran, 72:19).

 

72:20

„Sprich: „Ich rufe einzig meinen Herrn an, und ich stelle Ihm niemanden zur Seite.“ (siehe, den Heiligen Koran, 72:20).

 

72:21

„Sprich: „Ich habe nicht die Macht, euch Schaden oder Nutzen zuzufügen [meine Mission ist der Aufruf zu Gott, ich habe nicht die Macht über das Übel oder über das Gute. Alles ist dem Allmächtigen unterstellt].“ (siehe, den Heiligen Koran, 72:21).

 

72:22, 23

„Sprich: „Wahrlich, keiner kann mich vor Allah [zum Beispiel, vor Seinem Zorn] beschützen, noch kann ich eine Zuflucht außer bei Ihm finden [ich habe außer Ihm keinen Beschützer]. Meine Sache ist nur die Übermittlung der Offenbarung von Gott.“ Und für diejenigen, die sich Gott und Seinem Gesandten widersetzen, ist das Feuer der Hölle bestimmt; darin werden sie auf ewig bleiben.“ (siehe, den Heiligen Koran, 72:22, 23).

 

72:24

„[Viele lenken keine Aufmerksamkeit auf geistige Werte oder sind in Fragen des Glaubens oder der Ewigkeit starrsinnig, aber das ist solange bis] sie das sehen werden, das ihnen [von den Propheten] versprochen wurde [und das ist das Wiederbeleben, der Tag der Abrechnung, die Hölle, das Paradies, die Ewigkeit]. [Es wird die Zeit kommen und] sie werden erfahren, wer schwächer an Helfern und geringer an Zahl ist.” (siehe, den Heiligen Koran, 72:24).

 

72:25

„Sprich: „Ich weiß nicht, ob das euch Versprochene nahe ist, oder ob mein Herr eine lange Frist dafür angesetzt hat.“ (siehe, den Heiligen Koran, 72:25).

 

72:26-28

„Er ist der Kenner des Verborgenen – Er enthüllt keinem Seine Kenntnis vom Verborgenen, außer allein dem, den Er unter Seinen Gesandten [aus Menschen oder Engeln] erwählt hat. Und dabei fließen diese Informationen unter dem Schutz von Engeln, damit er [der Prophet] gewährleistet sieht, dass die Engel alle Botschaften ihres Herrn in voller Unversehrtheit [ohne Einmischungen der Satane aus den Reihen der Dschinn, ohne geringsten vorzeitigen Verlust an Information] verkündet haben. Und Er umfasst alles, was bei ihnen ist, und Er zeichnet alle Dinge ganz genau auf.“ (siehe, den Heiligen Koran, 72:26-28).


[1] Der Prophet (Allahs Friede und Segen sei mit ihm) sah sie dabei nicht, er erfuhr darüber durch eine göttliche Offenbarung. Und nur der Allmächtige weiß alles. Ausführlicher siehe, z.B.: Az-Zuhajli V. At-tafsir al-munir [Beleuchtendes Tafsir]: in 17 B., Damaskus: al-Fikr, 2003, B.15, S. 176,177.

 

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