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Der Tod

 

Vorwort

Wahrlich, für den, der im Zustand der Sündhaftigkeit zu seinem Herrn kommt, ist die Hölle (bestimmt); darin soll er weder sterben noch leben. Denen aber, die als Gläubige zu Ihm kommen (und) gute Taten vollbracht haben, sollen die höchsten Rangstufen [im Paradies] zuteil werden: die wunderschönen Gärten von Eden, durch die Bäche fließen. Darin werden sie auf ewig verweilen. Und das ist der Lohn derer, die an sich geistig gearbeitet haben. (siehe, den Heiligen Koran, 20:74-76).

 

Der Tod in der Literatur und in der Sprache

Der Tod ist die Unterbrechung der Lebenstätigkeit eines Organismus, sein Sterben. Der Tod eines Menschen ist vor allem mit der Unterbrechung seiner Atmung und seines Blutkreislaufs verbunden. Man unterscheidet zwei Hauptphasen des Todes: den klinischen Tod und den nachfolgenden biologischen oder wahrhaften Tod, d.h. die unumkehrbare Unterbrechung der physiologischen Prozesse in Zellen und Geweben.

Der klinische Tod dauert eine kurze Periode, in der sehbare Merkmale des Lebens fehlen, aber Tauschprozesse in Geweben fortdauern.

Der biologische Tod ist die endgültige Unterbrechung aller Tauschprozesse im Organismus, die unumkehrbare Veränderung der Gewebe und der Organe.

Der Tod ist ein Glück für den sterbenden Menschen. Nach dem Sterben hört man auf, ein Sterblicher zu sein. T.Parker

Der Mensch kann einen edlen oder einen niederträchtigen Tod sterben, ebenso wie ein edles oder ein niederträchtiges Leben führen. E.Carpenter

Wer könnte vor dem Tod Angst haben und ihn meiden? Der Schuldige fürchtet ihn, der Unglückliche ruft ihn, der Tapfere fordert ihn heraus und geht ihm entgegen, der Weise, der ihn erwartet, nimmt ihn ohne Bedauern an. Voltaire.

Es ist dumm, aus der Angst vor dem Tod zu sterben. Seneca.

Was den Tod betrifft, so können wir ihn nicht empfinden; wir begreifen ihn nur mit dem Verstand, weil er vom Leben nicht mehr als durch einem Augenblick getrennt ist. M.Montaigne.

Der echte Mut besteht nicht darin, den Tod zu rufen, sondern darin, gegen Unglücke zu kämpfen. Seneca.

Die erste Bedingung der Unsterblichkeit ist der Tod. S.Lec.

Den Tod fürchten die am wenigsten, deren Leben den meisten Wert hat. I.Kant.

Man kann alles in der Welt berichtigen außer den Tod. M.Cervantes

Die Weisheit der Natur ist auffallend, die bei solch einer unendlichen Vielfältigkeit alle gleichmachen konnte! Erasmus Roterodamus

Das Schrecklichste, was passieren kann, ist es, bei lebendigem Leibe zu sterben. M.Andersen Nexo

Ist zu dir der Tod gekommen? Er wäre schrecklich, wenn er mit dir bleiben könnte, entweder er erscheint nicht, oder wird bald vorbei sein. Seneca

Man reist in die Unsterblichkeit mit einem kleinen Gepäck. Voltaire

Das schlechte Leben führt zum schlechten Tod. Moliere

Der Tod folgt uns nach, dreht neben uns, verlässt uns keinen Augenblick; unter seinem Banner ergreift uns der Schlaf täglich. F.Rojas

Weder das, was dem Tod vorangeht, noch das, was ihm folgt, sind nicht seine Zugehörigkeiten. M.Montaigne.

Man muss so leben, um vor dem Tod nicht Angst zu haben und um ihn nicht zu wünschen. L.Tolstoj.

Der beste Beweis, dass die Angst des Todes gerade nicht die des Todes ist, sondern des falschen Lebens, besteht darin, dass sich Menschen oft vor der Angst des Todes töten. L.Tolstoj.

