Artikel
Antichrist
2.Teil
Frage. Erläutern Sie bitte zehn Ayaten aus der Sura „Die Höhle“, die vor Antichrist schützen. Fatima, 27 Jahre.
Der Prophet Muhammad (Allahs Friede und Segen sei mit ihm) hat betont: „In der Geschichte der Menschheit seit der Zeit von Adam [dem Stammvater der Menschen und dem ersten Propheten] bis zum Ende der Welt [bis zum Moment seines Anfangs] gibt es nichts Furchtbareres als [das Erscheinen und die Herrschaft von] Dajjal (Antichrist)“.[1]
Schutzverfahren vor dem Einfluss von Antichrist
Für diejenigen, die die Zeiten des Erscheinens und des Herrschens von Antichrist antreffen werden und den Willen haben werden, ihren Glauben aufzubewahren und gut diese schwere weltliche Prüfung zu bestehen, hat der letzte Gesandte des Schöpfers Muhammad noch vor mehr als vierzehn Jahrhunderten einige wichtige Schutzverfahren angewiesen:
„Wer drei Ayaten vom Anfang der Sura „Die Höhle“[2] lesen wird, so wird derjenige vor der [blendenden] Versuchung von Antichrist geschützt sein“.[3]
„Wer die ersten zehn Ayaten der Sura „Die Höhle“ auswendig lernen wird, so wird derjenige vor der [blendenden] Versuchung von Antichrist geschützt sein“.[4]
„Wer die letzten zehn Ayaten der Sura „Die Höhle“ lesen wird, so wird derjenige von der [blendenden] Versuchung vor Antichrist geschützt sein“.[5]
Alle diese Hadithe sind glaubwürdig und verwendbar.[6]
Ich vermute, dass der Schutz, der im Hadith erwähnt ist, mehr sakrale Worte der Schrift in der Originalsprache als seine Bedeutung betrifft, trotzdem scheint es nützlich und nötig zu sein, eine Vorstellung über die Sinne der erwähnten Ayaten zu haben.
Die ersten zehn Ayaten der Sura „Die Höhle“
„(1) Alles Lob gebührt Allah, Der zu Seinem Diener [zum letzten Gottesgesandten Muhammad] das Buch [den Heiligen Koran] herabsandte und nichts Krummes (Falsches) darein legte. [Im Text des Buches und in seinen Sinnen gibt es keine Abweichungen von der Wahrheit und von der Ganzheit; es gibt keine Fehler, alles ist bis zum Ende der Welt im Rahmen der Göttlichen Weisheit und in der absoluten Unversehrtheit]. (2) [Es ist] frei von Widersprüchen (richtig, nützlich, auf das Wohl der Menschen) [herabgesandt]. [Es ruft nicht auf, ins Extrem zu verfallen, es gibt ein mittleres Herangehen, es erschwert das Leben der Gläubigen nicht.] [Eine der Missionen des Buches besteht darin,] dass es [Gottlosen und Sittenlosen] Seine strenge Strafe androht und den Gläubigen, die gute Werke tun, die frohe Botschaft bringt, auf dass ihnen ein schöner Lohn [d.h. das Paradies] zuteil wird, (3) worin sie auf ewig weilen werden. (4) [Der Schöpfer sandte das abschließende Buch herab, in dem Er wieder einmal] jene [vor einer möglichen Strafe und einer Vergeltung] warnt, die sagen: „Allah (Gott) hat Sich einen Sohn (ein Kind) genommen.“ (5) Sie haben keinerlei Kenntnis davon, noch hatten dies ihre Väter. Ungeheuerlich ist das Wort [die Götteslästerung], das aus ihrem Munde kommt. Sie sprechen nichts als Lüge. (6) Gräme dich nicht zu Tode aus Kummer, Qual, Bedauern [um sie], wenn sie der Rede Gottes [dem Heiligen Koran] keinen Glauben schenken. (7) [Das Leben geht seinen Gang laut dem göttlichen Vorhaben, es bleibt nicht stehen und], wahrlich, Wir machten alles, was auf der Erde ist, zu einem Schmuck für sie, auf dass Wir sie prüften, wer unter den Menschen der Beste im Wirken sei [wer von ihnen fähig ist, sich richtig und leicht dazu zu verhalten, was er bekommt und für einige Zeit erworben hat; wer von ihnen fähig ist, über alles richtig zu verfügen und allem eine weltliche und jenseitige Perspektive zu geben.] (8) Und gewiss, Wir werden alles, was auf der Erde ist, in dürren (toten) Wüstenstaub verwandeln. [Es werde das Weltliche nicht zur Grenze eurer geistigen und intellektuellen Suchen.]
(9) Meinst du[7] wohl, dass die Bewohner der Höhle in jenem Tal (oder – die Bewohner der Höhle und die Besitzer jener Inschrift[8]) von Unseren Zeichen bewundert waren? (10) Als die jungen Männer in der Höhle [um die Erhaltung ihres Glaubens] Zuflucht nahmen, sagten sie: „Unser Herr, gewähre uns Deine Barmherzigkeit und bereite uns einen richtigen Weg für unsere Sache.“ (siehe, den Heiligen Koran, 18:1-10).
Die letzten zehn Ayaten der Sura „Die Höhle“
„(100) Und den Ungläubigen stellen Wir an jenem Tage die Hölle in deutlicher Weise vor Augen; (101) ihnen, deren Augen [in der Weltlichkeit] vor Erinnerung an Mich (oder – vor dem Begreifen der Wahrhaftigkeit des Heiligen Korans) verhüllt (bedeckt, geschlossen) waren und die weder zuhören[9] noch hören[10] konnten. (102) Meinen die Ungläubigen und die Heiden, dass ihnen die Beschützer helfen werden, die sie außer Mir für sich aus der Zahl der von Mir Erschaffenen gewählt haben? [sagt der Herr der Welten]. Wir [betont der Allmächtige, auf solche Weise Seine Größe und die Unvermeidlichkeit der Strafe bezeichnend] haben ihnen die Hölle als „Gastappartements“ bereitet.