Die Unvermeidlichkeit des Todes lässt teilweise dadurch nach, dass wir nicht wissen, wann er uns einholen wird; diese Unbestimmtheit hat etwas von Unendlichkeit und davon, was wir Ewigkeit nennen. La Bruyere

Das Leben in seinem Ganzen nimmt den Tod nie ernsthaft entgegen. Es lacht, tanzt und spielt, es baut, sammelt und liebt angesichts des Todes. Nur dann, wenn wir eine abgesonderte Tatsache des Todes auszeichnen, bemerken wir seine Leere und werden verwirrt. R.Tagore

Der Tod ist die tiefste und bedeutendste Tatsache des Lebens, die einen Letzten der Sterblichen über die Alltäglichkeit und die Banalität des Lebens erhöht. N.Berdjaew.

Die Mehrheit der Menschen stirbt ruhig, da sie ebenso wenig verstehen, was mit ihnen in dieser Minute geschieht, wie wenig sie das verstanden haben, was sie bis zu dieser Minute gemacht haben. W.Kljutschewski.

 

Wenn ihr fähig seid, Quatsch nicht zu hören,

Einem billigen Ruhm den Schatten vorzuziehen,

Und jeden Tag als einen letzten durchzuleben,

So wird euch der letzte Tag nicht schrecklich sein.

E.Sevrus

 

 

Beschreibungen des Todes in der Bibel

„...den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben..“.[1]

„Die Feigen aber und Ungläubigen und Frevler und Mörder und Unzüchtigen und Zauberer und Götzendiener und alle Lügner, deren Teil wird in dem Pfuhl sein, der mit Feuer und Schwefel brennt; das ist der zweite Tod [der kein Ende und keine Grenzen hat].” (siehe, Bibel, Offb 21:8).

Der Allmächtige spricht zum ersten Menschen, dem Urvater der ganzer Menschheit Adam, dabei den belehrenden Sinn auf alle Generationen ausdehnend: „Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.“ (siehe, Bibel, 1.Mose 3:19).

Biblische Worte von Jesus Christus: „Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, doch die Seele nicht töten können; fürchtet euch aber viel mehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle.” (siehe, Bibel, Mt 10:28).

Es ist eine evangelische Person – ein reicher Kornbauer, der sein Gehör selbstvergessen erfreut: „Und will sagen zu meiner Seele: „Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat für viele Jahre; habe nun Ruhe, iß, trink und habe guten Mut! [Ich arbeitete mehrere Jahre Tag und Nacht. Ich habe das gemacht, ich habe alles erreicht, wovon ich träumte, das alles gehört mir. Ich habe alles das Beste verdient. Das wird mir ausreichen, um sorglos und komfortabel zu leben.]“ Aber Gott sprach zu ihm: „Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wem wird dann gehören, was du angehäuft hast? So geht es dem, der sich Schätze sammelt und ist nicht reich bei Gott.“ (siehe, Bibel, Lk 12:19-21)

Im Kontext der Gemeinsamkeit und der Nachfolge der monotheistischen Religionen sind Worte von frühchristlichen Theologen der IV-V Jahrhunderte symbolisch:

– Die Angst in der Todesstunde ist groß, wenn die Seele mit Schrecken und Trauer vom Körper getrennt wird. Die Engel werden eilen, sie herauszuholen, aber die Seele, ihre Taten sehend, fürchtet, aus dem Körper herauszukommen. Gezwungen, aus dem Körper herauszukommen, und auf ihre Taten schauend, sagt sie mit Angst: „Gebt mir wenigstens eine Stunde als eine Frist…” Ihre Taten aber erwidern der Seele zusammen: „Du hast uns vollbracht, mit dir werden wir zu Gott gehen”.

– Der Tod fürchtet, sich einem Gottesfürchtigen zu nähern, und kommt zu ihm nur dann, wenn es ihm befohlen ist, seine Seele vom Körper zu trennen.[2]

Es sind auch diese Zeilen interessant[3]:

– Immer erwarte den Tod, aber hab keine Angst davor, beides sind wahrhafte Merkmale der Weisheit.

– Sei dazu bereit, dass der Herr deine Seele an einem beliebigen Tag fordern kann. Tue es nicht, heute zu bereuen und morgen darüber zu vergessen, heute zu weinen und morgen [bis zum Umfallen] zu tanzen, heute zu fasten und morgen dich mit Wein zu betrinken.

– Nicht zufällig ist der Tod in unser Leben als Lehrer der Weisheit gekommen, den Verstand erziehend, Leidenschaften der Seele zähmend, Wellen beruhigend und Ruhe bringend.

 

Beschreibungen des Todes im Heiligen Koran und in der Sunna

 Schlaf ist Tod in Miniatur

„Und Er [der Allmächtige Schöpfer] ist es, Der euch in der Nacht [teilweise] tötet [und euren Seelen eine gewisse Freiheit vom Körper gewährt] und weiß, was ihr am Tage [mit allen Gliedern eurer Körper] begeht. Nach dem [Schlaf] erweckt Er euch wieder [bringt zum gewöhnlichen Lebenszustand zurück], auf dass ihr die euch [von Oben] vorbestimmte Lebensfrist durchlebt [ihn noch mit einem Tag ergänzt]. Zu Ihm werdet ihr dann heimkehren [nach eurem biologischen Tod, nach dem Aufenthalt in der jenseitigen Welt und nach der globalen Auferstehung zusammen mit allen Menschen]; dann wird Er euch [am Tag der Abrechnung] verkünden, was ihr getan habt.“ (siehe, den Heiligen Koran, 6:60).

„Der Allmächtige nimmt die Seelen [der Menschen aus ihren Körpern, dies erfüllen der Engel des Todes und seine Helfer nach dem Befehl des Schöpfers] zur Zeit ihres Sterbens (zu Sich) und [teilweise tötet, nimmt auch die Seelen] derer, die nicht gestorben sind, wenn sie schlafen [der Termin ihres Todes ist noch nicht gekommen, deshalb erwachen sie]. Dann hält Er die zurück, über die Er den Tod verhängt hat, und schickt die anderen (wieder) für die Vollendung ihrer Lebenswege bis zu einer bestimmten Frist zurück. Hierin sind sicher Zeichen für Leute, die nachdenken.“ (siehe, den Heiligen Koran, 39:42).

Der Prophet Muhammad (Allahs Friede und Segen sei mit ihm) flehte vor dem Schlaf zu Allah mit Worten: „Mit Deinem Namen [o mein Herr] schlafe ich ein und mit Deiner Hilfe erwache ich. Wenn Du meine Seele [im Schlaf mit der Vollendung meiner Lebensfrist] nimmst, so begnadige sie, und wenn Du sie [für die Fortsetzung des Lebensweges] entlässt, so behüte sie [vor all dem Schlechten, dem Sündhaften und dem Schlimmen] ebenso wie Du Deine edelmütigen Diener [die Menschen, die zu Dir mit ihren Seelen, Taten und Handlungen nah sind] behütetest“.[4]

 

Todesstunde

„Er [der Allmächtige Schöpfer, der Herrscher am Tage des Gerichts] ist es, der absolut mächtig und [nach allen Kriterien, Eigenschaften und Charakteristiken] höher ist als alle und alles. Er sendet über euch Engel-Wächter, bis endlich, wenn der Tod an einen von euch herantritt. Und wenn er herantritt, nehmen Unsere Boten [die Engel, die dem Engel des Todes helfen] seine Seele dahin; und sie vernachlässigen nichts [alles wird so geschehen, wie dieser Mensch nach der Gottesbarmherzigkeit und der Gottesgerechtigkeit verdient].“ (siehe, den Heiligen Koran, 6:61).

„Und wenn Allah (Gott, der Herr) die Menschen für ihr Freveln bestrafen wollte, würde Er nicht ein einziges Lebewesen darauf (auf der Erde) bestehen lassen! Doch Er gewährt ihnen Aufschub [sich auf der Erde aufzuhalten] bis zu einer von Ihm bestimmten Frist [dadurch gewährt Er jedem Möglichkeiten, nachzudenken, sich zu bessern]. Und wenn ihre Frist um ist, dann können sie auch nicht eine Stunde dahinter zurückbleiben, noch können sie (ihr) vorauseilen.“ (siehe, den Heiligen Koran, 16:61).