(103) Sprich: „Sollen Wir euch die nennen, die bezüglich ihrer Werke die größten Verlierer sind [deren Werke am Tag der Abrechnung keinen Wert haben werden, es sei denn diese Werke gut waren und zugunsten anderer getan sind]? (104) Das sind die [Menschen], deren Eifer im irdischen Leben in die Irre ging [deren Lebensaktivität und deren Impulsivität den gehörigen Kurs und Orientierungspunkte verloren haben], während sie meinen, sie täten gar etwas Gutes.“ (105) Das sind jene, die die Zeichen ihres Herrn und die Begegnung mit Ihm leugnen. Darum sind ihre [guten] Werke nichtig, und am Tag der Auferstehung werden Wir ihnen kein Gewicht beimessen [da es bei ihnen am wichtigsten mangelte: am Glauben an den Einzigen Schöpfer]. (106) Dies ist ihr Lohn – die Hölle, weil sie ungläubig waren und mit Meinen Zeichen und mit Meinen Gesandten Spott trieben.
(107) Wahrlich, jene, die da glauben und gute Werke tun – ihnen wird das Paradies von Al-Firdaus ein Hort sein, (108) in dem sie auf ewig verweilen werden; von dort werden sie nicht weggehen wollen.
(109) Sprich: „Wäre das Meer Tinte für die Worte[11] meines Herrn, wahrlich, das Meer würde versiegen, ehe die Worte meines Herrn zu Ende gingen, auch wenn wir noch ein gleiches als Nachschub brächten.“
(110) Sprich: „Ich bin nur ein Mensch wie ihr. Mir ist offenbart worden, dass euer Gott ein Einziger Gott ist. Möge denn derjenige, der auf die Begegnung mit seinem Herrn hofft [der am Tag der Abrechnung einen absoluten Verlust nicht zu haben wünscht], gute Werke tun und keinen anderen in den Dienst an seinem Herrn einbeziehen [nur an den Einheitlich, Einzigen und Ewigen Herrn der Welten glauben und ihn anbeten].“ (siehe, den Heiligen Koran, 18:100-110)
Ich denke, dass die angeführten Zeilen dem Menschen neben vielem anderen die Möglichkeit geben, mit der Vernunft, mit dem Intellekt, mit der Seele begreifen zu können.
[1] Hadithensammlungen von Ahmad und Muslim. Siehe, z.B.: al-Kari ‘A.Mirkat al-mafatih scharch mischkat al-masabih. B.8, S.3452, Hadith ¹5469; as-Sujuty Dzh. al-dzhami‘ as-sagyr [Die kleine Sammlung]. Beirut: al-Kutub al-‘ilmijja, 1990, S.480, Hadith ¹7861, „sahih”.
[2] Die 18. Sura des Heiligen Korans.
Übrigens hat der Prophet Muhammad (Allahs Friede und Segen sei mit ihm) gesagt: „Wer die Sura „Die Höhle” am Freitag lesen wird [und der Freitag beginnt ab Sonnenuntergang des Donnerstages], so werden seine nachfolgenden sieben Tage vom himmlichen Licht beleuchtet”. Hadith von Abu Said; Zadithensammlung von al-Hakim und al-Baihaky. Siehe, z.B.: as-Sujuty Dzh. al-dzhami‘ as-sagyr [Die kleine Sammlung]. Beirut: al-Kutub al-‘ilmijja, 1990, S.538, Zadith ¹8929, „sahih”.
[3] Hadith von Abu Darda’; Hadithensammlung von at-Tirmidhi. Siehe, z.B.: as-Sujuty Dzh. al-dzhami‘ as-sagyr. S.538, Hadith ¹8931, „sahih”.
[4] Hadith von Abu Darda’; Hadithensammlung von Akhmad, Muslim, Abu Daud und an-Nasai. Siehe, z.B.: as-Sujuty Dzh. al-dzhami‘ as-sagyr. S.524, Hadith ¹8639, „sahih”.
[5] Hadith von Abu Darda’; Hadithensammlung von Akhmad, Muslim, Abu Daud und an-Nasai. Siehe, z.B.: as-Sujuty Dzh. al-dzhami‘ as-sagyr. S.538, Hadith ¹8930, „sahih”.
[6] Siehe auch, z.B.: Al-Kurtubi M. Al-Dzhami‘ akhkam al-kur’an [Die Sammlung der Errichtungen des Korans]: In 20 B., Beirut: al-Kutub al-‘ilmijja, 1988, B.10, S.225; al-Kari‘ A. Mirkat al-mafatih scharch mischkat al-masabih: In 11 B., Beirut: al-Fikr, 1992, B.8, S.3457, 3458; as-Suhaili W. At-tafsir al-munir [Beleuchtendes Tafsir]: In 17 B., Damaskus: al-Fikr, 2003, B.8, S.215, 216.
[7] Die Ansprache des Allmächtigen an den Propheten, und auch die Ansprache an jeden, der diese Zeilen liest.
[8] Die Inschrift auf dem Stein, wo ihre Namen und Stammbäume geschrieben sind.
[9] Zuhören: seine Aufmerksamkeit auf Worte oder Töne richten; mit Aufmerksamkeit hören, hörend in sich aufnehmen.
[10] Hören: mit dem Gehör wahrnehmen.
[11] Das Wort (Plural: die Worte) 1. Wort als Träger eines Sinnes. 2. von jemandem gemachte Äußerung, ausgesprochener Gedanke.
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