 

 

Der Engel des Todes

 „Sprich [o Muhammad]: „Der Engel des Todes, der über euch [von Gott] eingesetzt wurde, wird euch [nach dem Befehl des Schöpfers] abberufen; dann [nach dem abwartenden Aufenthalt in der jenseitigen Welt und nach der globalen Auferstehung] werdet ihr zu eurem Herrn zurückgebracht.“ (siehe, den Heiligen Koran, 32:11).

Wie können der Engel des Todes und seine Helfer alle umfassen? Die Engel sind nicht materiell, deshalb sind sie mit physischen Gesetzen nicht beschränkt.

Die Engel erfüllen übrigens nur Befehle, nicht mehr. Gerade deshalb wird der Schöpfer bei der Beschreibung des Sterbens in manchen Ayaten ohne Vermittler – ohne Engel erwähnt: „Allah nimmt die Seelen (der Menschen) zur Zeit ihres Sterbens (zu Sich)...“ (siehe, den Heiligen Koran, 39:42); „Sprich: „Allah (Gott, der Herr) gibt euch das Leben und dann [nach dem Ablauf eurer Frist, die bei jedem seine eigene ist] lässt euch sterben. Dann [nach dem Aufenthalt der Seelen in der jenseitigen Welt; nach dem Ende der Welt und gleich nach der globalen Auferstehung] wird Er euch am Tage der Abrechnung (vor Sich) versammeln; darüber besteht kein Zweifel. Jedoch die meisten Menschen wissen es nicht [oder – begreifen das nicht gebührendermaßen].“ (siehe, den Heiligen Koran, 45:26).

 

Den Tod zu kosten

„Jede Seele [unabhängig vom Vorhandensein oder der Abwesenheit des Glaubens an Gott] wird den Tod kosten. Und euch wird euer Lohn am Tag der Auferstehung zweifellos vollständig gegeben [das heißt, das wird nicht sofort nach dem Tod geschehen, sondern nach dem Ende der Welt, dessen Termin nur dem Schöpfer bekannt ist. Gleich nach der nachfolgenden Auferstehung aller, die auf diesem Planet gelebt haben; auf dem riesigen Platz, wo die ganze Menschheit am Tag der Abrechnung versammelt wird].“ (siehe, den Heiligen Koran, 3:185).

Oft denken wir, dass wir sehr lange leben werden und noch vieles vollbringen werden, auch in Bezug auf Pflichten vor Gott, aber das Leben kann doch in einer beliebigen Minute unterbrochen werden…

Der Koran ruft den Menschen auf, rational zu denken und nicht das auf morgen zu verschieben, was man heute machen kann. Der morgige Tag kann auch nicht kommen. Nachdem der Mensch den Tod einmal gekostet hat, kann er nachdem nicht mehr zurückkehren.

 

Todesort

„Und keine Seele weiß, was sie sich morgen zufügen wird [der Mensch plant, aber er beherrscht die Umstände nicht], und keine Seele weiß, in welchem Lande sie sterben wird [ihren Körper verlassen wird].“ (siehe, den Heiligen Koran, 31:34).

Es wird mitgeteilt, dass in Zeiten des Propheten Salomo der Engel des Todes ihn in Gestalt eines Menschen besuchte. Während des Treffens schaute er unverwandt auf einen Menschen in seiner nächsten Umgebung. Er wurde verwirrt und fragte Salomo: „Wer ist das?” Der Prophet erklärte, es wäre der Engel des Todes. Der Mensch beschloss, dass seine Stunde kommt, und bat deswegen, ihn mit dem Wind möglichst weit weg von dem Tod – nach Indien zu bringen. Salomo, der nach Willen des Schöpfers die Möglichkeit hatte, Winden zu befehlen, erfüllte seine Bitte.

Der Engel des Todes sagte zu Salomo nach einiger Zeit: „Ich habe jenen Menschen so aufmerksam aus Erstaunen betrachtet: mir wurde befohlen, seine Seele in Indien zu nehmen, und er hat hier, neben dir gesessen”.[5]   

 

Es gibt nichts Ewiges auf Erden

„Wir gewährten keinem Menschenwesen vor dir [o Muhammad] das ewige Leben. Und wenn du sterben wirst [da du ein Mensch bist], so denkst Du, dass sie [deine Widersacher] nicht sterben werden [dass sie auf der Erde ewig leben werden]?! Jede Seele wird den Tod kosten; und Wir werden euch [Menschen] mit Bösem und mit Gutem auf die Probe stellen, [euch verleiten, den richtigen Weg während des Wohlergehens und im Wohlstand zu ändern und zu verlieren, die Grenzen des Erlaubten zu verletzen, euch am Leben oder am Eigentum von anderen in Perioden des Elends und der Not zu vergreifen, zu einem Nichtstuer und zu einem Schmarotzer unter einem „passenden” Vorwand zu werden u.dgl. Es ist nicht das wichtig, was geschieht, sondern das, wie ein Mensch darauf reagiert, welche Schlussfolgerungen er zieht, welche Handlungen er unternimmt]. Und zu Uns werdet ihr [alle bis auf einen] zurückgebracht.“ (siehe, den Heiligen Koran, 21:34, 35).

„Alles, was auf (Erden) ist, ist sterblich.“ (siehe, den Heiligen Koran, 55:26).

 

 

Wie die Seelen eines Sünders und eines Gerechten
den Körper verlassen

 

„Aber könntest du den Zustand der Sünder [der Tyrannen, die sich oder andere unterdrückten] sehen, wenn sie [während des Todeskampfes] in Schlünden der Schmerzempfindungen sind, die sie im Moment des Todes [während der Trennung der Seele vom Körper] ergreifen! Die Engel strecken ihre Hände[6] aus [und rufen]: „Liefert eure Seelen aus! [Die Seele will sich vom Körper nicht trennen, ihn nicht verlassen, und dann beginnen die Engel, sie aus der körperlichen Materie gewaltsam herauszuziehen.] Heute sei euer Lohn die Strafe der Schande als Vergeltung für das, was ihr an Falschem gegen den Allmächtigen gesprochen habt, und weil ihr euch hochmütig von Seinen Zeichen abgewendet habt. [Der Hauptteil der Strafe fängt mit dieser Periode an, und wenn der Mensch ohne Glauben und ohne seine Grundlagen gestorben ist, so werden seine Qualen niemals zu Ende gehen.]“ (siehe, den Heiligen Koran, 6:93).

„Wie aber [werden die Gottlosen sich verteidigen oder sich rechtfertigen; in welchem Zustand werden sie sich befinden], wenn die Engel sie töten werden und dabei sie ins Gesicht und auf den Rücken [mit metallischen Keulen] schlagen werden [was aber in der nicht materiellen Dimension geschehen wird]? Dies [dieses ungünstige Ergebnis] geschieht, weil sie dem folgten, was den Schöpfer erzürnte [sie nutzten ihr irdisches Wahlrecht und begingen lasterhafte und augenscheinlich sündhafte Taten], und das hassten, was Ihm wohlgefällig war. Selbst wenn in ihrem Leben etwas Gutes gewesen war, wurde das zunichte [der dicke Nebel der Sünden verhüllte alle hellen Schimmer ihres Lebens und die Abwesenheit der Grundlagen des Glaubens hat einen fetten Punkt an solch einem Ende gesetzt]”. (siehe, den Heiligen Koran, 47:27-28 und auch 8:50).

Der Prophet Muhammad (Allahs Friede und Segen sei mit ihm) sagte: „Die Seele eines Gläubigen tritt wie Schweiß heraus. Die Seele eines Gottlosen wird wie die Seele eines Esels herausgezogen. Wenn der Gläubige ernste Fehler hatte [er ist ein Mensch, kein Engel], so wird für ihn der Prozess des Sterbens erbittert, was [beim richtigen Herangehen zu den unangenehmen Empfindungen] seine Versündigungen büßt. Und wenn der Gottlose gute Taten vollbracht hat [die noch nicht im weltlichen Leben mit etwas Gutem kompensiert wurden], so bekommt er einen leichten Tod als Entgelt.”[7]

 

 

Not und Katastrophen

Der Prophet Muhammad (Allahs Friede und Segen sei mit ihm) sagte: „Wenn der Allmächtige jemanden bestrafen will, so betrifft diese Not alle [diejenigen, die sich nebenan befinden, unabhängig davon, ob das Sünder oder Gerechte sind]. Sie werden aber [zum Tag der Abrechnung] laut ihren Absichten und ihren Taten wiederbelebt”.[8]

 

Todeswunsch

Der Prophet Muhammad (Allahs Friede und Segen sei mit ihm) sagte: „Niemand von euch soll für sich den Tod wünschen! Und er soll zu Allah um den Tod bis zu seiner Ankunft nicht flehen! Doch wahrlich wenn ihr sterbt, so werden eure Taten und Handlungen damit beendet. Und das Leben [ungeachtet seiner Leichtigkeit oder seiner Schwierigkeit] bringt einem Gläubigen nur das Wohl [da sogar die schrecklichste Not für den Träger der Grundlagen des Glaubens bei dem richtigen Herangehen dazu und bei ihrer Überwindung Wohl und unbeschreiblichen Segen in der Ewigkeit bringen wird, und in diesem Leben auch].“[9]

Er (Allahs Friede und Segen sei mit ihm) sagte auch: „Soll niemand für sich den Tod wünschen wegen der Not, die ihn heimsuchte! Aber wenn es keinen anderen Ausweg gibt, dann soll er zum Allmächtigen mit folgenden Worten flehen: „O mein Herr, gib mir das Leben [die Lebenskraft, den Wunsch zu leben], solange es für mich darin das Wohl gibt, oder töte mich [soll mein Leben schon zu seinem Ende gehen], wenn dies [für meinen Fall, bei meinen Umständen] das Beste ist.”[10]

Und zuletzt: „Soll niemand für sich den Tod wünschen! Wenn der Mensch edel ist, so hat er noch Möglichkeiten, seine guten Taten zu vermehren, und wenn er sündhaft ist, so kann er sich noch bessern.”[11]

 

Das Verlassen des Daseins

 Jedermann hat seine Frist, mit deren Ablauf er seine Sünden und seine guten Taten unter den Arm nimmt und alles Materielle, Erworbene hier zurücklässt: „Der Sohn von Adam wird [auf dem Sterbebett] rufen: „Mein Reichtum, mein Eigentum!” [Man wird ihm antworten:] „Du hast etwas größeres, als was du gegessen hast und es verzehrt wurde; was du angezogen hast und abgenutzt wurde; das ist das Almosen [in beliebiger ihrer zahlreichen Formen], das du gegeben hast und das wird mit dir bleiben (du hast es tatsächlich erworben) [in die stabilste und steigende Währung gewechselt, in die Währung der Ewigkeit]. Alles, was dazu nicht gehört, ist weggegangen, du hast das den Menschen gelassen.”[12]

„Und ihr [Menschen, während ihr diese Welt verlasst] werdet alles das Weltliche, was Wir euch zeitweilig zu benutzen erlaubten, hinter euch lassen.“ (siehe, den Heiligen Koran, 6:94).

 

Der Sinn des Todes

 „Segensreich ist Der [Er ist der Allerhöchste], in Dessen Hand [unter Dessen Verwaltung] die absolute Herrschaft ruht! Und Seine Kraft, Seine Macht sind durch nichts beschränkt. Er hat den Tod und das Leben erschaffen, auf dass Er euch prüfe, wer von euch die besseren Taten verrichte. Er ist der Erhabene, der Allvergebende“ (siehe, den Heiligen Koran, 67:1,2).

Das Leben und der Tod sind erschaffen, aber dem Menschen ist es nicht gegeben, bis zum Ende ihr Wesen und ihre Natur zu verstehen. Gewiss, er erlernt sie, systematisiert neue Erkenntnisse und Beobachtungen, zieht Schlussfolgerungen, stellt Theorien und Hypothesen auf, die nach einiger Zeit von einem anderen, mehr gelehrten und technisch ausgestatteten Menschen widergelegt werden können. Es werden die äußerlichen Erscheinungsformen dieser zwei Begriffe, ihre physischen Gesetzmäßigkeiten erlernt, aber auf den Grund, den metaphysischen Grund zu kommen, ist für die menschliche Vernunft äußerst kompliziert. Darin helfen der Menschheit die Gesandten des Schöpfers und die Texte der Heiligen Schriften.

Einem Menschen sind von Gott zahlreiche Niveaus der Arbeit an sich, Etappen der Vervollkommnung des Geistes, der geistigen Entwicklung gegeben, die sich durch die Selbsterkenntnis, durch das Begreifen des Wesens des Lebens und durch die Vollbringung von guten Taten entfalten. Durch eine konsequente, ständige Verrichtung von manchmal auch unbedeutenden, aber guten Taten und Handlungen. Wenn man dabei die Grundlagen des Glaubens nicht verliert und man versteht, dass dies nicht zum Wohl eines Menschen getan wird, der das benutzen wird, und nicht um etwas willen (nicht wegen der Achtung, der Ehre, des Ruhms u. dgl.), sondern nur zu seinem persönlichen Wohl mit dem Namen Dessen, Der solch eine Möglichkeit gegeben hat.

Mit dem Tod von Angesicht zu Angesicht zusammenzutreffen, ist eine komplizierte Prüfung der Festigkeit des Geistes sowohl des Verstehens der Vergänglichkeit und des Wertes des Lebens.

 

Nachwort

 „...Und Wir lassen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt [bis zur vollen Formierung und bis zur Geburt] in den Mutterschössen ruhen, was Wir wollen [wem es vorbestimmt ist, geboren zu werden]; dann bringen Wir euch als Kinder hervor; dann [lassen Wir euch groß werden,] auf dass ihr eure [physische und intellektuelle] Vollkraft erreicht. Und mancher von euch stirbt [in der Kindheit, in der Jugend, in der Reife]. Und mancher von euch wird zu einem hinfälligen Greisenalter geführt, in dem er nur noch sehr wenig weiß [wenn er schon nicht mehr Vieles versteht, sich an Weniges erinnert, erkennt viele Sachen und ihn umgebende Prozesse nicht, wird schnell müde; wenn er in den Zustand eines kraftlosen und schutzlosen Kindes zurückkehrt].

Und du siehst doch die Erde leblos [ohne Pflanzen darauf, gestorben, leise, bewegungslos], und wenn Wir Wasser über sie niedersenden, dann regt sie sich [von dem darin erwachenden Leben] und schwillt [vom Wasser und von auflebenden Samen, Pflanzen] und lässt alle Arten von entzückenden Paaren [von frohen, wunderbaren, schönen Pflanzen, Gräsern] hervorsprießen.

[Warum ist es so?] – Weil Allah (Gott, der Herr) die Wahrheit ist [es gibt keine Zweifel an Ihm, dem Schöpfer von Allem und Alles; er schenkt sowohl das Leben wie Er es auch nimmt. Und dann wird Er zum Tag der Abrechnung alle wiederbeleben, was den Hauptsinn der weltlichen Existenz der Menschen zeigen wird] und weil Er es ist, Der die Toten lebendig macht, und weil Er die Macht über alles hat. Die Stunde (das Ende der Welt) kommt – darüber herrscht kein Zweifel – und Er wird alle erwecken [nachdem Er alle Formen des Lebens, einschließlich dem Engel des Todes, tötet], die in den Gräbern ruhen [Er wird das ganze Menschengeschlecht von Adam an bis zum letzten Menschen wiederbeleben. Wofür? Für den Eintritt in die Ewigkeit…].“ (siehe, den Heiligen Koran, 22:5-7).

Wenn du alle Geheimnisse des Lebens begreifen wirst, dann wirst du zum Tod streben (wirst dich dazu mit deinen vortrefflichen Taten und Handlungen vorbereiten), weil er nichts anderes als noch ein Geheimnis des Lebens ist. Gibran Khalil Gibran


[1] Siehe: Bibel, Hebr 9:27.

[2] Efrem Sirin.

[3] Johannes von Antiochien, der Erzbischof von Konstantinopel (347-407).

[4] Siehe, z.B.: Al-Askaljani A. Fath al-bari bi scharh sahih al-buhari [Die Eröffnung vom Schöpfer (für den Menschen im Verständnis des Neuen) durch die Kommentare zur Hadithensammlung von al-Buhari]: In 18 B., Beirut: al-Kutub al-‘ilmija, 2000, B.14, S.151, Hadith ¹6320.

[5] Siehe: Az-Zuhajli V. At-tafsir al-munir [Beleuchtendes Tafsir]: In 17 B. Damaskus: al-Fikr, 2003, B.11, S.196.

[6] Vergessen Sie nicht, dass die Engel den Aufbau haben, der sich von Grund aus von der menschlichen Natur unterscheidet.

[7] Hadith von Ibn Mas‘ud. Siehe, z.B.: Zagljul M. Mavsu'a atraf al-hadith an-nabawi asch-scharif [Die Enzyklopädie der Anfänge der edlen prophetischen Äußerungen]: In 11 B., Beirut: al-Fikr, 1994, B.3, S.450; al-Muttaqi A. Kans al-‘ummal [Eine Vorratskammer der arbeitsamen Menschen]: In 18 B., Beirut: ar-Risala, 1993, B.15, S.563, Hadith ¹42187; al-Kurtubi M. At-tadhkira fi ahwal al-mauta wa umur al-achira [Die Erimahnung über die Zustände der Toten und die Sachen der Ewigkeit]. Kairo: al-Maktaba al-kajima, S.19.

[8] Hadith von Ibn ‘Umar; Hadithensammlung von Muslim etc. Siehe, z.B.: as-Sujuty G. al-dzhami‘ as-sagyr [Die kleine Sammlung]. Beirut: al-Kutub al-‘ilmija, 1990, S.30, Hadith ¹400, „sahih”; az-Zuhaili V. At-tafsir al-munir. B.11, S.477.

[9] Hadith von Abu Huraira; Hadithensammlung von Akhmad, Muslim etc. Siehe, z.B.: an-Nawawi J. Sahih muslim bi scharh an-nawawi [Hadithensammlung von Imam Muslim mit Kommentaren von Imam an-Nawawi]: In 10 B., 18 T. Beirut: al-Kutub al-‘ilmija, B.9, T.17, S.7, Hadith ¹10 (2680).

[10] Hadith von Anas; Hadithensammlung von Akhmad, al-Buhari, Muslim etc. Siehe, z.B.: Al-'Askalani A. Fath al-bari bi scharh sahih al-buhari [Die Eröffnung vom Schöpfer (für den Menschen im Verständnis des Neuen) durch die Kommentare zur Hadithensammlung von al-Buhari]: In 18 B., Beirut: al-Kutub al-‘ilmija, 2000, B.13, S.156, Hadith ¹5671; an-Nawawi J. Sahih muslim bi scharh an-nawawi. B.9, T.17, S.8, Hadith ¹13 (2682).

[11] Hadith von Abu Huraira; Hadithensammlung von Akhmad, al-Buhari etc. Siehe, z.B.: as-Sujuty G. al-dzhami‘ as-sagyr. S.587, Hadith ¹9948, “sahih”; al-‘Askalani A. Fath al-bari bi scharh sahih al-buhari. B.13, S.157, Hadith ¹5673.

Und auch, z.B.: al-‘Askalani A. Fath al-bari bi scharh sahih al-buhari. B.14, S.180, Hadithe ¹¹6349-6351.

[12] Hadith von Abu Huraira; Hadithensammlung von Muslim etc. Siehe, z.B.: An-Navavi J. an-Nawawi J. Sahih muslim bi scharh an-nawawi: B.9, T.18, S.94, Hadith ¹4 (2959); al-Amir ‘Alaud-dyn al-Farisi. Al-ihsan fi takrib sahih ibn habban [Eine edle Tat in der Annäherung (zu den Lesern) der Hadithensammlung von Ibn Habban]: In 18 B., Beirut: ar-Risala, 1991 (1997), B.2, S.474, Hadith ¹701, „sahih”, und auch B.8, S.35, Hadith ¹3244 und S.121, Hadith ¹3328.

 

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